HSG überzeugt im Spitzenspiel gegen Neckarsulm

Einen wichtigen Erfolg im Kampf um die internationalen Startplätze hat die HSG Blomberg-Lippe am Freitagabend eingefahren. Mit einem unerwartet deutlichen Erfolg gegen einen der ärgsten Verfolger, die Neckarsulmer Sport-Union, festigte das Team aus der Nelkenstadt den dritten Tabellenplatz in der Handball Bundesliga Frauen eindrucksvoll. Im Spitzenspiel setzten sich die Lipperinnen klar mit 34:26 (18:13) durch.

Foto: HSG Blomberg-Lippe

Die Ausgangslage vor dem Duell des Tabellendritten aus Blomberg gegen den Tabellensechsten aus Neckarsulm ließ ein spannendes Spiel erwarten. Grade einmal drei Punkte trennten die beiden Mannschaften vor dem Duell. Zudem brannte das Team von NSU-Trainerin Tanja Logwin auf eine Revanche für die hauchdünne 30:29-Hinrunden-Niederlage in Blomberg. Auch HSG-Trainer Steffen Birkner erwartete daher ein „schwieriges Spiel auf Augenhöhe“. Doch seine Spielerinnen schienen einen anderen Plan zu haben. Von Beginn an drückten Laura Rüffieux, Nele Franz und Co. mächtig auf das Gaspedal und überrumpelten die Hausherrinnen komplett. Auf weiter Flur erzielte die blitzschnelle HSG-Linksaußen Ndidi Agwunedu nach fünf Minuten die 4:1-Führung für Blomberg-Lippe. Zu diesem Zeitpunkt hatte Logwin bereits reichlich Redebedarf und zog früh das erste Time-Out. Doch die Wirkung blieb zunächst aus. Gegen die starke HSG-Abwehr fanden die Neckarsulmerinnen nur selten ein Durchkommen, während die HSG in der Offensive nach zwölf Minuten erneut einen Fehlpass des Heimteams durch einen schnellen Tempogegenstoßtreffer von Lisa Rajes zum 9:4 bestrafte. Neckarsulm fand in der Folge jedoch besser in die Begegnung, legte die anfängliche Nervosität beim 1. TV-Spiel der Vereinsgeschichte nach und nach ab. Mit einer Umstellung auf eine offensive Deckung sorgte Neckarsulm schließlich für kurzzeitige Irritation im Spiel der HSG. NSU-Spielerin Chantal Wick verkürzte den Rückstand nach 20 Minuten auf 13:10. Mit ungeheurem Tempo hatten die Nelkenstädterinnen jedoch stets postwendend eine Antwort parat. Nur drei Minuten später baute die sichere Siebenmeterschützin Nele Franz den alten Vorsprung mit dem Treffer zum 16:10 sogar noch aus. 18:13 lautete schließlich der unerwartete, jedoch hochverdiente Pausenstand im Spitzenspiel der Handball Bundesliga Frauen.

Im zweiten Abschnitt überraschte Neckarsulm zu Beginn mit einer Manndeckung gegen die erneut stark aufspielende HSG-Spielmacherin Nele Franz. Doch auch diese taktische Maßnahme konnte die junge Mannschaft aus der Nelkenstadt an diesem Abend nicht aufhalten. Im Stile einer Spitzenmannschaft baute die HSG ihre Führung weiter aus. Als Kapitänin Rüffieux nach 56. Minuten einen 4:0-Lauf ihres Teams mit dem Treffer zum 34:23 vollendete, drohte Neckarsulm eine empfindliche Niederlage. Doch die Baden-Württembergerinnen rauften sich noch einmal an den Haaren und verkürzten bis zum Ende der Begegnung auf 34:26. Beste Werferin bei den Blombergerinnen war erneut Nele Franz, welche 9/5 Treffer erzielte.

„Ich bin mega mega stolz auf die Mannschaft“, zeigte sich Birkner nach Spielende hochzufrieden. „Wir haben ein sehr gutes Spiel gezeigt, im Angriff sowie in der Abwehr. Wir haben uns sehr eng an unseren Matchplan gehalten und über 60 Minuten sehr aktiv und fokussiert verteidigt, wodurch viele Ballgewinne zustande gekommen sind und womit wir es Neckarsulm sehr schwer gemacht haben, einfache Tore zu erzielen. Im Angriff haben wir gegen alle taktischen Variationen des Heimteams gute Lösungen gefunden, sind zu jedem Zeitpunkt ruhig geblieben und haben geduldig auf unsere Chancen gewartet. Die Art und Weise wie wir dieses Spiel gewonnen haben, macht mich glücklich. Da gibt es von meiner Seite fast nichts zu meckern!“, so Birkner weiter.

Durch den Sieg verteidigt die HSG weiter den dritten Tabellenrang, steht nun mit 38:12-Punkten nur noch einen Zähler hinter dem Tabellenzweiten, der SG BBM Bietigheim. Im Kampf um die internationalen Startplätze distanziert Blomberg-Lippe Neckarsulm durch den Erfolg im direkten Duell nun auf fünf Punkte. Weiter geht es für die HSG nach der Nationalmannschafts-Pause mit einem Heimspiel gegen die Wildcats aus Halle-Neustadt (25. April, 16 Uhr, live auf LZ.de/HSG), ehe am 28. April die ungeschlagenen Dortmunderinnen zu Gast in der Halle an der Ulmenallee sind. „Nun haben wir ein paar Tage Zeit die Füße auch mal hochzulegen und diesen Erfolg zu genießen, ehe wir den Fokus auf die bevorstehenden wichtigen Aufgaben richten“, gibt Birkner einen kurzen Ausblick.

Tore für die HSG: Franz (9/5), Kynast (6), Agwunedu (6), van Wingerden (4), Michalczik (3), Rüffieux (3), Rajes (2), Kordovská (1)

Tore für Neckarsulm: Hendrikse (7), Wick (5/2), Nieuwenweg (4), Kretzschmar (3), Kooij (3), Moser (1), Perez (1), Knippenborg (1)