„Der letzte Bulle …“

Dienstschluss! – Andreas Kirsch wird mit seiner sympathischen Art sicherlich vielen Lemgoer Bürgern fehlen.

Hart aber herzlich! –

Lemgo hat mit Andreas Kirsch einen Freund und Helfer weniger. Einen, der zupacken konnte, aber auch ein offenes Ohr für die Leute hatte. Einen, der Streife fuhr oder auch ging, egal. Einen, der gern in seinem Revier unterwegs war, entweder in der Innenstadt oder im Lemgoer Westen. Einen, der mit richtig Spaß beim Verkehrsunterricht schon den kleinen Dötzen vor der Schule die Verkehrsregeln beibrachte, gern aber auch den erwachsenen Verkehrsrowdy rauszog. Oft mit gewissem Augenzwinkern und Charme, nie oberlehrerhaft. Wenn möglich konnte er auch mal fünfe gerade sein lassen. Es sei denn, ihm kam einer doof. Dann konnte er auch anders.

Seine Laufbahn bei der Polizei begann 1973 mit der Ausbildung. Die damaligen Werbeaussagen hatten ihn gereizt: Hubschrauber fliegen, riskante Verfolgungsjagden durchführen und mit dem Polizeiporsche über die Autobahn knallen. Obwohl in Lemgo geboren, kam er erst 1998 über die Stationen Bonn, Schloßholte, Duisburg (Schimmi lässt grüßen), Lage und Bad Salzuflen nach Lemgo.
Die Verbringung von Jugendlichen zum Wochenendarrest in die Zelle beim Amtsgericht gehörten mit zu seinen Aufgaben. Sein gelassener Charme kam ihm schon da zu Gute. Da wurde auf dem Abtransport in den Knast auf Wunsch auch noch mal vor einer Tanke kurz aufgestoppt, um dem Häftling für’s Wochenende ein paar Kippen zu besorgen. Es wurde sich aber auch schon mal um 4 Wochen mit dem Zeitpunkt zur Haftdurchführung vertan, viel zu früh – shit happens.

Es hat ihm immer Spaß gemacht und er würde heute alles noch mal ganz genauso machen. Als richtig tolle Zeit bezeichnet er die letzten 10 Jahre, wo er mit seinem Kollegen Joachim Bergemann wie ein richtiges Pärchen in der Lemgoer Stadtwache Dienst gemacht hat.
Andreas Kirsch beendet seine Laufbahn in diesen Tagen. Nicht ohne noch schnell seine Freundin, mit der er seit 13 Jahren zusammen ist, zu heiraten. Gratulation! Jetzt hat er die Pistole abgegeben und schon mal die Uniform an den Haken gehängt.

Mach’s gut, alter Bulle!