Bielefeld – Auch im Jahr 2021 hatte die Polizei Bielefeld wieder mit allerhand kuriosen Fällen zu tun. Hier eine Auswahl ungewöhnlicher, überraschender, lustiger oder unglaublicher Einsätze der Polizei Bielefeld aus dem Jahr 2021:

Lkw verliert Container

Der verlorene Container vor der Litfaßsäule in Altenhagen.

Ein ungewöhnlicher Unfall ereignete sich am Dienstag, 26.01.2021, an einem Einmündungsbereich in Altenhagen, als sich eine sogenannte Wechselbrücke eines Lkw selbstständig machte und auf dem Gehweg landete. Bei dem Unfall wurden keine Personen verletzt, es entstand erheblicher Sachschaden an einer Litfaßsäule. Ein 54-jähriger Bielefelder Lkw-Fahrer bog gegen 14:30 Uhr vom Kusenweg nach links in die Brönninghauser Straße ab. Während des Abbiegevorgangs löste sich der Wechselcontainer, kippte zur rechten Seite und verschob eine Litfaßsäule. Glücklicherweise befanden sich an der Unfallstelle keine Passanten auf dem Gehweg oder dem angrenzenden Spielplatz. Bei der Unfallaufnahme erkannten Beamte des Verkehrsdiensts, dass die Verbindungselemente zwischen Lkw und Wechselbrücke nicht verriegelt waren. Der 54-Jährige hatte seine Pflichten als Lkw-Fahrer verletzt und erhielt eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige. Ein Autokran war nötig, um den augenscheinlich unbeschädigten und leeren Container auf den Lkw zu heben.

Auf nur einem Rad in die Verkehrskontrolle

Polizeibeamte wurden am Montag, 22.02.2021, bei einer Verkehrskontrolle an der Herforder Straße auf einen Motorradfahrer aufmerksam, der augenscheinlich mit mehr als den zulässigen 50 km/h nur auf dem Hinterrad stadteinwärts fuhr. Zunächst nahmen die Polizisten gegen 22:15 Uhr, in Nähe der Einmündung Finkenstraße, ein lautes Motorengeräusch eines Motorrades wahr. Weil der Fahrer auf dem Hinterrad fuhr, leuchtete der Hauptscheinwerfer nicht die Straße aus, sondern strahlte nach oben. Auch wenn sich die Beamten aufgrund ihrer Erfahrungen einig waren, dass der Motorradfahrer weit über 100 km/h schnell fuhr, so gelang es nicht, eine ordnungsgemäße Geschwindigkeitsmessung der herannahenden Honda CBR durchzuführen. Eine erste Äußerung des 26-jährigen Bielefelder Motorradfahrers bestätigte den Verdacht der Beamten zu der deutlich überhöhten Geschwindigkeit. Für die Polizisten bestand der Verdacht, dass der Motorradfahrer durch grob verkehrswidriges und rücksichtsloses Fahren die höchstmögliche Geschwindigkeit erreichen wollte. Sie nahmen eine Verkehrsstrafanzeige auf.

Mit Beute Grillparty veranstaltet

In der Nacht zu Dienstag, 30.03.2021, brachen Unbekannte auf einem Brackweder Sportplatz eine Lagerhütte auf. Die vorgefundenen Grillutensilien nutzten die Einbrecher und bereiteten damit mitgebrachtes Grillgut zu. Zwischen Montag, gegen 21:00 Uhr, und Dienstag, gegen 07:45 Uhr, hielten sich Einbrecher auf dem Sportplatz im Bereich der Sportstraße und der Sauerlandstraße auf. Am Zaun blieb ein Stuhl zurück, den die Unbekannten mutmaßlich als Kletterhilfe benutzten. Zunächst brachen die Täter eine Hütte auf, aus der sie Grills, Holzkohle, Anzünder und Stühle entnahmen. Im Anschluss richteten sie sich damit in wenigen Metern entfernt einen Grillplatz ein. Zurück blieben einige unzubereitete Lebensmittel, gefüllte Getränkebecher und gegrillte Würstchen. Die Lebensmittel wurden nicht in der aufgebrochenen Hütte gelagert, sondern waren von den Tätern offensichtlich mitgebracht worden.

Verkehrszeichen durchschlägt Badezimmerfenster

Das in das Badezimmer katapultierte Verkehrszeichen.

Ein Verkehrsschild wurde am Montag, 19.04.2021, durch einen Verkehrsunfall an der Paderborner Straße durch die Fensterscheibe eines circa 47 Meter entfernten Hauses katapultiert. Der Unfallverursacher – ein Lexus-Fahrer – flüchtete. Eine Anwohnerin der Paderborner Straße schreckte gegen 02:30 Uhr durch ein lautes Geräusch auf und hörte ein Fahrzeug mit lautem Motorengeräusch wegfahren. Sie ging in ihr Badezimmer und fand dort auf dem Boden ein Verkehrsschild. Das Fenster und ein Hängeschrank waren beschädigt. Ein bislang unbekannter PKW-Fahrer war zuvor gegen die Verkehrsinsel an der Paderborner Straße, Höhe Hausnummer 304, gefahren, so dass die Halterung des darauf befindlichen Verkehrsschildes beschädigt wurde. Bei dem Aufprall löste sich das Verkehrszeichen, schleuderte durch die circa 47 Meter entfernte Fensterscheibe gegen den Badezimmerschrank und kam im Raum zu liegen. Der Unfallfahrer fuhr mit seinem an der Front beschädigten Lexus weiter, ohne sich um den entstandenen Schaden zu kümmern. Nach einem Zeugenaufruf der Polizei stellte sich der 25-jährige Unfallflüchtige aus Lippe kurze Zeit später der Polizei.

Verdächtige Beobachtung und eine harmlose Erklärung

Als am Donnerstag, 28.05.2021, eine Bielefelderin bei der Leitstelle der Polizei anrief und eine verdächtige Beobachtung schilderte, wurden rasch umfangreiche Ermittlungen eingeleitet. Rund vier Stunden später gab es eine Entwarnung für alle Beteiligten. Im Bereich Löllmannshof hatte die Zeugin gegen 14:50 Uhr gesehen, wie ein weißer Daimler mit zwei Personen angefahren kam und anhielt. Als beide Personen ausstiegen, verschlug es der Bielefelderin den Atem, denn eine Person stieg in den Kofferraum, während die andere sagte, dass dies die letzte Chance für ihn sei. Anschließend sei der Pkw davongefahren. Nach umfangreichen Ermittlungen der Polizei konnte der Fahrzeughalter zur Aufklärung beitragen: zwei Wochen zuvor hatte der Bielefelder das Fahrzeug gekauft und sich über ein Klappern im Bereich des Kofferraums geärgert. Um dem Geräusch auf den Grund zu gehen, hatte er eine Fahrt mit einem Kfz-Mechaniker unternommen, der schließlich in den Kofferraum gestiegen war, um während der Fahrt das Klappern im Kofferraum zu orten und später zu reparieren. Der Mechaniker, ein 45-jähriger Bielefelder, bestätigte die Geschichte des 21-Jährigen. Die Polizei betont ausdrücklich, dass sich die Melderin mit ihrem Anruf bei der Polizei richtig und gut verhalten hat, auch wenn sich die Beobachtung als harmlos herausgestellt hat.

Illegaler Hanfanbau entdeckt

Die illigale Aufzuchtvorrichtung für Hanfpflanzen in der Oelkerstraße.

Am Dienstag, 01.06.2021, flog ein Dealer auf, der in der eigenen Wohnung Betäubungsmittel herstellte. Nach einem Zeugenhinweis begaben sich Streifenbeamte gegen 16:30 Uhr zu einer Wohnung an der Oelkerstraße. Da der Verdacht bestand, dass sich in der Wohnung nicht unerhebliche Mengen an Betäubungsmitteln befanden, hatten die Beamten zuvor einen Durchsuchungsbeschluss beim Bielefelder Amtsgericht beantragt. Bereits beim Betreten der Wohnung schlug ihnen ein intensiver Cannabisgeruch entgegen. Den 42-jährigen Mieter trafen sie nicht an. Ein zusätzlich abgeschlossener Raum weckte das Interesse der Beamten. In diesem Zimmer befand sich eine Vorrichtung zur Aufzucht von Hanfpflanzen. Dabei handelte es sich um eine raumhohe Konstruktion aus Zeltplanen, an der eine Abluftanlage mit Schlauch angebracht war. Darin befanden sich mehrere Hanfpflanzen in Töpfen, sowie mehrere an der Decke zum Trocknen aufgehängte Pflanzen. Auf dem Balkon lagen weitere Hanfpflanzen zum Trocknen aus. Die Beamten stellten 160 Gramm Haschisch, 680 Gramm Marihuana und 1550 Gramm Amphetamin sicher. Sie erstatteten gegen den 42-jährigen Bielefelder Anzeige wegen des illegalen Anbaus von Betäubungsmitteln.

Ehrliche Finderin bringt 700 Euro zur Polizei

Am Sonntagmorgen, 13.06.2021, betrat eine 38-jährige Bielefelderin gegen 09:00 Uhr, eine Bankfiliale in der Braker Straße und machte einen überraschenden Bargeldfund. Auf einem Kontoauszugsdrucker lag eine Tüte mit zahlreichen Geldscheinen – insgesamt ein Betrag von 700 Euro. Die ehrliche Finderin musste nicht lange überlegen und brachte das Geld zur Polizeiwache Nord. Anhand der Videoaufzeichnungen des Vorraums konnte die rechtmäßige Besitzerin, eine 58-jährige Bielefelderin, ermittelt werden. Die Besitzerin zeigte sich bei der Übergabe erleichtert. Über den Anruf von der Polizei, dass ihr Geld abgegeben wurde, war sie zuerst verwundert, aber natürlich erleichtert, teilte sie mit.

Toilettenpapier verursacht schweren Sturz

Eine Bielefelderin verlor am Dienstag, 29.06.2021, die Kontrolle über ihr Fahrrad, als sich eine Packung Toilettenpapier in den Speichen des Vorderrads verfing. Die 54-jährige Bielefelderin fuhr gegen 12:05 Uhr die Albert-Schweitzer-Straße in Richtung Schloßhofstraße. Während der Fahrt hing die Packung am linken Griff des Lenkers. In einer Linkskurve geriet das Toilettenpapier zwischen Vordergabel und Speichen. Dadurch blockierte der Reifen und die Frau kam zu Fall. Bei dem Unfall zog sich die 54-Jährige schwere Verletzungen zu. Rettungskräfte kümmerten sich um die Frau. Zur weiteren Behandlung wurde ein Notarzt mit einem Rettungshubschrauber eingeflogen. Im Anschluss brachten die Rettungskräfte die Bielefelderin in ein Krankenhaus, in dem sie stationär aufgenommen wurde.

Mit dem E-Scooter über die A 2

Am Sonntagmittag, 08.08.2021, standen die Telefone bei der Einsatzleitstelle der Polizei Bielefeld nicht mehr still. Der Fahrer eines E-Scooter, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h, nutzte gegen 11:20 Uhr die A 2 in Fahrtrichtung Hannover zwischen den Anschlussstellen Bielefeld- Süd und Bielefeld- Ost. An der Anschlussstelle Bielefeld- Ost verließ der 24-jährige Fahrer die Autobahn wieder. Er konnte auf der Lageschen Str. durch Einsatzkräfte der Autobahnpolizeiwache Herford angetroffen und kontrolliert werden. Der Fahrer gab an, das Gefährt am Vortag gekauft zu haben und nun die Reichweite des Akkus zu testen. Dass er damit nicht auf der Autobahn fahren darf, wisse er nicht. Er habe sich auch nichts dabei gedacht, da er ja ganz rechts gefahren sei und niemand gehupt habe. Die eigentlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung hatte er für den E- Scooter nicht abgeschlossen, so dass die Fahrt beendet war. Nach Entrichtung einer Sicherheitsleistung zur Sicherung des Strafverfahrens durfte er seinen Weg zu Fuß fortsetzen.

Getuntes E-Bike gestoppt

Wegen des hohen Tempos und einer starken Beschleunigung wurden Beamte des Verkehrsdiensts der Polizei am Dienstag, 07.09.2021, auf den Fahrer eines E-Bikes aufmerksam und zogen das Rad aus dem Verkehr. Gegen 20:00 Uhr fiel den Polizisten der Fahrer eines Mountainbikes auf, weil er ungewöhnlich schnell auf dem Radweg entlang der Eckendorfer Straße unterwegs war. Selbst nach einem Ampelstopp beschleunigte der Radfahrer in kürzester Zeit auf etwa 45 km/h. Bei der anschließenden Kontrolle entdeckten die Beamten, dass der 36-jährige Bielefelder ein unzulässiges elektronisches Bauteil installiert hatte. Damit war er in der Lage, die ursprüngliche Begrenzung des Elektromotors auf 25 km/h abzuschalten. Durch diese Manipulation handelt es sich nicht mehr um ein Elektro-Mountainbike, sondern um ein Motorrad. Allerdings konnte der 36-Jährige nicht die erforderliche Versicherung und Zulassung vorweisen. Einen entsprechenden Führerschein besaß er nicht. Zudem erkannten die Polizisten, dass der Mountainbike-Fahrer unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen unterwegs war. Im Anschluss an die Kontrolle wurde ihm eine Blutprobe entnommen. Die Beamten stellten sein Fahrrad sicher. Enttäuscht trat der 36-Jährige seinen Heimweg ohne das technisch manipulierte Fahrrad an.

Untersuchungshaft für Champagnerdieb

Am Dienstagmittag, 12.10.2021, entwendete ein Ladendieb neun Champagnerflaschen im Wert von mehreren hundert Euro. Am Mittwochnachmittag ging der Wiederholungstäter in Untersuchungshaft. Gegen 12:30 Uhr betrat der vermeintliche Kunde, ein 23-jähriger Mann ohne festen Wohnsitz, einen Supermarkt in der Teutoburger Straße, in Höhe der Webereistraße. Nachdem der Dieb insgesamt neun Flaschen Champagner in einen mitgeführten Rucksack deponiert hatte, wollte er das Geschäft, ohne zu bezahlen, verlassen. Ein Ladendetektiv war jedoch auf den 23-Jährigen aufmerksam geworden und stoppte ihn. Der Täter war bereits am 02.10.2021 bei einem Ladendiebstahl im selben Supermarkt aufgefallen. Nach der Tat war er allerdings mit der Beute entkommen. Am Mittwochnachmittag, 13.10.2021, ordnete der zuständige Haftrichter des Amtsgerichtes Bielefeld Untersuchungshaft gegen den Mann an.

Polizisten geleiten Schwangere ins Krankenhaus

Bielefelder Polizisten halfen am Mittwoch, 17.11.2021, im Stau stehenden werdenden Eltern und lotsten sie unversehrt zur Frauen- und Kinderklinik. Nach einem Verkehrsunfall mit Sachschaden gegen 07:00 Uhr auf der A 33 im Bereich der Anschlussstelle Paderborn-Elsen riefen die Unfallbeteiligten die Polizei. Polizeibeamten der Autobahnpolizeiwache Stukenbrock erhielten den Auftrag, den Unfall aufzunehmen. Während sie sich auf der Anfahrt befanden und an einer Ampel warteten, machten sich die Insassen eines Skoda Fabia bemerkbar. Der Mann und seine hochschwangere Frau befanden sich auf dem Weg ins Krankenhaus und kamen aufgrund einer Serie von roten Ampeln nur langsam voran. Die Beamten zögerten nicht lange und übernahmen den ungewöhnlichen Einsatz. Während die Unfallbeteiligten abgesichert auf dem Seitenstreifen der A 33 auf den nächsten Streifenwagen warteten, lotsten die angesprochenen Polizisten den PKW samt der werdenden Familie zum Krankenhaus nach Paderborn, wo das Fachpersonal übernahm. Wie die Polizei Bielefeld in Erfahrung bringen konnte, sind die Eltern und ihr, gegen 10:30 Uhr, geborener kleiner Sohn trotz der Aufregung wohlauf.

PKW-Fahrer drängelt ausgerechnet hinter Polizisten

Ein PKW-Fahrer aus Düsseldorf geriet am Montagmittag, 06.12.2021, auf der A 2 beim Drängeln an einen Zivilwagen der Autobahnpolizei. Polizisten in einem zivilen Streifenwagen überholten gegen 12:35 Uhr auf dem linken Fahrstreifen der BAB 2 in Richtung Dortmund mehrere auf dem rechten und mittleren Fahrstreifen fahrende Fahrzeuge. Im Bereich der Anschlussstelle Vlotho West näherte sich dem Streifenwagen von hinten ein Geländewagen, fuhr dicht auf den Streifenwagen auf und hupte. Während des gesamten Überholvorgangs des zivilen Streifenwagens fuhr der SUV-Fahrer dem Vorausfahrenden dicht auf. Als die Verkehrslage den Fahrstreifenwechsel auf den mittleren Fahrstreifen ermöglichte und der Funkwagen dazu ansetzte, zog der Jaguar an dem noch teilweise auf dem linken Fahrstreifen befindlichen Polizeifahrzeug vorbei. Der SUV-Fahrer hupte, zeigte den Insassen eine Handgeste und beleidigte sie damit. Daraufhin gaben sich die Insassen unter zur Hilfenahme des mobilen Blaulichts als Polizisten zu erkennen und gaben dem Jaguar-Fahrer Anhaltezeichen. Auf einem an der Abfahrt gelegenen Parkplatz erfolgte die Kontrolle des 65-jährigen Fahrers aus Düsseldorf. Das Ergebnis ist ein Strafverfahren wegen Nötigung im Straßenverkehr und Beleidigung.