Der Biesterberg – Eine Erhebung mit wechselhafter Geschichte

Der Biesterberg, eine herrliche Naturlandschaft. Aber auch hier sind deutlich erkennbar die Schädigungen am Fichtenbestand.

Nachbarschaft Laubke-Pahnsiek informiert

Lemgo. Nach über einem halben Jahr startete in der vergangen Woche die Nachbarschaft Laubke-Pahnsiek wieder mit ihrer ersten Monatsversammlung. Referent des Abends war Georg Kramer, Mitglied im Beirat der unteren Naturschutzbehörde und aktiv im Verein Alt Lemgo. Sein Thema, der Biesterberg in Lemgo.
Gut sichtbar liegt er in Lemgos Süden, wechselhaft sein Bewuchs aber auch seine Geschichte. Früher war er lange Zeit fast ausschließlich eine reine Hudefläche, hier weidete das Vieh. Ende des 19. Jahrhunderts forstete die Stadt dann den nördlichen Teil des Biesterberges auf, südlich der Kuppe blieb aber die Hudefläche erhalten. In der Zeit des 1. Weltkrieges entstand eine Übungsgelände auf dem Berg. Ab 1936 diente die Fläche der in Lemgo stationieren Beobachtereinheit, in den Folgejahren wurden zwei Ballonhallen errichtet. Anfang der 30 er Jahre und nochmals im Jahr 1950 wurde auf dem Berg zudem Segelflug betrieben. Ab 1953 diente der Berg wieder als Übungsplatz; für die britischen Truppen. 1990 wurde das Übungsareal aufgegeben. Georg Kramer machte deutlich, dass damals dann der Naturschutz verstärkt in den Focus trat.
Heute ist der Biesterberg ein Naturschutzgebiet mit besonderer Bedeutung. Im Jahre 2000 wurden bei einer Untersuchung dort mehr als 600 Arten festgestellt, davon 50 Arten, die auf der „Roten Liste“ des Landes NRW enthalten sind. Durch das große Engagement der Lemgoer Staff-Stiftung, die etwas 20 ha Offenlandfläche erwarb wurde 2003 die Basis für die Unterschutzstellung geschaffen.
Der Biesterberg hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem der Orte naturnaher Erholung entwickelt. Ein Berg, der jeden Tag und bei jedem Wetter Menschen anzieht, die aber auch immer gleichzeitig den Schutz der Natur nicht aus dem Auge verlieren dürfen. Gerade Hundebesitzer sind gefordert, den wegen der vielen Wildtiere sind Hunde im Bereich des Naturschutzgebietes an der Leine zu führen. Abschließend ging Georg Kramer noch auf den derzeitigen Zustand der Fichten auf dem Biesterberg ein, die großflächig wie an anderen Standorten vom Borkenkäfer geschädigt und nicht mehr zu retten sind. Hier stelle sich die Frage der Folgebepflanzung.
Für den November ist ein Format „Im Gespräch mit…“ geplant. Zwei Mitglieder des Leitungsteams der Nachbarschaft werden sich dann mit den direkt gewählten Ratsmitgliedern des Wahlkreises Biesterberg und Laubke austauschen.