Lippe: Verleihung des „Heimat-Preises“ 2020

Verleihung auf der Spielfläche der Phoenix Contact Arena (v.li): Florian Schalofsky (Platz 2), Landrat Lehmann, Olaf Henning (Platz 1), Ilsemarie Büscher (Platz 3) und Günther Wiemann (Sonderpreis).

Kreis vergibt 10.000 Euro an Projekte zum Thema „Heimat für Jung und Alt“

Landrat Dr. Axel Lehmann hat in der öffentlichen Sitzung des Kreistages erneut den „Heimat-Preis“ NRW an drei Preisträger verliehen. „Ich freue mich sehr, dass wir in diesem Jahr drei Projekte zum Thema „Generationen-Projekt ‚Dorf‘ – Heimat für Jung und Alt“, würdigen. Die Generationen im Dorf zu verbinden und einen attraktiven Lebensraum für Jung und Alt zu schaffen ist mir ein besonderes Anliegen und dies funktioniert nur mit Ihrem Engagement vor Ort“, hob Landrat Lehmann in seiner Einleitung hervor.
Mit dem „Heimat-Preis“ möchte die Landesregierung Initiativen und Projekte fördern, die regionale und lokale Identität und Gemeinschaft stärken. Hierfür hat der Kreis Lippe 10.000 Euro erhalten. In drei Preisabstufungen wurden nun die Gewinner ausgezeichnet. Den ersten Platz erreichte der Bürgertreff Waddenhausen e.V. und gewann 5.000 Euro, den zweiten Platz belegte der Verein Freibad Alverdissen, diese freuten sich über 3.000 Euro. Platz drei mit 2.000 Euro Prämie ging an den Kükenbrucher Dorfverein.
Der Bürgertreff Waddenhausen e.V. erhielt den ersten Preis für das Projekt „Dorferneuerung“. 2015 fand sich ein neues Vorstandsteam zusammen und reaktivierte sämtliche sozialen ehrenamtlichen Tätigkeiten. Eine erste Maßnahme konnte 2016 umgesetzt werden, das Waddenhauser Ehrenmal wurde zum Dorfplatz umgebaut. Eine Boulebahn sowie ein Grillplatz mit Pavillon laden seither Jung und Alt zum Verweilen ein. 2017 konnte der Bürgertreff dann die Trauerhalle auf dem Friedhof von der Stadt Lage übernehmen und verhinderte damit deren Abriss. 2019 wurden die umfangreichen Sanierungsarbeiten fertiggestellt. Die Trauerhalle dient zukünftig Konzertreihen sowie Filmvorführungen oder Public-Viewing Veranstaltungen. Des Weiteren hat der Verein in den letzten Jahren die Räumlichkeiten des Bürgertreffs renoviert, dort finden regelmäßig verschiedene Veranstaltungen und Fortbildungen statt.
Der Verein Freibad Alverdissen wurde für das Projekt „Freibadkiosk-Dorftreff Batze“ mit dem zweiten Platz gewürdigt. Seit vielen Jahren engagiert sich der Verein für die Stärkung und den Erhalt des Freibades in Alverdissen. Seit 2017 fungiert der Verein als Träger und Betreiber des Freibades. Der wesentliche Erfolg ist der Betrieb des angeschlossenen Kiosks durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Ohne die Einnahmen aus diesem Bereich wäre der Betrieb des Freibades wirtschaftlich unmöglich. Der Kiosk ist zu einem gemeinsamen Dorfprojekt gereift, alle ansässigen Vereine bringen sich in den Betrieb mit ein. Der Kiosk öffnet täglich, da dieser auch als Endstation für die Draisinen-Fahrer eine Anlaufstelle darstellt. Die Draisinen sind ein wichtiger Bestandteil der Tourismusförderung der Gemeinde Extertal und auch der Stadt Barntrup. Das Dorfprojekt verbindet verschiedene Gruppen des Dorfes, ebenso alle Generationen. Mit dem Preisgeld sollen Modernisierungsarbeiten und Instandhaltungsmaßnahmen finanziert werden.
Der Kükenbrucher Dorfverein erhielt den „Heimat-Preis“ für die Gestaltung des Dorfmittelpunktes. Mit dem dritten Platz wird in erster Linie die Ideenwerkstatt ausgezeichnet, bei der alle Generationen die Gestaltung des Dorfmittelpunktes mitentwickelten. Der bereits entstandene Erlebnisraum „Am Laßbach“ wurde mit einem Insektenhotel verschönert. Weiterhin ist eine Blumenwiese, eine Naschhecke, eine Slackline, überdachte Sitzmöglichkeiten sowie eine Boulebahn und eine Infotafel am Wasserspielplatz geplant. Der Dorfverein kümmert sich außerdem um die Pflege zweier Wanderwege. Generationsübergreifend finden verschiedene Veranstaltungen und Aktionen statt, an denen sich das ganze Dorf beteiligt.
Abschließend überreichte Landrat Dr. Axel Lehmann einen Sonderpreis zum „Heimat-Preis“. „Der Dorfverein Eschenbruch hat mich mit seinem außergewöhnlichen Mut überzeugt. Ein solches Vorzeigeprojekt möchte ich gern mit 1.000 Euro aus meinen Verfügungsmitteln würdigen“, so Landrat Lehmann zum Hintergrund des Sonderpreises. Die Akteure der Dorfgemeinschaft haben mit Eigenkapital und in Eigenleistung eine „Schrottimmobilie“ in Eschenbruch gekauft, abgerissen, das Grundstück hergerichtet und gepflegt, um es dann als Baugrundstück verkaufen zu können. Mit dem Verkauf des Grundstückes konnte ein Gewinn erzielt werden, welcher in die Sanierung der Toilettenanlage auf dem Spiel- und Grillplatz fließen soll – ein weiteres Projekt für die Dorfgemeinschaft.