Medikamente im Urlaub

Damit der Urlaub nicht getrübt wird, sollte eine gut ausstaffierte Reisapotheke mit eingepackt werden. Foto: Sokolowski/AKWL

Lippische Apotheker geben Tipps zur Reiseapotheke –

Detmold. Sommerzeit, Urlaubszeit – damit sie nicht von Krankheiten oder kleinen Wehwehchen getrübt wird, gehört immer eine Reiseapotheke ins Gepäck. Besonders Familien mit kleinen Kindern müssen deren Zusammensetzung ganz individuell nicht nur auf das Reiseziel, sondern ebenso auf das Alter der Kinder abstimmen, sagt Apotheker Uwe Rodemeister, Sprecher der Apothekerschaft im Kreis Lippe. Rodemeister erklärt, worauf es bei der Reiseapotheke für Kinder zu achten gilt, denn: „Kinder sind nicht einfach kleine Erwachsene.“
Am besten sei es, einen kleinen Rucksack oder Kulturbeutel mit den benötigten Medikamenten zu packen. „Zuerst müssen natürlich die Dauermedikamente des Kindes in der Reiseapotheke Platz finden. Als Sicherheitsreserve sollte etwa ein Drittel mehr mitgenommen werden, als voraussichtlich benötigt wird“, sagt Rodemeister. „Darüber hinaus gehören ein Fieberthermometer sowie Verbandsmaterial und Pflaster in die Reiseapotheke. Medikamente gegen Durchfall, Fieber und Schmerzen dürfen ebenfalls nicht fehlen.“ Empfehlenswert seien zudem Augen- und Ohrentropfen, die entzündungshemmend wirken, und natürlich Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, denn die Haut von Babys und Kindern ist empfindlicher als die von Erwachsenen.
Vor Reiseantritt hilft die Apotheke vor Ort bei der Zusammenstellung der individuell passenden Reiseapotheke. „Die Apothekerinnen und Apotheker erklären gerne, welche Arzneimittel für welche Reise ratsam sind und was es zu beachten gilt“, so Apotheker Rodemeister. Außerdem informieren sie über empfohlene Impfungen. Darüber hinaus ist ein Gespräch mit der Krankenversicherung vor der Reise hilfreich, denn der Auslandskrankenschutz muss hinreichend abgedeckt sein.
Rodemeister hat noch einen Tipp für Fluganfänger: „Wenn Kinder das erste Mal fliegen, können sie ungewohnten Druck auf den Ohren verspüren. Der kann schnell schmerzhaft werden. Dagegen hilft es, kleine Schlucke zu trinken oder abschwellende Nasentropfen für den Druckausgleich im Handgepäck zu haben.“ Apropos Handgepäck: Dort hinein gehören zumindest die wichtigsten Medikamente und Utensilien aus der Reiseapotheke, denn Koffer können verloren gehen.
Sonne und Wärme schaden vielen Medikamenten, deshalb sollte die Reiseapotheke trocken und kühl gelagert werden – bei der Autofahrt am besten unter einem der Sitze. Mit diesen Tipps sind Familien für kleine Notfälle im Urlaub gerüstet. Rodemeister ergänzt jedoch: „Natürlich kann man nicht auf jeden Krankheitsfall vorbereitet sein. Im Zweifel wird die Apotheke vor Ort auch einen Arztbesuch empfehlen.“
Besonders Familien mit kleinen Kindern müssen die Zusammensetzung der Reiseapotheke ganz individuell auf das Reiseziel sowie auf das Alter der Kinder abstimmen.