Paderborn auf dem Weg zu noch mehr Radmobilität

Freude über die Empfehlung des Kreises Paderborn für eine Mitgliedschaft in der AGFS bei Peter London, Ulrich Malburg (beide Ministerium für Verkehr NRW) und Landrat Christoph Rüther (v.l.).

Kreis Paderborn. Der Kreis Paderborn hat sich die Stärkung der Radmobilität auf die Fahnen geschrieben. Verschiedene Projekte zahlen auf dieses Ziel ein. Am bekanntesten ist aktuell das „Radnetz OWL“, an dem der Kreis Paderborn federführend beteiligt ist. Dieses Projekt, das 70 OWL-Kommunen über ein regionales Pendlernetz verbinden will, wurde im Februar sogar mit dem Deutschen Fahrradpreis ausgezeichnet.
Am vergangenen Donnerstag wurde ein weiteres Projekt vorangetrieben: Die Aufnahme des Kreises Paderborn in die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS). Zu diesem Zweck waren rund 40 Radfahrer am vergangenen Donnerstag zwischen Paderborn und Bad Lippspringe unterwegs. Hierbei handelte es sich um eine Kommission, die die Aufnahme des Kreises prüfte. Sie setzte sich u.a. aus Mitgliedern der AGFS, Vertreter aus dem NRW-Verkehrsministerium, Verbänden wie dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), dem Landesbetrieb Straßenbau NRW, der Bezirksregierung, Vertretern aus dem Tourismus zusammen.
Sie nahmen auf ihrer Tour beispielhaft Rad- und Fußwege unter die Lupe. Zudem erhielten sie Informationen durch Vorträge und es wurde ein Video gezeigt, das die Nahverkehrsfreundlichkeit des Kreises hervorhob. Nach Abschluss der Fahrt verkündete die Kommission ihr Urteil: Die Prüfung fiel positiv aus.
Überzeugt haben die Kommission viele gute Projekte und die vorbildliche Förderung des Nahverkehrs. Besonderen Vorbildcharakter hat das bereits erwähnte Projekt „Radnetz OWL“. Ein weiteres Projekt, das ganz aktuell in den Kreiskommunen gemeinsam mit der Kreisverwaltung vorangetrieben wird, ist die Überarbeitung des kreisweiten Radnetzes. Zudem haben sich weitere Aktionen, wie die Unterhaltung der Radwege und der Radwegebeschilderung, Aktionen im Bereich Verkehrssicherheitsarbeit und Winterdienst auf Radwegen, die Kommission positiv beeindruckt.

Zugang zu weiteren Fördermitteln möglich

„Das große Engagement im Bereich Rad- und Fußverkehr hat uns überzeugt. Wir empfehlen den Kreis Paderborn als neues Mitglied in die AGFS aufzunehmen“, so Ulrich Malburg, Leiter Stabsstelle Radverkehr und Verkehrssicherheit im Verkehrsministerium NRW.
Mit der Mitgliedschaft in der AGFS wird dem Kreis Paderborn Zugang zu weiteren Fördermitteln des Landes NRW ermöglicht. Zudem kann die Verwaltung auf ein Netzwerk für den Wissens- und Erfahrungsaustausch zurückgreifen und kostenlose an Seminaren und Weiterbildungen teilnehmen.
„Die Freude über die Bewerbung der Kommission bestätigt, dass der Kreis Paderborn hier auf dem richtigen Weg ist. Daher werden wir weiterhin engagiert daran arbeiten, die Radmobilität im kompletten Kreisgebiet nachhaltig zu stärken“, erklärte Landrat Christoph Rüther.
Die AGFS nimmt nahmobilitätsfreundliche Städte und Kreise in NRW auf. Städte-, Gemeinden und Kreise müssen für eine Mitgliedschaft allerdings einiges mitbringen. Um dafür in Betracht gezogen zu werden, müssen Antragsteller ein nahmobilitätsfreundliches Gesamtkonzept vorlegen, innovative, effektive und unkonventionelle Wege zur Lösung von Verkehrsproblemen bevorzugen sowie kommunalpolitisch deutliche Prioritäten für Nahmobilität setzen. Die letzte Entscheidung über die Aufnahme in die AGFS hat nun das Verkehrsministerium in Düsseldorf.