Der Gastronomie geht es schlecht. Die Pandemie um Corona hat sie besonders hart getroffen. Um auf ihre miserable Situation aufmerksam zu machen, haben sie teilweise Ihre Gebäude rot angestrahlt oder beleuchtet. So wie auf unserem Bild beispielhaft beim LeClou in Lemgo.

Die gewaltigen Umsatzeinbrüche, vor allem aber die derzeitige Schliessung der gesamten Branche, zehrt nicht nur am Portemonnaie, zehrt mindestens genauso an den Nerven. Seit dem 2. November ist alles dicht. Wie lange diese Situation noch anhalten wird, steht in den Sternen. Die angesagte Wiederöffnung kurz vor Weihnachten kann auch nur kritisch gesehen werden, in Anbetracht dessen, dass vielleicht schon kurze Zeit später wieder geschlossen werden muss. Der Gastronom muss kalkulieren. Was hilft es da, wenn der Gastronom für Weihnachten groß einkaufen muss, um im Anschluss die nicht lange haltbaren Vorräte gleich wieder in den Abfall schmeißen zu müssen. Alles schon gehabt beim zügigen „lockdown light“ per 2. November.

Dem Gastronomen bleibt nur übrig, schlecht gelaunt dazusitzen und zu grübeln. Ihm juckt es in den Fingern, er möchte was tun. Er denkt an seine eigene Situation und wie er damit umgehen kann, wenn sich die Lage noch ins Frühjahr oder darüber hinaus hinzieht. Aber auch sein Personal geht ihm durch den Kopf. Da heißt es allgemein großspurig – alles kein Problem – die kriegen ja Kurzarbeitergeld. Immerhin gut zwei drittel des normalen Gehaltes. Stimmt aber nicht! Schichtzuschläge werden nicht berücksichtigt und auch das nicht mindere Trinkgeld fällt weg. Da bleiben oft nur 40 Prozent des üblichen Einkommens übrig und damit wird es verdammt eng.

Die großspurige Aussage Ende Oktober, 75 Prozent des Umsatzausfalls gegenüber dem November des Vorjahres würden anstandslos und unproblematisch erstattet, ist auch nur ein schwacher Trost. Altmaier & Co haben für die Novemberhilfe mal eben 10 Milliarden bereitgestellt. Bis Redaktionsschluss gestern (25.11.) konnte aber noch nicht einmal der Antrag hierfür gestellt werden. Auch nicht für die „ganz schnelle“ Hilfe als Zwischenlösung: 10.000 Euro als flotten Abschlag. Bekommen hat die bisher noch keiner.

Und dann sind da noch die Stammgäste. Auch die gehen nicht aus dem Kopf. Die laufen unbeholfen auf den Straßen, dürfen sich nicht treffen und wissen auch nicht wohin. So wie der 82-jährige Wilfried P. Er kam quasi täglich gegen sechs ins LeClou auf `nen Kaffee oder vielleicht auch mal auf `nen Bier. Und heute: nix, Gesellschaft adé…

Hier brennt die rote Lampe. Aber nicht zum Vergnügen – ganz im Gegenteil