Jugendfeuerwehr Lemgo feiert 50. Geburtstag

Die Gründungsmitglieder der Jugendfeuerwehr v.l.: Klaus Wegener, Frank Gröne, Stephan Helms, Martin Zahn und Dietmar Burre zusammen mit Bürgermeister Markus Baier.

Lemgo. In ihrem 153. Jahr hat die Freiwillige Feuerwehr Lemgo guten Grund zum Feiern. Den feierlichen Ehrungen langjähriger Kameraden ging nämlich die Würdigung eines besonderen Jubiläums voraus: Die Jugendfeuerwehr der Wehr der Hansestadt feiert dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Deswegen gab es erstmals nicht nur besondere Ehrenabzeichen, sondern auch einen Geburtstagskuchen für die Nachwuchskräfte.
Bürgermeister Markus Baier beglückwünschte die Jugendfeuerwehr und dankte allen Kameradinnen und Kameraden der Wehr: „Sie haben eine besondere Hingabe und Freude am Geben. Sie geben Ihre Zeit, Engagement und Mut für Ihre Mitmenschen, und das nicht nur in Notsituationen. Nur ein Beispiel: Mit der Reinigung der Stolpersteine trägt die Jugendfeuerwehr jedes Jahr zur Erinnerungskultur in unserer Stadt bei.“
Die Angriffe der Silvesternacht auf Rettungskräfte verurteilte Markus Baier aufs Schärfste: „Alles, was Sie tun, hat einen enormen gesellschaftlichen Wert und verdient höchste Achtung, anders als wir es über den Jahreswechsel in Berlin und anderen Städten gesehen haben.“ Der Bürgermeister forderte, zu zeigen, dass sich ehrenamtliches Engagement lohnt und die gebührende gesellschaftliche Anerkennung findet.
Geburtstagsglückwünsche gab es auch vom stellvertretenden Kreisbrandmeister Mathias Sprenger und der Kreisjugendfeuerwehrwartin Heike Lalk. Heike Lalk erinnerte daran, dass im Geburtsjahr der Jugendfeuerwehr passenderweise auch der Notruf 110/112 eingeführt wurde. Die Kreisjugendfeuerwehrwartin beschrieb einige der Errungenschaften aus der fünfzigjährigen Geschichte der Jugendfeuerwehr und dankte den vielen Beteiligten, die das Entstehen und Fortbestehen der Truppe möglich machen, denn eine Jugendfeuerwehr ist der wichtigste Faktor für den Nachwuchs der Rettungskräfte und damit unverzichtbar.

Jugendfeuerwehr auch mehrfach ausgezeichnet

Die Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Lemgo mit einigen der Gründungsmitglieder.

Als Hauptverantwortlicher für die Jugendfeuerwehr blickte Stadtjugendfeuerwehrwart Christian Heidemann auf die Geschichte der Jugendgruppe zurück. Schon vor dem offiziellen Start 1973 hatte es erste Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche gegeben. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelten sich dann Traditionen, wie der gute Austausch mit den Feuerwehren in Lemgos Partnerstädten, gemeinsame Zeltlager, Freizeiten, Müllsammel- und Reinigungsaktionen. Vier Mal richtete die Jugendfeuerwehr auch das Zeltlager der lippischen Jugendfeuerwehren aus.
Für ihren Einsatz und ihre guten Ideen wurde die Jugendfeuerwehr auch mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Sternheimpreis der Stadt Lemgo, der Umweltschutzpreis des Kreises Lippe und Jugendfeuerwehr-Sicherheitspreis der Unfallkasse NRW. Dass bei allem aber stets der Spaß, Teamgeist und das Feuerwehrwesen im Mittelpunkt stehen, betonte Christian Heidemann auch. In Richtung der anwesenden Jugendlichen ermunterte er: „Danke, dass ihr dabei seid. Denn denkt daran, ohne euch wird’s brenzlig.“

60 Prozent der aktiven Mitglieder kommen aus der Jugendfeuerwehr

Bürgermeister Markus Baier und Stadtjugendfeuerwehrwart Christian Heidemann schneiden den Kuchen zum 50-jährigen Jubiläum der Jugendfeuerwehr Lemgo an.

Klaus Wegener, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr und selbst Gründungsmitglied der Jugendfeuerwehr, stellte heraus, wie wichtig die Jugendfeuerwehr für die Zukunft der Wehr ist: „60 Prozent unserer 220 aktiven Mitglieder kommen aus der Jugendfeuerwehr.“ Er wünschte den Jugendlichen eine lange Karriere in und Verbundenheit zur Wehr. In Richtung Politik und Verwaltung richtete er aufmunternde Worte, die Unterstützung für die Jugendfeuerwehr und Feuerwehr aufrecht zu erhalten, und sprach den Familien, Freunden und Arbeitgebern der Wehrangehörigen einen großen Dank aus, da das Ehrenamt Feuerwehr ohne Unterstützung und Verständnis von vielen Seiten nicht möglich ist.
Geehrt wurden die Gründungsmitglieder der Jugendfeuerwehr, die ihr 1973 auf die Beine geholfen haben: Dietmar Burre (Löschgruppe Hörstmar), Martin Zahn, Stephan Helms, Klaus Wegener (alle Löschzug Lemgo) sowie Frank Gröne und Wolfgang Pohlmann (beide Löschzug Lemgo/Ehrenabteilung) erhielten die Auszeichnungen für 50jährige Mitgliedschaft von Stadt bzw. Land. Die Verleihung des Feuerwehr-Ehrenzeichens in Gold mit Goldkranz des Landes NRW für die 50jährige aktive Mitgliedschaft für die vier aktiven Mitglieder der Wehr wurde in der Lemgoer Wehr damit zum ersten Mal verliehen.
Weitere Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr erhielten acht Mitglieder der Wehr. Jana Berendsmeier (Löschgruppe Hörstmar), Franziska Maritschnigg (Löschgruppe Kirchheide), Frank Adolf und Christian Adolf (beide Löschgruppe Brake) sind der Wehr seit 25 Jahren treu, Ulrich Scheer (Löschgruppe Lieme) und Lars-Uwe Brede (Löschzug Lemgo) seit 35 Jahren, Richard Lietzau seit 50 Jahren und Heinz Gröne seit 70 Jahren (beide Löschzug Lemgo/Ehrenabteilung).
Vier Kräfte wurden aus dem aktiven Einsatzdienst verabschiedet. Dazu gehörte neben Thomas Bergmann vom Löschzug Lemgo, Hans Riekewald von der Löschgruppe Lieme und Roger Teichmann von der Löschgruppe Kirchheide auch Michael Becker aus der Verwaltung der Feuerwehr. Alle vier gehören künftig der Ehrenabteilung der Wehr an.
Geehrt wurden auch mehrere Mitglieder der Feuerwehr für besondere Verdienste in ihrem Ehrenamt. Ob in der Fahrzeug- und Gerätepflege, als Kassierer, als Jugendwart oder einfach durch ständigen Einsatz über das übliche Maß hinaus, sieben Feuerwehrkameraden erhielten eine Auszeichnung der Alten Hansestadt Lemgo in Silber oder Gold für ihre herausragenden Verdienste über viele Jahre hinweg. Zu den Geehrten zählen Patrick Dubbert und Marcel Kicinski von der Löschgruppe Wahmbeck, Kai Brakemeier von der Löschgruppe Voßheide, Sascha Herde vom Löschzug Lemgo, Matthias Noltekuhlmann von der Löschgruppe Lieme sowie Roger Teichmann und Urs Brede von der Löschgruppe Kirchheide.