Bis vor kurzem war ein Mundschutz in der Öffentlichkeit noch die Ausnahme, aber das wird sich ändern – auch bei uns. Vom kommenden Montag an ist das Tragen einer Maske beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen verpflichtend. Indem Mund und Nase mit Stoff bedeckt werden, soll die Gefahr minimiert werden, Mitmenschen mit dem Coronavirus anzustecken.

Neben OP-Masken sind auch selbstgenähte Stoffmasken oder über das Gesicht gezogene Schals und Tücher als Schutzbarriere erlaubt.

Die Landesregierungen von NRW, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland hatten sich bei der Maskenpflicht auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt. «Wir brauchen möglichst ähnliche Regelungen in allen deutschen Ländern», teilte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet mit. «Wir müssen alles tun, was dabei hilft, umsichtig den Weg zurück zu einem Leben in Normalität zu finden. Die Maskenpflicht in einigen Bereichen des öffentlichen Lebens kann dabei sinnvoll unterstützen.»

Bund und Länder hatten sich in der vergangenen Woche zunächst auf eine dringende Trageempfehlung geeinigt. Laschet hatte bislang stets auf Freiwilligkeit statt Zwang in dieser Frage gesetzt. In den vergangenen Tagen hatten jedoch immer mehr Bundesländer eine Verpflichtung zum Tragen einer Alltagsmaske beim Einkaufen oder bei Fahrten in Bussen und Bahnen angekündigt. Im Vorreiterland Sachsen gilt eine Maskenpflicht bereits seit Montag.

Überdies drohte Nordrhein-Westfalen zu einem Flickenteppich unterschiedlicher kommunaler Regelungen zu werden. Münster und Dorsten waren zum Wochenanfang mit eigenen Verfügungen vorgeprescht. Mehrere Städte aus dem Ruhrgebiet, dem Bergischen Land, dem Kreis Siegen-Wittgenstein sowie die Stadt Leverkusen erhöhten zuletzt den Druck: Sie kündigten eine Maskenpflicht in ihren Städten an, sollte eine landesweite Regelung ausbleiben. Auch die Opposition hatte sich für eine einheitliche Regelung stark gemacht.