Neue Vitrine und eine Medienstation für das Frenkel-Haus

v. l.: Michael Raveh, Fabian Schröder (Städtische Museen Lemgo), Bernd Hendig und Sara Elkmann (Städtische Museen Lemgo) vor der neu eingerichteten Vitrine in der Gedenkstätte Frenkel-Haus. Foto: Michael Pitt

Lemgo. Die Gedenkstätte Frenkel-Haus blickt auf eine fast 35-jährige Geschichte zurück, die vor allem von Karla Ravehs Wirken als Zeitzeugin geprägt war. Der Tod der Lemgoer Ehrenbürgerin vor fünf Jahren hat eine große Lücke in der Erinnerungsarbeit der Stadt Lemgo hinterlassen. Umso wichtiger war und ist es,
das Interesse an der Gedenkstätte und seinen thematischen Schwerpunkten aufrechtzuerhalten und die Verbindung zur Familie Raveh und auch zur KarlaRaveh-Gesamtschule (KRG) zu festigen. Seit 2012 informiert die zweite Dauerausstellung in der Gedenkstätte über die Geschichte der jüdischen Familie Frenkel, insbesondere über die Biografie von Karla Raveh. Ihr Tod 2017 machte eine Erweiterung der Ausstellung erforderlich, um ihre Lebensgeschichte zu Ende zu erzählen. Diese Erweiterung ging mit einer Neustrukturierung des Ausstellungsraums einher: Fernsehecke und Schrank mussten weichen, zwei neue Ausstellungsfronten und eine vierte Vitrine entstanden.
Mit dem Ziel den Ort partizipativer und attraktiver zu gestalten, wurde der Raum durch eine Medienstation und eine Mitmachwand ergänzt. Die Medienstation bietet den Besuchenden die Möglichkeit, kurze themenbezogene Video-Clips oder Filme und Dokumentation in voller Länge anzusehen sowie in einer Animation die (erzwungenen) Wege von Karla Raveh und ihrem Mann Shmuel nachzuvollziehen. Seit nun mehr fast 25 Jahren trägt die Gesamtschule des Kreises Lippe den Namen Karla-Raveh-Gesamtschule. Passend zu diesem Jubiläum heben die Objekte in der neu eingerichteten Vitrine die Verbundenheit der Schule mit ihrer Namensgeberin hervor. Die Familie Raveh und Schulleiter Bernd Hendig stellten dafür zwei symbolische Schlüssel als Dauerleihgabe zur Verfügung, die die Schulleitung und Karla Raveh zur Einweihung neuer Gebäudeteile der Gesamtschule erhielten. Außerdem weist ein Abschnitt des „Bands der Erinnerung“ auf die Bedeutung Karla Ravehs für die Menschen an der Schule hin: bei der schulischen Trauerfeier 2017 durfte jeder Gast als Zeichen der Verbundenheit mit der Verstorbenen ein farbiges Satinband an einer langen Schnur befestigen. Bei der Zusammenstellung und Texterstellung der Vitrine wurde das Team der Gedenkstätte von KRG-Lehrer Philipp Schmidt-Rhaesa unterstützt. Michael Raveh, Bernd Hendig und das Team der Gedenkstätte Frenkel-Haus freuen sich darauf, dass die Neuerungen in der Ausstellung alte und neue Besuchende in die Echternstraße locken.