HSG erwischt in Bad Wildungen gebrauchten Tag

Bad Wildungen. Die HSG Blomberg-Lippe hat am Samstagabend eine schmerzhafte Auswärtsniederlage bei den Bad Wildungen Vipers hinnehmen müssen. Bei den Hessinnen fand das Team aus der Nelkenstadt zu selten zu seinen gewohnten Stärken und musste sich letztendlich verdient mit 28:33 (13:14) geschlagen geben.

Ein „sehr schwieriges und intensives Spiel“ hatte HSG-Trainer Steffen Birkner prophezeit und sollte mit seiner Einschätzung einmal mehr richtig gelegen haben. Sein Team fand in der Ense-Halle nur schleppend in die Begegnung. Erst nach vier Minuten gelang Spielmacherin Nele Franz der erste Treffer zum 1:2. Auch wenn beide Teams in der Anfangsphase nicht zu glänzen wussten, kämpfte sich Blomberg zunehmend besser ins Spiel und lag nach acht Minuten durch einen Treffer von Lisa Rajes erstmals in Führung (4:3). Doch nur selten fand die HSG Blomberg-Lippe im Angriff eine spielerische Lösung gegen den engen Abwehrverbund der Vipers. So musste bereits im ersten Abschnitt ab und zu das Glück mithelfen: Marie Michalcziks Wurf aus dem Rückraum landete nach 18 Minuten abgefälscht im Tor des Heimteams (10:9). Vipers-Trainerin Tessa Bremmer entschied sich anschließend für eine Auszeit und stellte ihr Team noch einmal neu ein. Mit Erfolg. Die Hessinnen erspielten sich die Führung zurück und gingen mit einem knappen 13:14-Vorsprung in die Pause.

Im zweiten Abschnitt entwickelte sich gleich zu Beginn ein offener und wilder Schlagabtausch, in dem die Blombergerinnen ab der 33. Spielminute völlig den Faden verloren. Nach einem starken Anspiel an den Kreis vollendete Vipers-Kreisläuferin Annika Ingenpass den 5:0-Lauf ihres Teams mit einem Treffer zum 16:21. Bad Wildungen witterte nun die große Chance auf eine Überraschung und drückte weiter aufs Gaspedal. Gegen konsternierte Blombergerinnen bekamen sie dabei auch in der Folge leichtes Spiel. Zu groß waren die Räume, die das Team aus der Nelkenstadt den Vipers bot. Als Anna-Maria Spielvogel nach 41 Minuten zum 17:25 für die Vipers traf, schien die Messe gelesen. Doch die HSG ließ nichts unversucht den hohen Rückstand aufzuholen. Mit einer offensiveren Deckung und großem Kampfgeist kamen Laura Rüffieux und Co. nach 52 Minuten beim Stand von 25:27 noch einmal in Schlagdistanz. Die Hypothek von zwischenzeitlich acht Toren sollte sich jedoch als zu groß erweisen. So gelang es den Vipers die HSG erneut auf Distanz zu bringen und am Ende einen ungefährdeten 28:33-Erfolg einzufahren.

„Wir sind tief enttäuscht und traurig über unsere eigene Leistung. Das haben wir uns alle anders vorgestellt und wollten hier alle ein anderes Gesicht zeigen“, gab HSG-Trainer Birkner nach dem Spiel zu. Wir haben den Vipers zu viel Raum geboten, hatten ein schlechtes Abwehrtiming und haben auch im Angriff zu selten gute Lösungen gefunden“, resümiert Birkner die Begegnung. Als Grund für die Niederlage führt der HSG-Trainer u.a. auch die schwache Phase zu Beginn der zweiten Halbzeit an: „Hier haben wir ein Tempogegenstoßtor nach dem anderen kassiert, teilweise ohne dabei selbst zurückzulaufen. Das war nicht HSG-like“, zeigt sich Birkner enttäuscht. „Wir müssen das Spiel jetzt ganz schnell abhaken und die Köpfe schnell wieder hochheben. Nächste Woche erwartet uns das OLYMP Final4. Da wollen und werden wir ein anderes Gesicht zeigen!“, ist sich Birkner sicher.

Durch die Niederlage verbessert sich Bad Wildungen mit nun 22 Punkten auf Platz 11. Die HSG steht mit 41 Punkten vorerst weiterhin auf Rang 3 der Tabelle, spürt nun jedoch den Atem von Metzingen (40 Punkte) sowie dem Thüringer HC (39 Punkte) im Nacken. Weiter geht es für die Blombergerinnen am Samstag (15.05.) mit dem Halbfinale des OLYMP Final4. Gegnerinnen in der Stuttgarter Porsche-Arena werden dann die Handball Luchse aus Buchholz-Rosengarten sein. Diese setzten sich am Samstagabend deutlich mit 31:25 gegen Leverkusen durch. Das Halbfinale wird am Samstag um 12 Uhr live im Free-TV auf Sport1 zu sehen sein.

Tore für die HSG: Kynast (7), Franz (6/2), Michalczik (5), Rajes (4), Rüffieux (3), Agwunedu (3)

Tore für Bad Wildungen: Scheib (8), Schnack (8/4), Ingenpass (7), Strujis (4), Smits (3), Spielvogel (2), Blase (1)