„Bisherige Saison war wie eine Achterbahnfahrt!“

Hohenhausen/Bentorf (ruko). Alles andere als optimal verlief der Saisonstart für die hoch gewetteten SG Bentorf-Hohenhausen in der Lemgoer Liga A. Nach vier Spieltagen fand sich das Team von Tobias Kasper zur Überraschung vieler auf dem letzten Tabellenplatz wieder. Anschließend schafften es die Kalletaler aber den Bock umzustoßen und eine Erfolgsserie schloss sich an, so dass die SG nun mit 16 Punkten auf Tabellenplatz fünf überwintern darf. SG-Obmann Marco Evers blickt auf den bisherigen Verlauf der Serie zurück.

SG-Obmann Marco Evers beurteilt die bisherige Saison für seinen Klub wie eine Achterbahnfahrt.

Marco, wie zufrieden bist du mit dem bisherigen Verlauf der Saison?

Evers: Für uns kam die „Corona-Zwangspause“ zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. In den jüngsten sechs Partien fuhren wir fünf Dreier ein. Aber im Moment geht einfach die Gesundheit der Spieler und Aktiven vor. Die bisherige Saison war für uns wie eine Achterbahnfahrt: schwach angefangen und stark aufgehört. Mit der sportlichen Entwicklung bin ich aber sehr zufrieden.

„Nicht in
Aktionismus verfallen!“

Was genau lief in der Mannschaft nicht so, wie du dir das vorgestellt hast. Woran muss gearbeitet werden?

Evers: Am Anfang der Serie lief einiges nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Nach dem 4. Spieltag standen wir sang- und klanglos auf dem letzten Tabellenrang. Die Gründe waren vielschichtig. U.a. mussten wir immer wieder durch individuelle Fehler in der Defensive vermeidbare Gegentore schlucken, aber es haperte auch im Spielaufbau, da wir den Ball von hinten raus nicht mehr in vordere Regionen bekamen. Ich muss jedoch dem Trainerteam um Chefcoach Tobias Kasper ein Riesenkompliment machen, dass sie nicht in Aktionismus verfallen sind und in Ruhe weitergearbeitet haben. Ich denke, der Dosenöffner war der 2:1-Sieg gegen die favorisierte Mannschaft und dem damaligen Tabellenführer Bad Salzuflen. Da hat die Mannschaft gemerkt, was mit Leidenschaft und Auftreten als Team möglich ist. Danach folgten fünf Siege aus sechs Partien. Im Nachhinein brauchten wir die Zeit. Ein komplett neues Trainerteam und acht Neuzugänge musst Du erst mal integrieren.

Womit bist Du zufrieden? Auf was lässt sich aufbauen?

Evers: Wie gesagt, ich bin mit der sportlichen Entwicklung sehr zufrieden. Die Mannschaft hat gelernt, sich als Team zu präsentieren. Wir haben im Moment eine super Stimmung im Team – begünstigt sicherlich auch durch die letzten Ergebnisse.

„Der Star ist
die Mannschaft!“

Wie haben sich die Neuzugänge bisher bei euch integriert?

Evers: Es freut mich sehr, dass nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich alle Neuzugänge top eingeschlagen haben. Das ist für mich immer auch ein wichtiger Punkt bei Neuverpflichtungen. Abgesehen von den sportlichen Fähigkeiten, muss der Spieler auch charakterlich zu uns passen. Der Star ist die Mannschaft.

Welche Spieler haben den größten Sprung in Ihrer Entwicklung gemacht?

Evers: Da könnte ich mehrere nennen. Aber am bemerkenswertesten für mich ist die Entwicklung vom 18-Jährigen Julius Busch, der im Sommer aus der Jugend aus Lemgo kam. Julius könnte eigentlich noch bei den A-Junioren spielen, aber ist jetzt schon Stammspieler und Leistungsträger bei uns. Da muss ich mich auch mal beim TBV Lemgo für die gute Jugendarbeit und -ausbildung bedanken.

Übungseinheiten
per App

Wie hält sich das Team in der Coronazeit fit?

Evers: Wir versuchen das Beste aus der Situation zu machen, bieten Übungseinheiten per App 2 x die Woche zu den Trainingszeiten an, um die Fitness und den Mannschaftsgeist weiterhin zu stärken. Vor allem der Kraft- und Koordinationsbereich wird mit speziellen Übungen in Kleingruppen trainiert. Athletik- und Fitnesscoach Ale Rahmati, Co-Trainer Severino-Valention Westhoff und Chefcoach Tobias Kasper leiten die Mannschaft über Whatts-App-Videocall. Außerdem stehen Laufeinheiten von je 45 Minuten auf dem Programm, die Datenübermittlung erfolgt per App an Chefcoach Kasper.

Sind Winterneuzugänge bei Euch geplant?

Evers: Wie berichtet schließt sich in der Winterpause Andrea Maradea vom Blomberger SV uns an. Weitere Winterneuzugänge sind nicht geplant, da ich von Winterwechseln sehr wenig halte.

Was glaubst du wie und wann diese Saison weitergeführt werden kann?

Evers: Dieses Jahr rollt kein Ball mehr, das wissen wir jetzt. Wunschdenken wäre, wenn es nächstes Jahr im Frühjahr mit dem Spielbetrieb weitergeht. Ich denke, dass die Hinrunde zu Ende gespielt wird, damit jeder gegen jeden zumindest einmal gespielt hat. Gegebenenfalls dann eine „Play-Off“-Runde mit den ersten acht Teams um den Aufstieg und den letzten acht Teams gegen den Abstieg.

Wer holt sich den Meistertitel in dieser Saison in der Kreisliga A?

Evers: Keiner weiß, wie die Teams aus der zweiten „Corona-Pause“ kommen. Aber unter „normalen“ Umständen denke ich, dass es Asemissen knapp vor Leopoldshöhe machen wird.

Marco, wir danken für dieses Gespräch!