“Hoffnungsschimmer” für Bielefelder Schausteller

Letzte Woche begann der Aufbau der 15 Stände in der Bielefelder Fußgängerzone.

Stände in der Bielefelder Fußgängerzone bezogen –

Bielfeld. Es ist ein Lichtblick für einige in der Corona-Krise hart getroffene Schausteller: Seit letzten Dienstag haben 15 Anbieter von Kunsthandwerk und Süßwaren in der Bielefelder Innenstadt die Möglichkeit bekommen, einzelne Stände in der Fußgängerzone zu beziehen. Die Familienbetriebe und Kleinunternehmer können dort bis zum 23. Dezember ihre Produkte verkaufen. Außerdem ist im Internet der “digitale Bielefelder Weihnachtsmarkt” gestartet, und die rasend schnell ausverkaufte Bielefelder “Kein-Weihnachtsmarkt-Tasse” ist wieder verfügbar.
Der Aufbau der Stände in der Innenstadt begann am heutigen Donnerstag, 26. November. Bielefeld Marketing stellt dafür in Absprache mit der Stadt Bielefeld die Hütten bereit. “An den Ständen in der Fußgängerzone dürfen ab dem 1. Dezember ausschließlich Produkte zum Mitnehmen verkauft werden – genauso wie auf einem Wochenmarkt an frischer Luft”, erläutert Martin Knabenreich, Geschäftsführer von Bielefeld Marketing.
“Essen und Trinken an den Buden sind nicht erlaubt, weshalb es zum Beispiel keinen Glühwein und keine Bratwurst gibt. Das Sortiment ist begrenzt auf Dinge, die man im Vorbeigehen kauft wie gebrannte Mandeln und Lebkuchen. Hinzu kommen Kunsthandwerk-Stände für Produkte wie Weihnachtsschmuck und Dekoration”, sagt Knabenreich.
Die Schausteller sind natürlich zur Einhaltung der gängigen Hygiene-Auflagen verpflichtet. Vor den Ständen gilt das Abstandsgebot, und die Maskenpflicht herrscht derzeit ohnehin allgemein in der Fußgängerzone.

“Das bedeutet mir sehr viel”

Unter den beteiligten Schaustellern hat die Nachricht leise Hoffnungen geweckt. “Die Möglichkeit, in der Bielefelder Innenstadt meine Produkte verkaufen zu können, bedeutet mir persönlich sehr viel”, sagt etwa Massimo Tarun, der unter dem Namen “Formschön” Kunsthandwerk und Weihnachtsschmuck verkauft. “Für mich ist dies das erste Mal in diesem Jahr, dass ich aus einer Hütte heraus verkaufen kann”, sagt der Unternehmer aus Steinhagen.
Für David Laffontien-Wimmert ist die Möglichkeit eines Innenstadt-Standes “eine Riesensache”, wie der Herforder sagt. Er verkauft mit seiner Familie süße Klassiker wie gebrannte Mandeln und Lebkuchenherzen. “Ich freue mir richtig ein Loch in den Bauch, wenn ich das mal so sagen darf! Das ist ein Hoffnungsschimmer, denn wir haben das ganze Jahr praktisch noch nichts verdient. Es geht wirklich um unsere Existenz.”
Die Stände werden in der Innenstadt verteilt aufgestellt – in der Altstadt auf der Obernstraße, der Niedernstraße und dem Alten Markt sowie auf der anderen Seite des Jahnplatzes auf der Bahnhofstraße und der Stresemannstraße. Geöffnet haben die Buden montags bis samstags von 10 bis 19 Uhr.

Digitaler Weihnachtsmarkt gestartet

Parallel dazu bietet Bielefeld Marketing im Internet einen digitalen Weihnachtsmarkt an. Besucher können die wachsende Liste nach typischen Produktkategorien durchsuchen und bekommen dann Anbieter angezeigt, bei denen trotz der Absage des Marktes eingekauft werden kann – entweder direkt in kleinen Internetshops oder mit einer Bestellung per Telefon oder E-Mail.
Begrüßt werden die Besucher im Netz übrigens von “Horst”, dem kultigen Bielefelder Weihnachtsmarkt-Elch, der normalerweise am Haus vom Nikolaus auf dem Altstädter Kirchplatz zu finden ist.

“Kein-Weihnachtsmarkt-Tasse” wieder verfügbar

Direkt nach der offiziellen Absage des Weihnachtsmarktes in der Innenstadt hatte Bielefeld Marketing zusammen mit Partnern vom Markt die “Bielefelder Weihnachtsmarkt-Box” mit Originalprodukten in den Verkauf gebracht. Der Ansturm war riesig: 3.200 Boxen wurden verkauft. Die Pakete sind inzwischen nicht mehr verfügbar.
Auch die “Kein-Weihnachtsmarkt-Tasse” wurde eine Renner. Die ersten 1.000 Exemplare waren nach zwei Tagen vergriffen. Inzwischen wurde nachgeliefert, sodass die Tassen ab dem heutigen Donnerstag wieder in der Tourist-Information Bielefeld verfügbar sind. Allerdings nur, solange der Vorrat reicht.