Auftakt in den heißen Mai auswärts in Wetzlar


Lemgo. Volles Programm für die Handball-Nationalspieler: Auf die EM-Qualifikationsspiele in der vergangenen Woche folgt eine Englische Woche in der Bundesliga. Vom TBV Lemgo Lippe sind bis Sonntagabend noch Bjarki Már Elísson (für Island), Jonathan Carlsbogård und Peter Johannesson (beide Schweden) sowie die Niederländer Dani Baijens, Mark van den Beucken und Bobby Schagen gefordert und erfolgreich gewesen. Alle lösten mit ihren Teams das Ticket für die europäischen Titelkämpfe 2022 in Ungarn und der Slowakei. Gedeón Guardiola (Spanien) war bis Samstag ebenfalls auf Achse, hatte das Ticket mit seinem Heimatland als Titelverteidiger aber bereits in der Tasche. Nun wollen alle mit ihren TBV-Teamkollegen die nächsten Erfolge einfahren.

Frederik Simak ist wieder einsatzbereit. Er ist von seiner Bänderverletzung im Daumen genesen.  


Zum Auftakt eines „heißen Monats Mai“ mit insgesamt acht vorgesehenen Partien geht die Reise für die Lemgoer am Mittwoch nach Wetzlar (Anwurf: 18.30 Uhr, live auf Sky Sport 5). „Nach der relativ kurzen, knackigen Nationalmannschaftspause, nach der sicherlich auch ein paar unserer Spieler ihre Begegnungen erst einmal wegstecken müssen, gilt es jetzt, sich auf Wetzlar vorzubereiten“, so Florian Kehrmann. „Wir werden sicherlich nur eine gemeinsame Trainingseinheit als Vorbereitung haben, da ein paar Nationalspieler erst Montagabend zurück in Lemgo waren. Diese eine Einheit kann dann hoffentlich nach den ganzen Testungen auch wirklich stattfinden.“


Ebenso wie der TBV holte Wetzlar vor der Länderspielpause vier Siege in den letzten fünf Spielen und hat auch „gute Gegner wie die Füchse Berlin zuhause wirklich bestimmt“, meint der Lemgoer Coach mit Blick auf die Qualitäten der Mittelhessen. „Wetzlar arbeitet mit einer kompakten 6:0-Abwehr, die es immer schafft, den Angriff zu schweren Würfen zu zwingen. Das Prunkstück ist sicherlich dann ihr Umschaltspiel: Die HSG schafft es, viele Tore über die erste Phase zu werfen, aber auch mit vielen Konzepten in der zweiten oder dritten Phase zu Toren zu kommen. Sicherlich sind Lenny Rubin und Stefan Cavor derzeit die gefährlichsten Rückraumschützen, die immer wieder auch aus größerer Distanz Treffer erzielen.“


Und was bedeutet das für den TBV? „Wir müssen uns nicht nur auf das Umschalt-, sondern auch auf das Positionsspiel mit viel Wurfkraft aus dem Rückraum vorbereiten. Mit Filip Mirkulovski und Magnus Frederiksen verfügt Wetzlar über zwei sehr schlaue Mittelmänner, die immer wieder versuchen, die Kreisläufer und auch die Rückraumspieler in Szene zu setzen“, antwortet Kehrmann und gibt als Marschroute für sein eigenes Team aus, im Angriff gute Lösungen zu finden und Wetzlar in der Abwehr zu Fehlern zu zwingen.

In der letzten Saison unter ihrem langjährigen Trainer Kai Wandschneider liegen die Mittelhessen derzeit mit 30 Punkten aus 27 Spielen auf Rang 6 der Tabelle, die Lipper weisen vier Spiele weniger auf und haben 24 Punkte auf dem Konto, gleichbedeutend mit Tabellenplatz 11. Die letzten acht Begegnungen konnte der TBV für sich entscheiden, vier davon mit einem Treffer mehr. Einen heißen Kampf zu liefern wie auch in den vorherigen Spielen lautet der Vorsatz und Kehrmann hofft, nach der Nationalmannschaftspause keine Verletzungen oder weiteren Infektionen hinnehmen zu müssen und mit einem gut gefüllten Kader nach Wetzlar fahren zu können. Wie gut gefüllt der Wetzlarer Kader sein wird, hängt sicherlich von den gleichen Faktoren ab, zudem gab es zuletzt einige Verletzungssorgen bei Alexander Feld und Ole Forsell Schefvert, bei dem eine zeitnahe Knie-Operation unumgänglich ist.


Mit Rückenwind gehen aber auch einige Wetzlarer Spieler in die Partie mit dem TBV: Mit Till Klimpke (Deutschland), HSG-Kapitän Kristian Björnsen (Norwegen), Filip Mirkulovski (Nordmazedonien), Stefan Cavor (Montenegro) und Anton Lindskog (Schweden) konnten sich fünf Nationalspieler mit ihren Heimatländern für die Europameisterschaft 2022 qualifizieren. „Nur Lenny Rubin mit der Schweiz wird das Turnier denkbar knapp verpassen“, heißt es auf der HSGHomepage. Stefan Cavor stand aufgrund einer Handprellung zwar nicht auf der Platte, unterstützte sein Team aber vor Ort mental und jubelte anschließend über die erfolgreiche Qualifikation. Ob er morgen auf dem Feld stehen kann, soll sich erst kurzfristig entscheiden.


Die Partie in der Rittal-Arena an der Wolfgang-Kühle-Straße in Wetzlar leiten die Unparteiischen Thomas Kern und Thorsten Kuschel, die Spielaufsicht liegt in den Händen von Thorsten Zacharias.