Botanischer Garten Höxter noch attraktiver

Eine neue App wird die Besucher und Besucherinnen auf Ihrem Rundgang durch den Botanischen Garten begleiten. Mit Hilfe von Nummern und Symbolen finden die Nutzer die passenden Informationen zu den Pflanzen in der App.

Bald mit kleinem Urwald und App –

Höxter. Er ist das grüne Labor der Hochschule: Der Botanische Garten in Höxter. Jetzt soll er für Besucherinnen und Besucher aus der Region noch attraktiver werden. Geplant sind unter anderem ein kleiner „Urwald“ und eine App, die Besucher durch den Garten führt.
„Der Botanische Garten der TH OWL ist wirklich etwas ganz Besonderes. Wir freuen uns, dass wir mit den Bauarbeiten so schnell so weit vorangekommen sind und wir bald jedem und jeder unsere neu gestalteten Gärten und die besonderen Pflanzen zeigen können“, schwärmt Ute Aland, Technische Leiterin des Botanischen Gartens Höxter.
Sie hat gemeinsam mit Nora Huxmann, der wissenschaftlichen Leiterin des Botanischen Gartens, den Entwurf, die Ausschreibung und die Baubetreuung für die Neugestaltung des Botanischen Gartens übernommen.
Seit November 2020 sind die Arbeiten an der Umgestaltung des Botanischen Garten in vollem Gange. Plan ist es, einen Teil der Mauergärten oberhalb des Parkplatzes ganz neu und barrierefrei zu gestalten. Um den Botanischen Garten schnell und einfach für alle erreichbar zu machen, entstehen ein neuer Haupt- und Nebeneingang am Ziegenbergareal. Ende 2021 sollen alle Umbauten abgeschlossen, die Gärten neu bepflanzt und das neue Konzept für alle begeh- und erlebbar sein.

Sanierte Mauergärten

Südlich des Parkplatzes befinden sich die sogenannten Mauergärten. Die Umbauten hier sind fast abgeschlossen. Entstanden sind an dieser Stelle drei völlig neue Gartenräume, die die Besucher in ganz verschiedene Orte der Welt entführen. Durch die Abgrenzung des Gartens durch unterschiedlich gestaltete Mauern haben Besucherinnen und Besucher das Gefühl, ein Haus aus Gärten zu betreten.
Der Zugang zu den Mauergärten ist nun über eine barrierefreie Rampe möglich. Die Treppe wurde ersetzt. Aktuell hat das Areal noch Baustellencharakter, aber das wird sich bald ändern.
Die Idee von Gärtnerinnen und Gärtnern, Lehrenden und Studierenden der TH OWL ist es, durch die neuen Gärten die unterschiedlichen Sinneswahrnehmungen der Besucher anzuregen und mit diesen zu spielen.

Die Living-Wall ist ein wichtiger Bestandteil der begrünten Wände im Schluchtwaldgarten. Beim Betreten erleben die Besucher die feuchte Vegetation einer Schlucht.

Schluchtwaldgarten

Beim Betreten des Mauergartens gelangt man direkt in den „Schluchtwaldgarten“. Die hohen Mauern bilden eine Art Schlucht, in der es durch eingebaute Nebeldüsen feucht und nebelig sein wird. Die neuen Betonbänke erinnern an einen Erdaufschluss, so als hätte ein Fluss einen Canyon durch eine Schlucht gegraben. Die Living Wall, die mit unterschiedlichsten Pflanzen begrünt ist, sowie Gräser, Farne und Moose sollen das Bild komplettieren.

Mediterraner Hof

Von der feuchten Schlucht geht es dann in den „Mediterranen Hof“. Im Gegensatz zum „Schluchtwaldgarten“ wird es hier warm sein. Der Garten liegt in der prallen Sonne. Der Boden ist mit Kies bedeckt. Viele Kräuter verstärken das mediterrane Flair. Ein Paradies für Schmetterlinge und Insekten.
Gemeinsam mit dem Fachbereich Innenarchitektur der TH OWL am Standort Detmold entwickeln die Initiatoren des Gartens Sitzmöbel für diesen Bereich, die dann auf der integrierten, von Bäumen beschatteten Holzterrasse und im gesamten Gartenhof Platz finden.


Dschungelgarten

Vom Mediterranen Hof aus geht es in den Dschungel und damit wieder in eine andere Vegetationszone und eine andere Erfahrung für die Sinne. In dem üppig bewachsenen Dschungelgarten wird es ein Dach aus Pflanzen geben, aus dem es nach unten tropft.
Für das Pflanzendach erhält dieser Garten im nächsten Bauschritt eine Pergola. „Ziel ist es, dass die Besucherinnen und Besucher völlig von der Vegetation umgeben sind“, sagt Ute Aland.

Neue Eingänge

Da nicht nur die Mauergärten, sondern der gesamte Botanische Garten im Süden des Campus für die Öffentlichkeit geöffnet werden, baut die TH OWL zwei neue Eingänge.
Ein Eingang ist bereits fertiggestellt. Die Ausschreibungen für den Haupteingang An der Wilhelmshöhe laufen noch. Im Frühjahr sollen die Arbeiten hierfür starten. Hinter der Bibliothek befindet sich ein Teich. Hier entsteht eine große Sitzbank, die den Teich vom Weg abtrennt, ihn sicherer macht und den Gästen, Mitarbeitenden und Studierenden einen Ort zur Entspannung bietet.
Den Entwurf und die Baubetreuung für den Haupteingang übernimmt das Architekturbüro Gruppe Freiraumplanung aus Langenhagen.
„Sobald das Wetter es zulässt, beginnt unser dreiköpfiges Team mit der Bepflanzung. Ende des Jahres soll alles soweit fertig sein, so dass sich alle, Höxteranerinnen und Höxteraner und Besucher von überall her, an der außergewöhnlichen Pflanzenvielfalt an unserem Campus erfreuen können“, so Ute Aland.

Neue App für die persönliche Erkundungstour

Eine neue App wird die Besucherinnen und Besucher auf Ihrem Spaziergang durch den Botanischen Garten unterstützen. Per Smartphone oder Tablett können sich Besucherinnen und Besucher über die große Pflanzenvielfalt informieren. Eine Karte des gesamten Gartens, Rundgänge zu verschiedenen Themen, Bilder der vielen unterschiedlichen Pflanzen und unzählige Fakten machen die neue App zu einem persönlichen Guide. Die einzelnen Pflanzen sind mit Nummern und Symbolen versehen, so dass Gäste in der App schnell Informationen zu den unterschiedlichen Pflanzen finden. Wie tief jeder oder jede in die Pflanzenkunde einsteigen möchte entscheiden diese selbst. Die App stellt von Basis- bis Expertenwissen alles bereit. Start der neuen App ist für Ende März geplant.
„Wir freuen uns sehr über das Ergebnis der neuen App. Hiermit haben wir einen ausbaufähigen digitalen Zugang zu den Inhalten und Themen des Gartens geschaffen, die nicht nur Gästen, sondern auch unseren Studierenden ein umfangreiches digitales Nachschlagewerk an die Hand gibt“, berichtet Prof. Dr. Hans-Peter Rohler (Dekan des Fachbereichs Landschaftsarchitektur und Umweltplanung der TH OWL) „Das Schöne ist, die Nutzer können immer wieder Neues entdecken, denn die Inhalte werden stetig ausgeweitet. Neue Rundgänge und Pflanzen-Infos kommen hinzu – bis schließlich alle Gehölze und Staudenpflanzungen (der Botanische Garten verfügt über ca. 2.000 Arten) beschrieben sind“, so Hans-Peter Rohler weiter.
Die EU und das Land NRW fördern den Umbau des Botanischen Gartens mit 300.000 Euro aus EFRE-Mitteln. Hintergrund ist der „EFRE Call Grüne Infrastruktur NRW“. Der Botanische Garten soll nicht nur für Besucher aus der Region zu einem noch attraktiveren Ausflugsziel werden, sondern auch ein Ort der Weiterbildung für Schulklassen und interessierte Bürger sein.