Lemgo: Wildbienenwand an der Streuobstwiese saniert

Zum Abschluss säubert Ernst Edler noch die Eingänge zu den Einfluglöchern, damit die Wildbienen problemlos in die Brutröhren gelangen um dort Pollen einzutragen und ihre Eier abzulegen.

Lemgo. Die in die Jahre gekommene Wildbienenwand in der Streuobstwiese des BUND Lemgo an der Straße Am Lindenhaus wurde jetzt von Grund auf erneuert. Dank einer Spende von Clara Guido, die zu ihrem Geburtstag statt Geschenke Geld für Natur- und Umweltschutzprojekte gesammelt hatte, konnten die Materialien finanziert werden. Übernommen hat die Arbeit Ernst Edler, der dabei genau darauf geachtet hat, dass die aktuellen Erkenntnisse zum Aufbau einer Wildbienenwand beachtet werden. Wildbienenexperten wie Dr. Paul Westrich und Manfred Radtke weisen seit Jahren darauf hin, dass die Mehrzahl der gut gemeinten Angebote nicht geeignet sind um den Wildbienen eine Nistmöglichkeit anzubieten. Die Südausrichtung der Wildbienenwand ist wichtig. Weichhölzer sind völlig ungeeignet weil die Brutröhren bei Feuchtigkeit aufquellen. Die Löcher werden quer zur Maserung gebohrt und in einer Größe von 3 bis 9 mm. Entsprechend der Empfehlung von Dr. Paul Westrich wurden alte, sogenannte Hohl-Strangfalzziegel beschafft, die anscheinend sehr gerne von Wildbienen angenommen werden. Aber gute Nistmöglichkeit allein reichen nicht aus. Im Umfeld muss es auch genügend heimische Blühpflanzen geben und die sind in der Streuobstwiese zahlreich vorhanden. Mit Hilfe der Wildbienen möchte der BUND Lemgo auch eine optimale Befruchtung der Obstblüten erreichen. Deren Leistung bei der Bestäubung wird oft unterschätzt. Der Experte Manfred Radtke vom BUND hat mit dem Titel „Gefährdete Wildbienen“ eine Broschüre herausgegeben die anschaulich aufzeigt welche Angebote für Wildbienen eher nicht geeignet und welche geeignet sind. Diese hat die Lemgoer BUND-Gruppe zum kostenfreien Download auf ihrer Internetseite