Sponsoren und Organisatoren freuen sich auf die Eröffnung der Lemgoer Eiswelt am morgigen Freitag, 15. November. Geöffnet ist die Eisbahn bis zum 18. Januar 2020.

Lemgoer Eiswelt öffnet am Freitag, 15. November – Laufvergnügen auf 700 Quadratmeter Eisfläche –

Eigentlich war es mehr oder weniger der Zufall – oder entstanden aus einer fixen Idee: aus seiner früheren Tätigkeit in Bad Salzuflen brachte vor zwanzig Jahren der damals neue Geschäftsführer von Lemgo Marketing die Idee mit, ähnlich dem „Salzufler Weihnachtstraum“ eine Veranstaltung in Lemgo ins Leben zu rufen. In Gesprächen wurde aber schnell klar, dass in Lemgo der Kläschenmarkt absolute Tradition hat und eine weitere Veranstaltung daneben keine Chance finden würde. So einfach war Wolfgang Jäger aber nicht abzuschütteln, eine neue Idee musste her. Und das war die Eisfläche in der Stadt, inmitten der Gastronomie, inmitten von einladenden Geschäften. Die Eiswelt war geboren.


Eine Fläche nicht nur für das sportliche Vergnügen, sondern gleichzeitig auch ein Hotspot zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts. Geschäftsleute profitieren zur Prime–Time von mehr Kundschaft, Restaurants spüren merklich mehr Besucher vor oder nach dem sportlichen Vergnügen. Kinder und Jugendliche verdrängen das Gefühl, für sie würde nichts getan und in ihrer Stadt sei ja nichts los.


In den ersten Jahren noch per bescheidener Holzfläche auf 450 qm mit nur wenig Equipment rundherum ist im Laufe der fünfzehn Jahre die attraktivste Eislaufbahn im weiteren Umkreis entstanden. Natürlich hat auch nicht alles auf Anhieb optimal geklappt, man hat auch Fehler gemacht, aber auch daraus gelernt. Nach den Anfangsjahren wurde die Eisfläche auf die maximale Größe von 40 Meter Länge mal 17,50 Meter Breite gebracht, also 700 Quadratmeter Fläche. Für Geselligkeit ist auch gesorgt, angrenzende Hütten bieten Raum u.a. für den Schlittschuhverleih und das gemütliche Kufenstadl. Das zahlt sich aus: knapp 400 Gruppen sorgen dafür, dass das abendliche Eisstockschießen nahezu schnell ausgebucht ist, 177 Schulklassen bringen schon morgens Geld in die Kasse und lassen gut kalkulieren, dazwischen jede Menge spontaner Schlittschuhläufer.

Qualität ist Olympiareif

Auf die Qualität vom Eis angesprochen spricht Wolfgang Jäger stolz von Olympiaqualtiät. Hochgestochen könnte man meinen, man irrt aber. Dazugelernt hat er eben. Mittlerweile wurde stetig in aufwändige Technik investiert, nun wird das Wasser zur Eiserzeugung vorgewärmt und erst dann aufgebracht. Eine äußerst glatte und gleichmäßige Fläche ist das Ziel. Zunächst erstmal wird, wie in den letzten Tagen, mit enormen Energieaufwand, aber diesmal glücklicherweise passender Witterung eine 8 cm dicke Eisschicht geschaffen und dann mit schwerem Gerät die eisige Fläche unter Druck geknackt. Um dann mit dem 65 Grad heißem Wasser benetzt, bearbeitet und so geglättet zu werden. Äußerst aufmerksame Mitarbeiter haben ständig Technik und Kreislauf im Auge.
Der Etat ist mittlerweile auf 200 Tsd. Euro angewachsen. Einen Großteil davon verschlingt die laufende Technik, der Stromverbrauch, obwohl begünstigt durch die Stadtwerke, stieg von anfangs 30.000 kw/h auf aktuell 110.000 kw/h pro Saison. Da kann Jäger schon mal sauer werden, wenn nach wenigen Tagen Anlaufzeit und gerade mal einigen Zentimetern Eisschicht durch hohe Temperaturen, Wind und schlimmstenfalls Regen alles wieder weggetaut und die ersten 15.000 kw/h Strom nutzlos dahin sind. Alles schon gehabt vor ein paar Jahren.
Aber man hat auch da dazu gelernt. Inzwischen wird die Fläche von unten her optimal isoliert. Auf den Holzboden wird nun zunächst eine Isolierung aufgebracht, es folgt eine Folie, darüber die Kühlschläuche (gigantische 40.000 Meter lang) und abschließend ein Gittervenyl knapp unter der Oberfläche. So entsteht eine stabile und belastbare Fläche.
Eine wirtschaftliche Pleite hat es in den ganzen Jahren noch nicht gegeben. Es lief bisher von der berüchtigten schwarzen Null hin bis zu Überschüssen. Der Etat konnte immer rund zur Hälfte durch freundliche Unterstützung vieler Sponsoren gestemmt werden und den Rest bringen dann die Besucher mit.