Historische Postkartenansichten

Hylliger Born und Wandelhalle, 1920er Jahre.

Gruß aus Pyrmont – 26. September 2019 bis 12. Januar 2020, Museum im Schloss –

Vor 150 Jahren begann die sensationelle Geschichte der Postkarte in Europa. 1869 wurde die „Correspondenz-Karte“ in Österreich erstmals postamtlich zugelassen und entwickelte sich zu einem der wichtigsten alltäglichen Kommunikationsmittel – in Zeiten von WhatsApp und Facebook kaum noch vorstellbar.

Historische Postkarten geben nicht nur Aufschluss über wichtige Ereignisse, alltägliche Kleinigkeiten, Nöte und Sorgen im Leben unserer Vorfahren, sondern dokumentieren in einzigartiger Weise die Entwicklung von Städten und Regionen. Wie Bad Pyrmont sich im letzten Jahrhundert entwickelt und verändert hat, zeigt die Postkartensammlung des Museums im Schloss besonders umfangreich: Von flanierenden Kurgästen auf der Hauptallee in ihren aufwändigen Kleidern um die Jahrhundertwende über längst nicht mehr existierende architektonische Schmuckstücke wie dem alten Bahnhof bis zu den großen Klinikbauten der 1970er Jahre: Ansichtskarten belegen auch immer den jeweiligen Zeitgeist und das Selbstbild der Stadt. Schließlich waren die Karten ein wichtiger Werbeträger und man präsentierte sich von seiner Schokoladenseite.

Viele Kurgäste hatten natürlich auch den eigenen Fotoapparat im Reisegepäck, um ihre persönlichen Eindrücke festzuhalten. Deshalb bietet die Ausstellung auch noch ein besonderes Highlight für alle Technikinteressierten: Die Kamerafreunde Lippe präsentieren einen Querschnitt durch gut 100 Jahre Fotogeschichte mit typischen, seltenen und auch ungewöhnlichen Kameras. Darunter werden auch Fotoapparate der Firma Lipca sein, die in den 1950er Jahren im benachbarten Barntrup hergestellt wurden.

Begleitend zur Ausstellung ist ein Bildband im Sutton Verlag erschienen. Das Buch ist im Museumsshop und über den Buchhandel erhältlich.