Berufsförderzentrum Lemgo: Richtfest ohne Gäste

Richtfest im kleinen Kreis: Andrea Berger (Projektleiterin Kreis Lippe, vorne links) und Manuela Kupsch (Leiterin Eigenbetrieb Schulen, rechts) haben den Richtspruch entgegen genommen.

Lemgo. Auf dem Innovation Campus Lemgo geht es in großen Schritten in Richtung „gelebte Inklusion“. Eigentlich sollte der Abschluss der Rohbauphase des Berufsförderzentrums mit einem angemessenen Richtfest gefeiert werden, aber die aktuelle Corona-Lage ließ dies nicht zu. Schon der Grundstein für das Gebäude konnte Ende Oktober vergangenen Jahres nicht im großen Kreis gelegt werden. Nun hofft Landrat Dr. Axel Lehmann, dass es beim Einzug des Gebäudes Anfang 2022 ein fröhliches Fest mit allen Beteiligten, insbesondere den Schülern und Nachbarn geben wird. Schließlich zeichnet sich das Berufsförderzentrum nicht nur durch die besondere Lage auf dem Innovation Campus in Lemgo, sondern auch durch eine besondere Nutzung aus. Drei verschiedene Nutzergruppen – die Astrid-Lindgren-Schule, das Lüttfeld-Berufskolleg und die allgemein zugängliche Mensa – werden es mit Leben füllen. Manuela Kupsch, die Leiterin des Eigenbetriebs Schulen, blickt auf die schulische Nutzung: „Es wird zwei Lernreviere geben – eins davon wird die Berufspraxisstufe der Astrid-Lindgren-Schule mit vier Klassen beziehen, das andere nutzt das Lüttfeld-Berufskolleg mit zwei Klassen. Bei beiden werden die Klassenzimmer und deren Nebenräume um einen Marktplatz gruppiert. Dort können sich die Schüler klassenübergreifend zum Lernen und Kommunizieren treffen oder sich einfach auch mal nur zurückziehen. Es wird Fachräume für den Bereich Hauswirtschaft und für die Werkbereiche Holz und Montage geben. Für ein Sportangebot steht ein Bewegungsraum zur Verfügung. Eine Mensa, die im Erdgeschoss entsteht und für alle Nutzer des Campus-Geländes zugänglich ist, ergänzt das Angebot.“
Im Gebäude mit Passivhausstandard bietet die Raumsituation eine multifunktionale Nutzung für neue pädagogische Konzepte. Neu für den Kreis Lippe ist auch, dass zwei völlig unterschiedliche Schulen, das Lüttfeld-Berufskolleg und die Astrid-Lindgren-Schule (Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung), sich künftig Räumlichkeiten teilen und deren Schüler somit täglich aufeinandertreffen. Die Lehrkräfte der beiden Schulen haben ein gemeinsames Lehrerzimmer – so sorgt schon die tägliche gemeinsame Kaffeepause auf dieser Ebene für einen regelmäßigen Austausch.
Es wird ein Musterstück gelebter Inklusion im Kreisgebiet werden. Dr. Lehmann ergänzt: „Menschen, die sich auf dem Innovation Campus begegnen, haben das gleiche Ziel – Bildung. Dennoch bringen sie die unterschiedlichsten Voraussetzungen wie Herkunft, Bildungsstand, Familiensituation, Krankheiten oder Einschränkungen mit. Diese Vielfalt begrüßen wir als Chance.“