Eben-Ezer nimmt erste Flüchtlinge auf

Alona (rechts) und ihre Schwester Oleksandra sind zusammen mit ihrer Mutter im Haus Hohensonne angekommen. Alona feiert ihren 12. Geburtstag mit Geschenken und einer Geburtstagstorte

Lemgo. Vor den Bomben in der Ukraine fliehen nicht nur Frauen und Kinder, sondern auch Menschen mit Behinderungen. Mindestens 1000 sind bereits in Polen angekommen. Der Wuppertaler Landtagsabgeordnete Josef Neumann (SPD) hat dazu aufgerufen, diese auch nach Deutschland zu holen. Eine erste Gruppe von 130 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen soll diese Woche in die Einrichtung der von Bodelschwinghschen Stiftungen in Bethel (Bielefeld) geholt werden.
Auch in der Stiftung Eben-Ezer, die seit Anfang des Jahres zu Bethel gehört, ist man bereit für die Aufnahme von Menschen mit Behinderungen und deren Begleitpersonen. Bereits am Montag vergangener Woche konnte eine Familie mit drei Kindern, von denen eines eine Beeinträchtigung hat, im Haus Hohensonne auf dem Gelände von Neu Eben-Ezer einquartiert werden. Im barrierefreien Haus sind mittlerweile weitere Familien mit behinderten Kindern angekommen, „die nach den schweren Erfahrungen gerade versuchen, dort ein wenig heimisch zu werden“, so Ralf Küssner, der zum Krisenstab gehört und die Aufnahme der Flüchtlinge in Eben-Ezer koordiniert. Die Stiftung beherbergt jetzt zwölf Personen. Neben der bereits erwähnten Familie handelt es sich dabei um eine Mutter mit zwei Töchtern, einen Mann mit seiner Mutter und eine Mutter mit Sohn. Täglich wird mit Neuankömmlingen gerechnet. Insgesamt hat die Stiftung Eben-Ezer zur Zeit 35 Plätze für Familien oder Teilfamilien von Menschen mit Behinderungen vorbereitet. Die Familien gestalten ihren Alltag weitgehend eigenständig und werden bei Besuchen von Ämtern und Einkaufsmöglichkeiten sowie bei der ersten Orientierung unter anderem von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit viel Herzblut unterstützt. „Die Hilfsbereitschaft ist sehr groß, und die Kinder gewinnen langsam ihr Lachen zurück. Wenn wir dazu beitragen können, freut uns das sehr“, sagt Ralf Küssner.