Schöffen-Nachwuchs für Lemgo gesucht

Unter Schöffen versteht man unterstützende Personen, die bei Gerichtsverhandlungen ihre Lebens- und Berufserfahrung einbringen sollen und auch Stimmrecht haben.

Für ein besonderes Ehrenamt wird Nachwuchs gesucht: Schöffinnen und Schöffen unterstützen in Gerichten dabei, Angeklagte zu beurteilen und das Strafmaß festzulegen. Nun werden für den Zeitraum von 2024 bis 2028 neue Interessierte für das Schöffenamt gesucht. Zum Einsatz kommen sie am Lemgoer Amtsgericht und am Detmolder Landgericht. Die Bewerbung ist ab sofort möglich.
Unter Schöffen versteht man unterstützende Personen, quasi ehrenamtliche Richterinnen und Richter, die bei Gerichtsverhandlungen ihre Lebens- und Berufserfahrung einbringen sollen und auch Stimmrecht haben. Sie sind also an den Hauptverhandlungstagen dabei, hören zu und sind genauso frageberechtigt wie Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Richter. Eine juristische Ausbildung ist für das Schöffenamt nicht notwendig.
Bewerber müssen für das Ehrenamt die deutsche Staatsbürgerschaft haben und die Sprache beherrschen, zwischen 25 und 69 Jahre alt sein, und in Lemgo wohnen. Wer zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt wurde oder gegen wen ein Ermittlungsverfahren wegen einer schweren Straftat schwebt, die zum Verlust der Übernahme von öffentlichen Ämtern führen kann, ist von der Wahl ausgeschlossen. Auch hauptamtlich in oder für die Justiz Tätige und Religionsdiener sollen nicht zu Schöffen gewählt werden.
Gesucht werden sowohl Schöffen für Einsätze nach Erwachsenenstrafrecht sowie Jugendschöffen für Einsätze in Verfahren nach Jugendstrafrecht mit Erfahrungen in der Jugenderziehung. Die Gemeindevertretung und der Jugendhilfeausschuss schlägt doppelt so viele Kandidaten vor, wie an Schöffen bzw. Jugendschöffen benötigt werden. Mindestens 60 Bewerber sollen es sein, aus denen der Schöffenwahlausschuss beim Amtsgericht in der zweiten Jahreshälfte 2023 die Haupt- und Ersatzschöffen auswählen wird.
Bei der Alten Hansestadt Lemgo stehen zwei Ansprechpartnerinnen zur Verfügung: Frau Petkau (Tel. 213-281) beantwortet Fragen zum Thema Schöffen und Frau Bolduan (Tel. 213-431) beantwortet Fragen zum Thema Jugendschöffen. Bewerbungen nimmt die Stadt ab sofort bis zum 28.04.2023 entgegen.