Museum im Marstall: Glaskunst von Heiner Düsterhaus

Heiner Düsterhaus mit seiner Wächter-Figur in der Sammlung Nachtmann.

Paderborn. Unter dem Titel “Metamorphose” ist derzeit die Glaskunst von Heiner Düsterhaus im Museum im Marstall, Sammlung Nachtmann zu sehen. Die Verwandlung von Menschen, Tieren und Gegenständen fasziniert seit alters her: vor allem die Überwindung der Grenzen – zwischen den Menschen und der Tierwelt, der belebten und der unbelebten Natur, den edlen und den unedlen Substanzen. Ist Glas an sich bereits ein Produkt solch einer Verwandlung – aus Sand und Asche wird ein harter und durchsichtiger Gegenstand – so trifft dies auf die Glasobjekte von Heiner Düsterhaus in vielschichtiger Weise zu. Ausgediente Flaschen und Gläser werden verformt, bemalt, gebrannt. Sie verlieren ihre alte Funktion und werden in neue Kontexte gestellt. Aus Medizinfläschchen werden Kunstobjekte, aus Flaschen geschwungene Kerzenleuchter, aus Einweckgläsern kunstvoll gestaltete Becher. Gold, dieses edle Metall mit nahezu magischen Kräften, spielt im Werk von Heiner Düsterhaus eine besondere Rolle. Gold ist das verbindende Element zwischen den vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten. Es findet sich in seinen Skulpturen ebenso wie in den variantenreichen Glasobjekten und gibt ihnen Tiefe, einen schimmernden Glanz. Auch hier zeigt sich die Verbindung zur Metamorphose, ist doch die Gewinnung von Gold aus einem weit unedleren Stoff ein Menschheitstraum. Heiner Düsterhaus verwirklicht ihn in einer zeitgemäßen Spielart.

Die Ausstellung “Metamorphose – Glaskunst von Heiner Düsterhaus” kann dienstags bis sonntags zu den derzeit geltenden Öffnungszeiten (14 bis 18 Uhr) im Museum im Marstall in Schloß Neuhaus besucht werden.