Treeathlon: Über 550 Bäume im Wald gepflanzt

Förster Alexander von Leffern zeigt und erklärt die Roteichensetzlinge.

Lemgo. Knapp sieben Tonnen CO2 stößt ein durchschnittlicher Lemgoer oder eine durchschnittliche Lemgoerin im Jahr aus. Um diese Menge an Kohlendioxid zu binden, benötigt man knapp über 550 Bäume. Genauso viele haben Lemgoer Bürgerinnen und Bürger in der vergangenen Woche eigenhändig im Stadtwald gepflanzt und dem Forst so ein Dankeschön für seine zahlreichen Dienste gegeben.
Es war die dritte Runde im „Treeathlon“: Nach dem Spendenlauf im September und der ganzjährigen Spendensammlung haben nun sechzehn Teilnehmende kräftig zugepackt und die kleinen Pflänzchen in die Erde eingesetzt. Bürgermeister Markus Baier legte selbst Hand an und dankte der Gruppe für ihren Einsatz: „Wir betreiben schon seit vielen Jahren vielfältigen Waldbau, damit unser Wald nachhaltig stabiler wird und ihn noch möglichst viele Generationen erleben können. Mit Ihren Spenden und Ihrem Engagement beim Spendenlauf und heute tragen Sie einen ganz konkreten Teil dazu bei.“
Douglasien- und Roteichensetzlinge hatten Förster Alexander von Leffern und sein Team bereitgestellt. Auf den wegen hungriger Rehe eingezäunten Flächen wachsen aber noch zahlreiche andere Pflanzen, die sich dort selbst ausgesät haben, Naturverjüngung ist hier das Stichwort. Das Forstteam hilft an einigen dieser Stellen gezielt nach, um mit klimafesten Bäumen die Durchmischung der Pflanzenwelt zu verbessern und den Wald langfristig noch widerstandsfähiger zu machen. An anderen Stellen darf die Natur ganz ohne Eingriffe durch Menschenhand herrschen.
Zum Wachsen brauchen die Pflanzen nun vor allen Dingen Wasser. Viel feuchtes Wetter im Frühjahr wünscht sich deshalb Revierleiter Torsten Wienciers. Damit die Pflanzen auch bei Trockenheit eine bessere Chance haben, hat das Forstteam Container-Pflanzen bestellt. Diese werden mit Erde an den Wurzeln eingepflanzt und können so Wasser und Nährstoffe besser speichern. Nach dem Einsetzen in den Boden wird die Erde leicht mit der Fußspitze festgetreten, dann steht das junge Pflänzchen in einer Mulde – auch das bringt den Setzlingen beim nächsten Regen mehr Wasser.

Borkenkäfer fast verschwunden

Die vielen kleinen Setzlinge haben die Teilnehmenden auf der gesamten Hangfläche eingepflanzt.

Entstanden war die Idee für den Treeathlon aufgrund der vielen Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern, was sie für den Wald in diesen schwierigen Zeiten mit Trockenheit und Borkenkäfer tun können. Förster Alexander von Leffern weiß um die Bedeutung des Stadtwaldes für Lemgo: „Der Wald gibt uns so viel, ob Erholung beim Spazierengehen, als Lieferant für Trinkwasser und Holz, als wichtiger CO2-Speicher oder einfach als Rückzugsort aus dem Alltag. Mit dem Treeathlon gibt es nun für jeden die Chance, dem Wald etwas zurückzugeben.“
Bis zum Frühjahr haben die kleinen Pflanzen reichlich Zeit, sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen. Dann starten sie langsam mit ihrem Wachstum und nach zwei Jahren haben die Teilnehmenden der Pflanzaktion die Chance, „ihre“ Pflanzen gut vom Waldweg aus sehen zu können. Angst, dass der Borkenkäfer einen Strich durch diesen Plan macht, müssen sie dabei nicht haben: Zum einen konzentriert sich der Käfer fast ausschließlich auf ältere Bäume. Zum anderen sind die Heerscharen der Borkenkäfer aus dem Lemgoer Stadtwald mangels Nahrung mittlerweile fast verschwunden, auch wenn ihre Spuren noch einige Jahre sichtbar bleiben werden.