Paderborn: Schlag gegen organisierten Drogenhandel

Zivilfahnder am Einsatzort Konrad-Martin-Platz Ecke Balduinstraße. In einer Wohnung nahmen sie hier zwei Tatverdächtige fest und beschlagnahmten Kokain. Foto: Polizei Paderborn

Kokain im Wert von 20.000 Euro sichergestellt –

Die Paderborner Polizei hat am Donnerstag nach mehrwöchigen Ermittlungen drei mutmaßliche Drogendealer sowie einen Abnehmer festgenommen. Die aus Albanien stammenden Tatverdächtigen sollen dem Haftrichter vorgeführt werden. Sie agierten ähnlich der Dealer-Bande, die im August an der Borchener Straße ausgehoben wurde (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/55625/4686361). Im Riemekeviertel, wo die neue Bande eine Wohnung angemietet hatte, sowie an der Westernmauer wurden “Kunden” teilweise im Viertelstunden-Takt bedient. Der erfolgreiche mehrstündige Einsatz von Paderborner Kriminalbeamten und Zivilfahndern sowie einem Diensthundeführer wurde von Einsatzkräften aus Soest, Dortmund und dem Kreis Lippe unterstützt.
Der neue Landrat und Behördenleiter der Kreispolizeibehörde Paderborn, Christoph Rüther, zollte den beteiligten Beamtinnen und Beamten noch am Abend seine Anerkennung. Rüther: “Die wochenlange Arbeit hoch motivierter Ermittler und Fahnder hat zu diesem hervorragenden Erfolg geführt, der unseren Dank und Respekt verdient. Die erneuten Festnahmen sind ein wichtiges Zeichen und machen deutlich, dass wir in der Drogenproblematik ‘klare Kante’ zeigen.” Anfang Oktober ging im Paderborner Drogenkommissariat ein Hinweis über verdächtige Personen ein, die an der Aldegrever Straße mit Drogen handeln sollen. Um diese Mutmaßungen abzuklären, setzte die Kreispolizeibehörde Zivilfahnder ein. So begannen verdeckte Ermittlungen, die sich über Wochen hinstrecken sollten, um der hinter dem Drogenhandel steckenden Bande – beweiskräftig für spätere Strafverfahren – das Handwerk zu legen.
Durch die verdeckten Ermittlungen war schnell klar, dass hier verschiedene Täter gut organisiert und konspirativ ihre Drogengeschäfte vollzogen. Alle waren äußerst vorsichtig und hatten ihr Umfeld intensiv im Blick. Dementsprechend vorsichtig mussten Zivilfahnder vorgehen, um nicht erkannt zu werden. So entdeckten die Polizisten auch die “Zentrale” der Tatverdächtigen in einem Wohnblock am Konrad-Martin-Platz. Neben der Aldegrever Straße lagen die Drogenumschlagsplätze an der Fürstenbergstraße und an der Westernmauer. Die Kunden bestellten offensichtlich telefonisch und wurden dann von der Bande auf offener Straße “bedient”. Den Aktivitäten zur Folge gehen die Fahnder davon aus, dass an manchen Tagen nahezu alle 15 Minuten ein Drogenhandel stattfand. Mit diesen Ermittlungsergebnissen beantragte die Staatsanwaltschaft Durchsuchungsbeschlüsse und die Drogenfahnder planten einen Zugriff, bei dem möglichst alle drei aktiven Bandenmitglieder zeitgleich dingfest gemacht und Beweise gesichert werden konnten.
Am Donnerstagvormittag trafen sich alle Einsatzkräfte zu einer letzten Einsatzbesprechung und begannen dann mit einer verdeckten Aktion, die sich über mehrere Stunden hinzog. Gegen 16.00 Uhr wurde ein Tatverdächtiger (21) bei einem Drogenverkauf auf der Promenade zwischen Westernmauer und Friedrichstraße beobachtet. Das war der Zeitpunkt des Zugriffs. Die Einsatzkräfte nahmen den mutmaßlichen Dealer und seinen “Kunden” (38) fest. Das gehandelte Kokain hatte der Abnehmer dabei – das mutmaßliche Drogengeld wurde beim Tatverdächtigen gefunden. Im Anschluss drangen Einsatzkräfte in die Wohnung der Bande ein, wo zwei weitere mutmaßliche Bandenmitglieder (19/26) festgenommen und die Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt wurden. In Verstecken fanden die Beamten verkaufsfertig verpackte Kokain-Einheiten im Straßenverkaufswert von etwa 20.000 Euro sowie weiteres Material, das beim Drogenhandel genutzt wird.
Die drei Tatverdächtigen halten sich illegal in Deutschland auf. Sie sind bislang nicht polizeilich aufgefallen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft sollen die Albaner am Freitag dem Haftrichter am Paderborner Amtsgericht vorgeführt werden. Gegen den vorläufig festgenommenen “Kunden” wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Er konnte das Gewahrsam nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen verlassen.