Schliefenanlage Lemgo-Voßheide: Anzeige erstattet!

Lemgo. Ein Whistleblower ließ PETA im Januar Aufnahmen von Füchsen in der Schliefenanlage in Lemgo-Voßheide zukommen. Dort werden Hunde für die „Baujagd“ abgerichtet, indem sie in einem Tunnelsystem Füchse aufspüren müssen. Das Material zeigt, wie ein Fuchs malträtiert wird, um ihn in eine bestimmte Richtung zu drängen, es zeigt verhaltensgestörte Tiere. Es liegen mehrere Expertengutachten vor, die bestätigen, dass die Füchse in dem Video starke Anzeichen von Stress zeigen. Die Organisation hat nun bei der Staatsanwaltschaft Detmold eine Straf- und Ordnungswidrigkeitenanzeige gegen alle für die Fuchshaltung verantwortlichen Personen erstattet. Gefordert wird ein Betriebsverbot. An Landrat Lehmann wird appelliert, den Ordnungswidrigkeitentatbestand zu prüfen und die Füchse in der Anlage umgehend durch das Veterinäramt zu beschlagnahmen und an eine geeignete Auffangstation zu übergeben.

Die Versorgung der gehaltenen Füchse in der Anlage im Kreis Lippe über mehrere Tage hinweg war bereits 2018 Gegenstand eines Strafverfahrens vor dem Amtsgericht Lemgo (Az.: 25 Ds 49/18 – 25 Js 650/17). Schon damals übergab PETA dem Landrat eine Petition mit der Forderung, die Anlage zu schließen. „Wir hoffen, dass Herr Dr. Lehmann nun endlich handelt. Die Zustände sind nicht tragbar, auch das Tierschutzgesetz untersagt es, ein Tier gegenüber einem anderen Tier auf Schärfe abzurichten oder ein Tier auf ein anderes zu hetzen“, so Dr. Christian Arleth, Rechtsanwalt. In einigen europäischen Ländern sind Schliefenanlagen aus Tierschutzgründen längst verboten, während es in Deutschland noch immer rund 100 Einrichtungen dieser Art gibt.