Extertaler „Bürgerwald“ vor Vollendung

Förster Thomas Fritzemeier (r.) bedankt sich bei den Mitarbeitern der Forstbaumschule AFS für die Pflanzung des Laubholzes im Bürgerwald.

Auf dem Areal am Fuße der Hohen Asch wird ein artenreicher Mischwald entstehen –

Extertal. Endlich ist es soweit. Das Projekt „Bürgerwald“ geht in die finale Phase. Am Fuße der Hohen Asch in Extertal werden junge Setzlinge unterschiedlicher Laubholzarten gepflanzt und in einigen Jahren einen schönen, klimarobusten Mischwald bilden.
Einst haben viele Fichten das Gebiet am Fuße der Hohen Asch, am Wanderweg „Schnattergang“, gesäumt. Durch Trockenheit und den Befall des Borkenkäfers mussten die Bäume entnommen werden. Nachdem das Gebiet gerodet wurde, war die Frage aufgekommen, was die Gemeinde tun kann, um zu einem gesunden Ökosystem Wald beizutragen. Der Bürgerwald war geboren, auch weil andere Kommunen bereits ähnliche Projekte erfolgreich umgesetzt hatten. Im Februar wurde das Gebiet bereits abgezäunt, im März wurden auf dem 1,7 Hektar großen Areal sieben verschiedene Laubholzarten gepflanzt. Insgesamt 3.300 Jungbäume werden dort einen Lebensraum finden. Dabei handelt es sich um Laubholzarten, die den Wald klimarobuster und widerstandsfähiger gegen Schädlinge machen sollen. Zu den neuen Sorten zählen Roteiche, Hainbuche, Traubeneiche, Elsbeere, Bergahorn, Winterlinde und Vogelkirsche.

Über die unterschiedlichen Baumarten wird eine Infotafel berichten, entworfen von den Schülern der Sekundarschule Nordlippe. Ursprünglich war geplant, einen Teil der Bäume von Kindern pflanzen zu lassen. Da diese Aktion aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen musste, übernahmen die Mitarbeiter der Forstbaumschule AFS die Arbeiten.
Jörg Düning-Gast, Verbandsvorsteher des Landesverbandes Lippe, freut sich über die Aktion: „Es ist schön zu sehen, wie viele Lipperinnen und Lipper sich beteiligt haben, um das Projekt Bürgerwald zu ermöglichen. Und uns vom Landesverband freut es, solche Initiativen zu unterstützen, die den Bürgern, der Kommune und ihrem heimischen Wald zugutekommen. Ich bin schon sehr gespannt auf den jungen Mischwald, der hier entstehen wird.“ Von den 1,7 Hektar bleibt ein kleiner Teil von ungefähr 2.000 Quadratmetern ganz der Natur überlassen. Diese sogenannte Sukzessionsfläche wird nicht von Menschen bepflanzt, stattdessen lässt man dort die Natur walten und trägt so zu einer natürlichen Verjüngung bei. Welche Arten hier wachsen werden, kann man noch nicht mit Sicherheit vorhersagen, nur, dass auch dort ein schöner Wald entstehen wird, ist gewiss. Alle Beteiligten sind bereits sehr gespannt, welche Pflanzen- und Baumarten sich durchsetzen werden. Über die Entwicklung des Gebietes, können die Bürger sich auf jährlich stattfindenden Schnatgängen informieren, erzählt Förster Thomas Fritzemeier: „An diesen Begehungen können alle Bürgerinnen und Bürger teilnehmen, die Interesse haben. Welche Bäume in Zukunft in der Fläche stehen werden, wird außerdem bald am Wegesrand ersichtlich sein. Wir werden im Herbst die Wege exemplarisch mit den Laubbäumen säumen, die gepflanzt wurden.“
Das Projekt Bürgerwald ist gemeinschaftlich in Kooperation mit dem Landesverband Lippe, Marketing Extertal e.V., der Gemeinde Extertal und der Sekundarschule Nordlippe entstanden. Aus der Bevölkerung kommt Unterstützung für das Projekt in Form von Spendengeldern. Bis jetzt sind über 7.000 Euro zusammengekommen. Für Düning-Gast auch ein Zeichen wie sehr das Thema Aufforstung den Bürgern am Herzen liegt: „Der Wald ist für viele Menschen ein Ort der Erholung. Wie wichtig die Aufforstung des Gebietes am Schnattergang ist, hat uns die hohe Spendenbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger noch einmal verdeutlicht. Für diese Unterstützung sage ich danke!“ Wer sich noch an dem Projekt Bürgerwald beteiligen möchte, kann dies nach wie vor tun. Spenden gehen auf das folgende Konto:

Kontoinhaber: Gemeinde Extertal
IBAN: DE 72 4825 0110 0002 0001 80
Sparkasse Lemgo
Verwendungszweck: 98-014 Bürgerwald

Um eine Spendenquittung auszustellen, werden die Spender gebeten ihren Namen mit in den Verwendungszeck zu schreiben. Sollten sie nicht im Extertal wohnen, wird auch die Adresse für das Ausstellen der Quittung benötigt.