Lemgoer SPD und CDU gegen die freie Fahrt für Radfahrer in der Mittelstraße –

Lemgo. Bei der Frage ob in Zukunft das Radfahren in der Mittelstraße durchgängig über alle Tage und Stunden erlaubt werden soll, zeigten sich die Lemgoer Fraktionen der SPD und CDU einig. Beide Parteien lehnen nach internen Diskussionen die Verwaltungsvorschläge ab, die ein freies Radfahren in der Lemgoer Einkaufsstraße in Aussicht gestellt hatten. Fußgänger sollen die Mittelstraße auch weiterhin ungestört nutzen können.

Hier die einzelnen Statements der beiden Fraktionen:

 

SPD:

In ihrer Fraktionssitzung entschied sich die SPD Fraktion nach ausgiebiger Diskussion mit Vertretern aus der Stadtplanung gegen die Verwaltungsvorschläge zukünftig das Radfahren in der Mittelstraße durchgängig über alle Tage und Stunden zu erlauben.
Die aktuelle Regelung funktioniert gut – Unfälle und Beschwerden sind nicht bekannt! Über die Parallelstraßen und ein Dutzend Verbindungsgassen kann jeder Radler, jede Radlerin die Mittelstraße erreichen und die letzten Meter das Stahlross schieben oder abstellen.
Für eine Freigabe gibt es keine überzeugenden Argumente, darum finden die Verwaltungsvorschläge keine Zustimmung der SPD Fraktion. Stattdessen wird die SPD am Mittwoch im Verkehrsausschuss dafür plädieren den bewährten Status quo in der Mittelstraße und anliegenden Gassen zu erhalten und die Straßen mit der entsprechend notwendigen Beschilderung zu versehen.


CDU:

Die CDU-Fraktion hat das Thema ausführlich mit Markus Baier, Leiter des Lemgoer Bauamtes, und dem Chef der Lemgoer Polizei Polizeihauptkommissar Dirk Wallenstein erörtert. Die Idee, das Radfahren tagsüber ganz oder teilweise zu gestatten wurde dabei verworfen. Es soll bei der bisherigen Praxis bleiben: Fußgänger sollen die Mittelstraße ungestört nutzen können.
Für die Radfahrer sollte dies kein Problem sein, sie können auf den parallellaufenden Straßen bequem in den Tempo-30-Zonen fahren. Angesichts der verschiedenen Konfliktsituationen zwischen sich verkehrswidrig verhaltenen Radfahrer und Fußgängern appellieren die Kommunalpolitiker an die Zweiradfahrer, sich an die Straßenverkehrsordnung zu halten. Die Beschilderung der Fußgängerzone wird optimiert.
Mit Sorge wird die weitere Entwicklung betrachtet: Fahrradfahren, zunehmend mit E-Antrieb wird erfreulicherweise weiter zunehmen. Hinzu kommen jetzt noch die E-Scooter.
Missachten heute die meisten Radfahrer das Verbot des Befahrens von Bürgersteigen und Fußgängerzonen, so werden die Konflikte mit den Fußgängern weiter zunehmen. Es kann wohl nicht angenommen werden, dass bei Rollerfahrern die Bereitschaft die Straßenverkehrsordnung zu beachten größer ist als bei den Fahrradfahrern.