Afrikanische Schweinepest

Tote Wildscheine, die ( erkennbar ohne Unfall- oder Schusseinwirkungen ) im Wald oder Feld gefunden werden, sollten unbedingt der Kreisleitstelle (112) oder der Polizei (110) gemeldet werden. Dann können Probenahmen veranlasst werden, die eine mögliche Infektion nachweisen. Je früher die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest erkannt wird, desto schneller und konsequenter kann gehandelt werden.

Kreis Paderborn führt Abschussprämie für Wildschweinfrischlinge ein – NRW folgt dem Beispiel –

Kreis Paderborn. Die Afrikanische Schweinepest droht: Deswegen ist die konsequente Aufklärung von Bürgern, Landwirten und Jägern vor deren Gefahren, die Vermeidung der Ausbreitung im grenzüberschreitenden Transitverkehr sowie eine weitere Reduzierung der Wildschweinbestände dringend geboten. Der Kreis Paderborn will dabei auf Anraten von Experten neue Wege gehen: Jagdausübungsberechtigte sollen eine Abschussprämie für Wildschwein-Frischlinge mit einem Gewicht von bis zu 25 kg erhalten. Ein solches Maßnahmenbündel kann nach Ansicht des beim Kreis Paderborn seit 2013 bestehenden Experten-Arbeitskreises „Wild-Lebensraum-Gesellschaft“ gegen den Ausbruch der Seuche helfen. Der Arbeitskreis hatte sich mit Landrat Manfred Müller zu einer Sondersitzung getroffen, um mögliche Abwehrstrategien, aber auch Folgen der für den Menschen völlig ungefährlichen Afrikanischen Schweinepest ( ASP ) zu erörtern. Es besteht die große Gefahr, dass die ASP aus den Baltischen Staaten, Rußland, Tschechien oder Polen nach Deutschland eingeschleppt wird. Ein Ausbruch hätte katastrophale Folgen für die heimischen Hausschweinebestände und den Handel. Drittländer außerhalb der EU würden aus Deutschland vermutlich kein Schweinefleisch mehr importieren. Viele Schweinehalter würden in Ihrer Existenz bedroht, einige von ihnen wohlmöglich ihren Betrieb aufgeben.
Landrat Manfred Müller unterstrich, dass er die Sorge um eine Einschleppung der ASP in den Wildschweinbestand teile. Beim Ausbruch der Seuche seien immense Schäden für die Landwirtschaft, den Fleischmarkt aber auch erhebliche Kosten für den Steuerzahler und Versicherungen zu befürchten. Deswegen sei die Abschussprämie, die Jagdausübungsberechtigten gezahlt werde, ein neuer, aber richtiger Weg.
Das Paradoxon, dass heimisches Wildbret kaum noch vermarktet werden kann und gleichzeitig Großhändler und Discounter Wildfleisch importieren, müsse aufgelöst werden. Ein guter Absatz des schmackhaften Wildschweinfleisches fördert die geforderte intensive Bejagung. Der Kreis Paderborn hat auf Anregung des Arbeitskreises bereits seit Jahren die Schonzeit für sog. Überläufer ( einjährige Wildschweine, die selbst noch keine Jungen haben) ganzjährig aufgehoben, um die Wildschweinbestände nachhaltig zu senken. Als Allesfresser müssen Schweine laut Gesetz auf Trichinen untersucht werden. Bei kleinen Tieren sind die Gebühren hierfür unverhältnismäßig hoch. Um einen Anreiz für die Jäger zu schaffen, auch die jungen Tiere zu erlegen, wurde im vergangenen Jahr die notwendige Trichinenschaugebühr für Wildschweine durch Zuschüsse vom Landwirtschaftsverband und vom Kreis Paderborn ausgesetzt. Diese im Kreis Paderborn bereits frühzeitig ergriffenen Maßnahmen sind zwischenzeitlich vom Land NRW übernommen worden und allgemeinverbindlich in ganz NRW. Das Land NRW hat mittlerweile die Schonfrist mit Ausnahme führender Bachen (führender Muttertiere) mit gestreiften Frischlingen unter ca. 25 kg aufgehoben.