Eben-Ezer: Jahresbericht

Präsentieren den Jahresbericht vor der Schmetterlingswiese der Wohnanlage in Brake, v.l.: Der Vorstand Pastor Dr. Bartolt Haase und Udo Zippel, die Bewohner*in Ursula Harder und Werner Maaß, dazwischen Christine Förster; Leitung Öffentlichkeitsarbeit, Pressereferentin Ingelore Möller und die Mitarbeiterin der Wohnanlage Brigitte Schindler.

Lemgo. Am Freitag haben Vertreter*innen der Stiftung Eben-Ezer der Presse den neuen Jahresbericht für den Zeitraum Mitte 2018 bis Mitte 2019 vorgestellt. Das Pressegespräch fand in der neuen Wohnanlage der Stiftung im Krügerkamp 17 in Lemgo-Brake statt. Hier wohnen 24 Klient*innen, die zuvor – mit einer zweijährigen Zwischenstation in Detmold – auf dem Gelände von Neu Eben-Ezer vor den Toren Lemgos lebten. „Die Dezentralisierung ist mit dem Neubau mitten im Herzen des lebendigen Stadtteils Brake wieder ein gutes Stück voran geschritten“, bemerkte der Theologische Vorstand Pastor Dr. Bartolt Haase.

Der Jahresbericht wurde – wie in den vergangenen Jahren – sowohl in normaler Sprache als auch in Leichter Sprache erstellt. Hierbei trat das Büro für Leichte Sprache der Stiftung in Aktion. Ingelore Möller hat den Jahresbericht in Leichte Sprache übertragen. Die Klientinnen Verena Schaeffer und Ingeburg Janke haben ihn auf Verständlichkeit überprüft. Dabei wurden sie von Matthias Viertmann unterstützt.

„Durst auf Leben– unter diesem an die biblische Jahreslosung angelehnten Motto hat die Stiftung Eben-Ezer im September 2018 ihr Jahresfest gefeiert. Wasser stärkt, Wasser erquickt, Wasser schenkt Leben. Wir sind sehr dankbar, dass wir auch in den zurückliegenden Monaten so ein kraftvolles, vielfältiges Leben in der Stiftung Eben-Ezer miteinander teilen und gestalten durften“, dieser Gedanke ist dem Jahresbericht in der Einleitung vorangestellt.

Konkret wird darin auf die wirtschaftliche Perspektive und Ausrichtung der Stiftung eingegangen. In den nächsten Jahren wird die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes Priorität haben. Mitarbeiter*innen und Betreuer*innen wurden ausführlich über die Inhalte des Gesetzes und die sich daraus ergebenden Änderungen informiert. Da Eben-Ezer auf ein zufriedenstellendes Jahr 2018 zurück blicken kann, begegnet man den anstehenden Herausforderungen auf einer soliden wirtschaftlichen Basis und mit einer gesunden Zuversicht. Dennoch muss sich Eben-Ezer auf den Weg machen und die bestehenden Strukturen und Angebote den neuen Anforderungen anpassen. Mitte 2019 wurde ein Projektteam gebildet, das sich intensiv mit der Erarbeitung einer „Gesamtstrategie Eben-Ezer“ beschäftigt. Ziel ist, den Weg für die nächsten Jahre zu entwickeln und zu gestalten. Die Mitarbeiter*innen werden regelmäßig und umfassend über die einzelnen Projektschritte informiert. Es wird verschiedene Möglichkeiten der Mitwirkung geben. Klient*innen werden ebenfalls in die Strategieentwicklung eingebunden. Unter anderem hat im August bereits eine „Zukunftswerkstatt“ mit rund 40 Klient*innen auf der Insel Juist stattgefunden.

Viel Raum wird im Jahresbericht auch den zahlreichen Facetten der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Leben in der Gesellschaft gegeben. Teilhabe stärken mit Feiern, zum Beispiel mit einem inklusiven Zirkusprojekt an der Ostschule oder mit dem Jahresfest in mittelalterlicher Gestalt, das in diesem Jahr an zwei Tagen in Neu Eben-Ezer gefeiert wurde. Oder Teilhabe stärken durch die Erfahrung von Selbstwirksamkeit, wie beim Tag der Menschen mit Behinderungen in Bad Salzuflen. Dort informierten Beschäftigte der Werkstätten selbstbewusst über ihre Anliegen und stellten Forderungen.

Auch auf die Diakonische Unternehmenskultur wurde im Jahresbericht eingegangen. Zuhören – teilhaben am Anderen, an seiner Freude ebenso wie an seiner Sorge. Das hat mit Respekt zu tun, mit Wertschätzung. Ein Ausdruck dieser Wertschätzung den Mitarbeiter*innen gegenüber ist die große Mitarbeiterfete, die Eben-Ezer am Abend des Pressegesprächs in der Turnhalle auf dem Gelände von Neu Eben-Ezer ausrichtet. Rund 400 Personen haben sich dazu angemeldet.

Neben der Vorstellung der Inhalte des Jahresberichtes wird der Vorstand auch einen Ausblick auf zukünftige Ereignisse und Veränderungen geben. Besonders ist hierbei der bevorstehende Besuch des Bundespräsidenten zu nennen. Dieser ist für den 18. Oktober geplant. Dann wird das deutsche Staatsoberhaupt nach Eben-Ezer kommt, um sich intensiv mit Vorstand, Mitarbeiter*innen und Klient*innen auszutauschen.

Als Gesprächspartner standen zur Verfügung:

– Pastor Dr. Bartolt Haase (Theologischer Vorstand)

– Udo Zippel (Kaufmännischer Vorstand)

– Christine Förster (Öffentlichkeitsarbeit, Redaktion)

– Ingelore Möller (Pressereferentin, Büro für Leichte Sprache Übersetzerin)

– Brigitte Schindler, Mitarbeiterin der Wohnanlage