Jahreshauptversammlung 2020 des VfL Lieme

Besonderer Applaus für die „60jährigen“

Die 1. Vorsitzende Mira Hanheide (3. von rechts) mit einigen geehrten Mitgliedern. Von links: Harm Vogt, Richard Schlingheider, Daniela Bartels, Bodo Lenniger und Stefanie Gasch.

Lemgo/Lieme. Die diesjährige Jahreshauptversammlung des VfL Lieme fand im Vereinslokal „Liemer Krug“statt. Nach dem Gedenken an verstorbene Mitglieder, gab es auch dieses Jahr besondere Jubiläen zu würdigen.

Leider konnte nur ein kleiner Kreis der zu ehrenden Mitglieder an der Versammlung teilnehmen um die großen Präsentkörbe und Urkunden persönlich in Empfang zu nehmen. Hanna Goldmann ist seit 25 Jahren im Verein. Seit 40 Jahren bereichern Harm Vogt, Stafanie Gasch, Daniela Bartels, Bernhard Hofemann, Stefan Hose und Daniel Holste das Vereinsleben. Mittlerweile 50 Jahre im Verein und immer noch aktiv, sind Brigitte Schnülle, Roswitha Hose und Gretel Steinkamp. Einen besonderen Applaus gab es für Helmut Kramp, Wolfgang Stork, Bodo Lenniger und Richard Schlinkheider. Halten sie doch seit nunmehr 60 Jahren, treu zu ihrem VfL Lieme.

Die 1. Vorsitzende des Vereins, Mira Hanheide, informierte die Versammlung mit einem kleinen Rückblick über Ereignisse und Aktivitäten des vergangenen Jahres. Im Rahmen des „Freizeitstättenentwicklungskonzept für Lemgo“ nahm der Vorstand an Infoveranstaltungen teil, in denen es um eine Verbesserung der Sport- und Freizeitstätten in Lieme ging. Die von der Stadtverwaltung bestellten Gutachter haben den Bau eines neuen Gebäudes empfohlen, das dann teilweise vom VfL und in anderen Bereichen von weiteren Liemer Vereinen genutzt werden könne.

Weiterhin wurde das Projekt Kunstrasen vorangetrieben und gleichzeitig an der Verbesserung der aktuellen Situation auf dem Sportplatz gearbeitet. Besonders die Erstellung der neuen Spieler- und Zuschauerhäuschen und die Kooperation mit Arminia Bielefeld sei hervorzuheben. Denn der VfL durfte 40 Stadionsitze in der SchücoArena abholen und in der „Begakampfbahn“ aufstellen. Das Betonwerk Lintel habe dafür großzügig den notwendigen Betonunterbau gesponsert. Ausdrücklich sprach sie, den bei der Montage aktiven Helfern, einen besonderen Dank aus. Das Arminias Präsident Hans Jürgen Laufer dem VfL dann persönlich einen fast dreistündigen Besuch abstattete um die neue Nutzungsstätte der Sitze in Augenschein zu nehmen und mit den Liemern zu plaudern, war natürlich ein besonderes Ereignis. Leider konnten die zu diesem Event geplanten Jugendspiele nicht stattfinden.

Solide Haushaltsführung

Dem Geschäftsführer Sebastian Stösser und der Hauptkassiererin Heike Brußmann wurde eine korrekte und solide Haushaltsführung bescheinigt. Dank der Unterstützung langjähriger aber auch neu hinzugewonnener Sponsoren konnte die Kassenlage stabil gehalten werden. Auch der VfL Lieme hat an den Kosten für die Unterhaltung und Nutzung der Sportanlagen schwer zu tragen, deshalb sei u. a. die Abschaffung der Hallennutzungsgebühr sehr erfreulich.

Die Jahresberichte der Sportabteilungen vielen sehr unterschiedlich aus. Die Turnabteilung konnte von stabilen Verhältnissen und einer erfreulich hohen Beteiligung bei den Übungsstunden berichten. Bedauerlich sei allerdings, dass für das Mutter-Vater-Kind-Turnen keine geeignete Übungsleiterin gefunden wurde, so dass trotz genügender Nachfrage hier kein Angebot gemacht werden konnte.

Obgleich sowohl die Volleyballer als auch das Badmintonteam nicht an Meisterschaften teilnehmen ist auch hier die Beteiligung sehr ansprechend.

Für die Tischtennisabteilung wurde von einem Jahr mit Licht und Schatten berichtet. Die 1. Mannschaft konnte nach dem letztjährigen Aufstieg die 1. Kreisklasse sportlich halten, musste dann aber trotzdem in die 2. Kreisklasse zurückgehen, weil Leistungsträger verletzungsbedingt lange Zeit ausfielen.

Da auch die 2. Mannschaft einmal mehr eine solide Saison spielt, sei es für beide Teams realistisch, die aktuelle Spielzeit auf Platz zwei zu beenden. Auch die Trainingsabende der Jugendabteilung werden gut besucht. Grundsätzlich seien aber die zur Verfügung stehenden Trainingszeiten unglücklich, weil die Liemer Turnhalle stets ausgebucht ist.

Erfreuliches
vom Damenfußball

Bei den Jahresberichten der Fußballabteilung gab es zunächst Erfreuliches vom Damenfußball. Erstmals in einer SG mit Bexterhagen, wurde die Spielzeit 18/19 auf dem dritten Platz beendet. In der aktuellen Spielzeit wird der Aufstieg angepeilt und mit der Herbstmeisterschaft wurde auch das erste Etappenziel erreicht. Der Einzug ins Halbfinale beim LZ-Cup wurde als weiteres Highlight gewertet, auch wenn man hier gegen den späteren Turniersieger verlor.

Geschäftsführer Sebastian Stösser informierte anschließend über die Situation der Jugend- und Herrenfußballer. Konnten man in den letzten Jahren beim Jugendfußball noch in allen Altersklassen mit einer Mannschaft antreten, so ist das in der aktuellen Spielzeit leider nicht der Fall. Das Lieme nicht den Zuschlag bei der Vergabe des Kunstrasenplatzes bekam, hatte sogar einige sofortige Abmeldungen zur Folge.
Die Spieler der F-Jugend lernen in der Fairplay Liga den respektvollen Umgang mit den Gegnern und übernehmen Eigenverantwortung für die Spielleitung.

Die E- Jugend erreichte in der letzten Spielzeit die Vizemeisterschaft und ist auch in der aktuellen Serie gut unterwegs. Auch der zweite Platz bei den Hallenmeisterschaften ist beachtlich. Die C-Jugend beendete die vergangene Kreisliga A-Saison auf dem 9. Platz. Eine D- Jugend konnte für die aktuelle Spielzeit nicht gemeldet werden.

Die Senioren spielen bekanntlich in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Hörstmar. Hier verbuchten die 2. und 3. Seniorenmannschaft in der abgelaufenen Saison ordentliche Plätze im Liga-Mittelfeld. Es wurde von einer außerordentlich guten Trainingsbeteiligung berichtet.
Von höchst erfreulichen und andererseits sehr ärgerlichen Ereignissen zeugt der Bericht über die erste Mannschaft. Als beste aller lippischen Fußballmannschaften wurde am Ende der Spielzeit der 5. Tabellenplatz in der Bezirksliga erreicht. Doch schon einige Spieltage vor dem Saisonfinale gab es eine kollektive Abmeldung des gesamten Teams. Ein Hauptgrund: Bei den Auswärtsspielen kamen unsere Spieler teilweise auf regelrechte Premiumsportanlagen. So wurde der Wunsch, ebenfalls unter deutlich besseren Bedingungen trainieren und spielen zu wollen immer stärker. Spätestens als klar wurde, dass Lieme 2019 /20 keinen Kunstrasenplatz erhalten sollte, haben sich das ehrgeizige Team und ihr Trainer entschieden, den Verein zu verlassen.

Dank der Arbeit beider Vereinsvorstände und engagierter Helfer konnten für die Spielzeit 19/20 ein neuer Trainer und neue Spieler verpflichtet und somit der Spielbetrieb mit 2 Seniorenmannschaften aufrechterhalten werden. Dass die schwierige Situation die Truppe noch enger zusammengeschweißt hat, beweise auch hier eine außerordentlich gut Trainingsbeteiligung. Absolut unverständlich sei aber die Tatsache, dass der SG Hör/Lie auch auf dem neu geschaffenen Kunstrasenplatz, für die Winterpause keine adäquaten Trainingszeiten eingeräumt wurden. Zudem war ein Ausweichen auf eine Detmolder Anlage, wie in den letzten Jahren, ebenfalls nicht möglich.

Kunstrasenprojekt wird
weiter verfolgt

Auch wenn der Weggang der ersten Mannschaft und die damit verbundene mediale Berichterstattung negative Auswirkungen auf die Arbeit für das Kunstrasenprojekt hatte, wird das Ziel, in den nächsten Jahren einen Kunstrasenplatz zu bekommen, weiterhin engagiert verfolgt.
Weitere Sponsoren und Werbepartner haben Ihre Unterstützung zugesagt. Projektleiter Benno Beermann berichtete aber auch von einem „wirklich schwierigen“ Jahr. Dass die Spieler aus genau den Gründen, an deren Verbesserung der Verein mit allen möglichen Mitteln arbeitet, gegangen sind, sei schon eine bittere Ironie. „Wir hoffen weiterhin darauf, dass die Verantwortlichen der Stadtverwaltung und im Stadtrat unsere Bemühungen und die Notwendigkeit einer weiteren Kunstrasen-Spielfläche in Lieme endlich erkennen und zeitnah handeln“, so Beermann.

Abschließend stellte die 1. Vorsitzende Mira Hanheide fest, dass der Verein sehr engagiert sei und somit für die Aufgaben der Zukunft gut gerüstet dastehe.