Artenvielfalt fördern

Haben Wildpflanzen für mehr Artenvielfalt gesät: Jan Wisomiersky und Joachim von Reden (v.l.).

Alternative zum Maisanbau beim Projekt NaTourEnergie gezeigt –

Wendlinghausen . Monokulturen und der erhöhte Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln hat sich in den vergangenen Jahren auf die Artenvielfalt ausgewirkt. Wie eine Alternative, insbesondere zum konventionellen Maisanbau, aussehen kann, gibt es jetzt in und um Wendlinghausen zu entdecken. Das Projekt NaTourEnergie und das Schloss und Gut Wendlinghausen haben auf elf Ackerstreifen Wildpflanzen gesät. Mit dem Pflanzexperiment wollen die Beteiligten die positiven Auswirkungen von Mischkulturen auf das Artenreichtum zeigen. „Wir möchten auf unseren NaTourErlebnisführungen auf das Thema aufmerksam machen und die Politik von der Wichtigkeit überzeugen“, erklärt Jan Wisomiersky, Projektkoordinator NaTourEnergie.
Aktuell werden im bundesweiten Vergleich zu Mais nur 0,5 Prozent blühende Biomasse im Lebensraum Feldflur angebaut. Hier sieht NaTourEnergie Potenzial für mehr Artenvielfalt. Auf den Ackerstreifen haben die Projektpartner daher auf eine spezielle Saatmischung zurückgegriffen, die das „Netzwerk Lebensraum Feldflur“ bundesweit erforscht und weiterentwickelt hat. Beifuß, Fenchel oder Malve: Über 21 Pflanzenarten wurden für den Sortenversuch „Energie aus heimischen Wildpflanzen“ ausgebracht. „Ich bin Joachim von Reden vom Schloss und Gut Wendlinghausen sehr dankbar, dass er sich so intensiv am Projekt beteiligt und die Flächen kostenlos zur Verfügung stellt und bewirtschaftet“, so Wisomiersky.
Während der Erlebnisführungen wird neben der Bedeutung von Wildpflanzen für den Artenschutz auch auf ihren wirtschaftlichen Nutzen hingewiesen: Die Aussaat mehrjähriger Wildpflanzenmischungen bietet im Sommer wie im Winter lebenswichtige Deckung für Wildtiere. Die langen Blühzeiten und großen Blühflächen verbessern zudem das Nahrungsangebot für Insekten und Wildtiere. Gegenüber klassischen Energiepflanzen kann auf mineralische Düngung und chemische Pflanzenschutzmittel weitgehend verzichtet werden. „Damit können wir einen echten Beitrag für mehr Artenschutz in der offenen Landschaft leisten und gleichzeitig einen Teil zur Energiegewinnung beitragen, denn aus den Pflanzen kann Biogas gewonnen werden“, sagt Wisomiersky. Klar ist den Projektteilnehmern aber, dass die Initiative auch ihre Grenzen hat: Wildpflanzen sind nur eine Ergänzung und kein Ersatz zum Maisanbau.
Details und Buchung der NaTourErlebnisführungen unter www.natourenergie.de