Auf einer Hundewiese ist immer was los: Es werden Kontakte geknüpft, es wird das Sozialverhalten gefördert und mit Artgenossen getobt. Hunde spielen gern Kampfspiele, eine Art Prügelei im Spiel. In diesen Balgereien können die Hunde ihre Stärke aneinander ausprobieren. Dafür brauchen Sie viel Platz. So trainieren sie die Muskeln, die Schnelligkeit. Vor allem aber die Einschätzung und das Verhalten, wie man mit der Aggression oder aggressiven Artgenossen richtig umgeht. Solche Ringkämpfe gehören zu den Lieblingsspielen der meisten Hunde. Die Sozialspiele dienen aber nicht nur dazu, das Sozialverhalten zu erlernen, mit ihnen wird auch die Sozialstruktur in der Gruppe festgelegt. So wird wirklichen Auseinandersetzungen vorgebeugt.

Der Hund ist ein Rudeltier. Soziale Kontakte bedeuten nicht nur die Freude im Alltag, es ist ein ganz wichtiger Baustein in der Entwicklung des aufwachsenden Hundes. Hunde, die während ihres Aufwachsens normale Möglichkeiten haben, ihre Sprache im Zusammensein mit anderen Hunden zu entwickeln, werden in der Regel sozialverträgliche Tiere und sind fähig, Konflikte ohne ernsthafte Beißerei zu lösen. Im Umgang mit Artgenossen lernen sie ihre Grenzen kennen. Die soziale Kompetenz wird im Spiel geübt, spielerisch entwickeln und intensivieren sich Hundefreundschaften. Eine Freundschaft nicht nur unter Hunden. Auch das Verhalten zum Menschen wird positiv gefördert. Hunde, die frei laufen, toben und spielen dürfen, sind insgesamt wesentlich weniger auffällig oder aggressiv.

Schon im Welpenalter und auch in der Zeit als Junghund ist es von großer Bedeutung, dass der Hund mit Artgenossen sozialisiert wird. Nur so lernt er verstehen, was ein anderer Hund überhaupt von ihm möchte. Auch kann er kommunizieren, ob er Lust dazu hat zu spielen oder doch lieber Abstand halten möchte. Der Umfang mit Konflikten gehört ebenso zu einem funktionierenden Sozialverhalten. Sozialverträglich kritische Hunde brauchen besonders viel Platz, um sich aus dem Weg gehen zu können. Zusammentreffen auf engem Raum, im schlimmsten Fall an der Leine, verstärkt noch die Aggression und es kommt zur Beißerei.

In Lemgo wird es eine stadtnahe Hundewiese in Lemgo wohl nicht geben. Das war der Sitzung am Montag im Hauptausschuss zu entnehmen. Laut Aussage der Stadt gibt es genug öffentliche Flächen und Waldwege, wo die Hunde den benötigen Auslauf haben können. Die vor einigen Jahren in Brake am Walkenfeld bestehende Hundewiese gehört dem Landesverband. Der hat die Fläche zur Zeit aber privat verpachtet. Wenn eine Privatperson eine geeignete Fläche für eine neue Auslaufwiese sucht und sich bei der Stadt melden würde, sei man aber behilflich eine geeignete Wiese zu finden. Man will seitens der Stadt eine Info für alle Hundebesitzer zusammenstellen, wo der Vierbeiner noch frei auch mit anderen Hunden laufen kann. Diese soll demnächst schriftlich verfügbar sein.

Für die zwei Entruperinnen mit privater Hundewiese gibt es aber positive Neuigkeiten. Die Probleme wegen der beanstandeten Zaunhöhe sind in Klärung. Der Beschluss zur Schließung seitens des Kreis Lippe ist vom Tisch und eine Nutzungsgenehmigung ist erteilt. So dürfen Melanie Adrian und Ulrike Klaas auch weiterhin die Hunde über die Wiese jagen lassen.