EHF EL: HSG gelingt Auswärtssieg beim Thüringer HC

Langensalza. Die HSG Blomberg-Lippe hat am Samstagabend einen ersten Schritt in Richtung Gruppenphase der EHF European Handball League gemacht. In Bad Langensalza gewannen die Blombergerinnen das Hinspiel der 3. Qualifikationsrunde gegen den Thüringer HC mit 27:31 (14:17). Mit vier Toren Vorsprung steht der HSG am kommenden Samstag in der heimischen Halle an der Ulmenallee jedoch noch das Rückspiel bevor.

Jubel beim HSG-Team nach dem Spiel. Foto: Oliver Lippert.

Der siebenfache Deutsche Meister, Thüringer HC, erwischte den besseren Start in die Begegnung. Marketa Jerabkova, welche bereits im Ligaspiel mit elf Toren gegen die HSG begeisterte, sorgte für das 1:0. THC-Spielerin Kerstin Kündig legte wenig später das 2:0 nach. Ganze dreieinhalb Minuten ließen die Schützlinge von HSG-Trainer Steffen Birkner auf ihren ersten Treffer warten. Nachdem das Schiedsrichterinnengespann den Lipperinnen einen Siebenmeter zusprach, verwandelte Nele Franz gewohnt sicher zum 2:1. Ein Treffer, der dem Team aus der Nelkenstadt sichtlich guttat und wie eine Befreiung wirkte. Fortan bot sich den Zuschauer*innen vor dem Livestream ein komplett anderes Bild. Mit ihrem vierten Treffer drehte die bärenstarke Franz eine 3:1-Führung des THCs in ein 3:5. Während die Blombergerinnen das Heimteam in der Abwehr mit ihrem hohen Tempo vor zunehmend sichtbarere Probleme stellten, fanden THC-Kreisläuferin Josefine Huber und Co. im Angriff immer häufiger ihre Meisterin in der erneut starken HSG-Torfrau Melanie Veith. Als Marie Michalczik in der 13. Minute zur 6:9-Führung für die HSG traf, hatte THC-Trainer Herbert Müller genug gesehen und nahm seine erste Auszeit. Dieser verfehlte ihre Wirkung zunächst nicht. Jerabkova verkürzte nach 23 Minuten auf 11:12. Doch noch vor der Halbzeit gelang es der HSG erneut davonzuziehen. Das Blomberger Eigengewächs Cara Reiche sorgte mit ihrem dritten Treffer für das 13:17, der THC verkürzte zehn Sekunden später zum 14:17-Halbzeitstand.

Auch im zweiten Abschnitt gab zunächst die HSG den Ton an. Nach 43 Minuten traf Michalczik zum 17:25 und sorgte für eine acht Tore Führung der Blombergerinnen. Doch der THC gab sich nicht auf, fand nun in der Abwehr besseren Zugriff und verkürzte den Rückstand bis zum Spielende auf vier Tore.

HSG-Trainer Birkner lobte sein Team nach der Begegnung für eine „sehr gute Leistung“. Wir haben etwas gebraucht, um ins Spiel zu kommen, wurden dann jedoch immer sicherer und konnten zwischenzeitlich sogar auf acht Tore davonziehen. Auch wenn wir diesen Vorsprung nicht ganz halten konnten, bin ich unglaublich stolz auf mein Team. Unsere Zielsetzung war, dass wir eine Entwicklung zeigen, im Vergleich zum ersten Spiel. Das ist der Mannschaft heute eindrucksvoll gelungen. Jetzt geht es darum, die Kräfte zu sammeln und beim Heimspiel in sieben Tagen erneut eine gute Leistung abzurufen. Wozu das am Ende reicht, werden wir nach 60 Minuten auf der Anzeigetafel sehen“, so Birkner.

Sein Gegenüber, THC-Trainer Herbert Müller, zeigte sich nicht Einverstanden mit dem Auftritt seines Teams: „Wir haben zu keinem Zeitpunkt Zugriff in der Abwehr gefunden, haben viele Zweikämpfe verloren. Grade die Räume von Nele Franz und Marie Michalczik haben wir viel zu wenig eingeengt. Wir waren heute nicht aggressiv genug, um auf internationalem Parkett zu bestehen. Als unsere Abwehr dann in der zweiten Halbzeit besser stand, haben wir zahlreiche hundertprozentige Chancen vergeben. Aber es sind noch 60 Minuten zu spielen. Wir werden keine Sekunde aufgeben, nach Lippe fahren und kämpfen bis zum Umfallen“, verspricht Müller einen großen Fight im Rückspiel.

Dieses wird am kommenden Samstag (21.11.) in Blomberg stattfinden. Ab 16:30 Uhr können HSG-Kapitänin Laura Rüffieux und Co. dann den Einzug in die Gruppenphase der EHF European Handball League perfekt machen. An der Bereitstellung eines Livestreams wird derzeit von Seiten des Vereins mit Hochdruck gearbeitet.

Tore für die HSG: Michalczik (11), Franz (6), Rüffieux (4), Kynast (4), Reiche (3), Schoenaker (2), Rajes (1)

Tore für den THC: Jerabkova (5), Neidhart (5), Huber (4), Ekenman Fernis (4), Jakubisova (3), Kündig (3), Iskit (2), Scheffknecht (1)