Studierende der WWU Münster bei der Ausgrabung des Megalithgrabs Wewelsburg II 2018; Bildnachweis: Altertumskommission für Westfalen /Westfälische Wilhelms-Universität Münster: Leo Klinke.

Forschungsergebnisse vorgestellt

Kreis Paderborn. Archäologen vermuteten seit einigen Jahren auf einem Acker nahe der Wewelsburg die Reste eines Großsteingrabes aus der Jungsteinzeit. Dann fand ein Landwirt beim Pflügen einen großen Findling und meldete diesen der Denkmalbehörde, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Beim Anheben wurden darunter menschliche Knochen entdeckt. Als ein weiterer Findling auftauchte, wieder mit menschlichen Knochen in der Nähe, stand fest, dass an dieser Stelle, an der keine Steine natürlich vorkommen, der Mensch sie dorthin transportiert haben musste. Im Sommer 2018 fanden Grabungen der Universität Münster in Kooperation mit der Altertumskommission und der LWL-Archäologie für Westfalen statt und bestätigten die Vermutung: Die Wissenschaftler fanden zwischen den Steinen die jahrtausendalten sterblichen Überreste der Bestatteten.
In der Zeit von 3500 bis 2800 vor Christus errichteten die Menschen in Mittel- und Nordeuropa Anlagen aus großen Steinen, die so genannten Megalithgräber, in denen die Toten über mehrere Generationen bestattet wurden. Bei der Freilegung in der Nähe von Büren stellten die Wissenschaftler fest, dass sich die unterirdische Grabstätte und die darin gefundenen Knochen sich in einem sehr guten Zustand befinden und deshalb mit Hilfe naturwissenschaftlicher Methoden Hinweise auf die Herkunft und Ernährung der bestatteten Menschen gewonnen werden können.