Lippe. Der Arbeitsmarkt im Kreis Lippe präsentiert sich saisontypisch. Im Mai ist die Zahl der Arbeitslosen erneut gesunken, genauer gesagt um 202 Personen. Die positive Entwicklung setzt sich demnach fort. Aktuell sind 8.873 Personen im Kreis Lippe arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Mai 2021 weist die Arbeitslosenzahl 2.098 Personen weniger aus. Zudem ist die Nachfrage nach Arbeitskräften sehr groß. 498 Arbeitsstellen sind im Mai hinzugekommen, insgesamt sind im Bestand 3.440 Arbeitsstellen zu verbuchen.
„Die Corona-Krise und ihre Folgen scheinen keine maßgeblichen Faktoren mehr für die Entwicklungen am hiesigen Arbeitsmarkt zu sein“, sagt Heinz Thiele, Leiter der Detmolder Agentur für Arbeit. „Es bleibt abzuwarten, wie sich die Folgen der wirtschaftlichen Sanktionen in Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg sowie Material- bzw. Lieferengpässe auf den Arbeitsmarkt auswirken werden, der sich aktuell sehr stabil zeigt. Die Kurzarbeit bleibt weiterhin ein stabilisierender Faktor, wenn auch auf einem deutlich niedrigeren Niveau als in der Hochphase der Corona-Pandemie. Die größten Herausforderungen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt der nächsten Jahre bleiben aber die demographische Entwicklung und der damit verbundene Fachkräftebedarf sowie der Strukturwandel. Aus diesem Grund sind Ausbildung und Qualifizierung von Arbeitslosen und Beschäftigten das Gebot der Stunde.“

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Lippe im Mai 2022 gesunken. Insgesamt waren 8.873 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 202 Personen oder 2,2 Prozent weniger. Im Vergleich zum Mai des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 2.098 Personen bzw. 19,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im Mai 2022 4,8 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 5,9 Prozent (minus 1,1 Prozentpunkte).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 2.675 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um minus 162 Personen bzw. minus 5,7 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um minus 787 Personen oder minus 22,7 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II

In der Grundsicherung sind 40 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 1.311 weniger als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies minus 0,6 Prozent zum Vormonat bzw. minus 17,5 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 6.198 Personen und damit 69,9 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.

Jugendarbeitslosigkeit

832 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Lippe unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 49 mehr und im gleichen Monat des Vorjahres 248 mehr arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf minus 5,6 Prozent zum vorherigen Monat bzw. minus 23,0 Prozent im Vorjahresvergleich.

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gesunken (minus 69 Personen oder minus 2,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 638 Arbeitslose weniger (minus 17,4 Prozent). Insgesamt sind 3.029 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Lippe betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Lippe im Berichtsmonat gesunken. 4.309 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 90,8 Prozent (3.913 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 41 Langzeitarbeitslose weniger. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um minus 952 Personen.

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 498 Stellen gemeldet (minus 60 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 3.440 offene Stellen, 73 mehr als im Vormonat und 787 mehr als im Vorjahresmonat.

Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober vergangenen Jahres meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Detmold, der deckungsgleich mit dem Kreis Lippe ist, 2.384 Bewerber für Berufsausbildungsstellen. Das waren 3,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 2.040 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Plus von 11,5 Prozent. Ende Mai waren 784 Bewerber noch unversorgt und 882 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es weniger unversorgte Bewerber für Berufsausbildungsstellen (minus 21,2 Prozent). Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen ist gestiegen (plus 14,5 Prozent).

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE

Die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe ist im Mai 2022 weiter gesunken. Aktuell sind 55.704 Personen arbeitslos gemeldet. Die Meldungen von Personen, welche im aktuellen Berichtsmonat neu arbeitslos geworden sind, fällt mit 9.484 Personen im Vergleich zum Vorjahresmonat um minus 11 geringer aus.
Ein Rückgang des Bestandes an Arbeitslosen von April auf Mai ist saisonüblich, fällt in diesem Jahr mit minus 0,9 Prozent jedoch geringer aus, als dies vor der Pandemie üblich war (2015 bis 2019 durchschnittlich minus 1,8 Prozent; 2020 plus 4,8 Prozent; 2021 minus 3,0 Prozent). Der Bestand an arbeitslosen Personen erreicht in diesem Berichtsmonat den niedrigsten Wert der letzten sieben Jahre und fällt um minus 1.977 Personen (minus 3,4 Prozent) geringer aus als im Mai 2019 mit dem zweitniedrigsten Wert im selben Zeitraum.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist seit Beginn der Pandemie stark angestiegen und beträgt aktuell 25.049. Das sind 2.019 Menschen oder 8,8 Prozent mehr als im Mai 2020. Seit April letzten Jahres ist ein kontinuierliches Abschmelzen der Langzeitarbeitslosen zu beobachten. So ist die Zahl der Menschen, die länger als ein Jahr auf Arbeitssuche sind aktuell minus 3.411 Menschen oder minus 12,0 Prozent niedriger als im Mai 2021. Da der Rückgang aber deutlich schwächer verläuft als bei der Arbeitslosigkeit insgesamt, steigt der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen tendenziell an und liegt aktuell bei 45,0 Prozent (Mai 2021: 43,4 Prozent, Mai 2020: 32,1 Prozent).
Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen, welche durch Jobcenter und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden können, hat ein Rekordhoch von 27.701 Stellen erreicht. Das ist eine Zunahme zum Vorjahresmonat um 7.494 Stellen oder 3,1 Prozent. Der zweithöchste Bestand im Mai in den letzten fünf Jahren betrug 21.489 im Mai 2018. Im aktuellen Berichtsmonat wurden 3.999 freie Arbeitsstellen neu gemeldet. Damit sind im Vergleich zum Vorjahresmonat 760 Stellen weniger gemeldet worden.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (4,2 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (4,8 Prozent), Detmold (4,8 Prozent) und Bielefeld (5,5 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent (Vormonat 4,9 Prozent, Vorjahr 5,8 Prozent).