Lippe: Arbeitslosenzahl bleibt unter der 10.000er Marke

Lippe. Auch im Januar bleibt die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Lippe unter der 10.000er Marke. Der Anstieg im Vergleich zum Vormonat spiegelt die saisonal-typischen Schwankungen am Arbeitsmarkt in der kalten Jahreszeit wider, in der viele Betriebe ihre Mitarbeiter witterungsbedingt freisetzen. „Erst mit der Frühjahrsbelebung ab März, April kann erfahrungsgemäß mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen gerechnet werden“, sagt Barbara Schäfer, Leiterin der Agentur für Arbeit Detmold. „Erfreulich ist, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Januar gesunken ist. “Im Vergleich zum Vorjahr sind es 547 Personen weniger. „Das ist eine positive Entwicklung, die uns bestärkt, dass individuelle Beratung, Förderung und Weiterbildung geeignete Werkzeuge sind, um den Herausforderungen am Arbeitsmarkt zu begegnen und Menschen und Arbeit zusammenzubringen“, so Schäfer.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Lippe im Januar 2022 gestiegen. Insgesamt waren 9.655 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 420 Personen oder 4,5 Prozent mehr. Im Vergleich zum Januar des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 2.192 Personen beziehungsweise 18,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im Januar 2022 5,2 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,4 Prozent (minus 1,2 Prozentpunkte).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 3.093 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat erhöht um 376 Personen beziehungsweise 13,8 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um minus 1.418 Personen oder minus 31,4 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II

In der Grundsicherung sind 44 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 774 weniger als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies plus 0,7 Prozent zum Vormonat beziehungsweise minus 10,6 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 6.562 Personen und damit 68,0 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.

Jugendarbeitslosigkeit

912 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Lippe unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 101 weniger und im gleichen Monat des Vorjahres 237 mehr arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf plus 12,5 Prozent zum vorherigen Monat beziehungsweise minus 20,6 Prozent im Vorjahresvergleich.

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen (plus 133 Personen oder plus 4,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 599 Arbeitslose weniger (minus 15,0 Prozent). Insgesamt sind 3.382 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Lippe betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Lippe im Berichtsmonat gesunken. 4.636 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 91,0 Prozent (4.221 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonats sind dies 13 Langzeitarbeitslose weniger. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 547 Personen.

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 606 Stellen gemeldet (minus 31 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 3.083 offene Stellen, 4 mehr als im Vormonat und 997 mehr als im Vorjahresmonat.

Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe

Die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe ist im Januar 2022 erneut gestiegen. Aktuell sind 58.907 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Personen, die im Januar neu arbeitslos gemeldet wurden, ist im Verhältnis zum Vorjahresmonat um 1.816 Personen gesunken. Im Januar 2022 sind 11.043 neue Arbeitslosmeldungen bei den Arbeitsagenturen in Ostwestfalen-Lippe erfolgt.
Ein Anstieg des Bestandes an arbeitslosen Personen ist im Januar eines Jahres saisonüblich und fällt in diesem Jahr mit plus 4,0 Prozent geringer aus, als zu erwarten gewesen wäre. So stieg in den vergangenen fünf Jahren die Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar durchschnittlich um 6,6 Prozent. Der Bestand an Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe ist in diesem Monat der niedrigste Wert der letzten fünf Jahre.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist seit Beginn der Pandemie stark angestiegen und beträgt aktuell 26.317. Das sind 4.772 Menschen oder 22,1 Prozent mehr als im Januar 2020. Im vergangenen Jahr war ein leichtes Abschmelzen der Langzeitarbeitslosen zu beobachten. So ist die Zahl der Menschen, die länger als ein Jahr auf Arbeitssuche sind, aktuell 1.049 Menschen oder 3,8 Prozent niedriger als im Januar 2021. Da der Rückgang aber deutlich schwächer verläuft als bei der Arbeitslosigkeit insgesamt, steigt der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen tendenziell an und liegt aktuell bei 44,7 Prozent (Januar 2021: 39,3 Prozent, Januar 2020: 34,4 Prozent).
Die Entwicklung der offenen Stellen, welche durch die Jobcenter und Arbeitsagenturen angeboten werden können, verläuft weiterhin sehr erfreulich. Im Januar 2022 wurden durch die Arbeitgeber in OWL 4.311 freie Stellen neu gemeldet. Dies entspricht einem Plus zum Vorjahr von 1.035 Stellen oder 31,6 Prozent. Auch der Bestand an freien Stellen stieg weiter an und liegt mit aktuell 25.614 Stellen deutlich über dem Wert des Vorjahres und sogar 41,6 Prozent über dem Niveau des Januar 2020, dem Vergleichsmonat aus den Vorjahren, welcher noch nicht unter dem Einfluss der Pandemie stand.
Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (4,5 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,0 Prozent), Detmold (5,2 Prozent) und Bielefeld (5,8 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent (Vormonat 5,0 Prozent, Vorjahr 6,1 Prozent).