Die städtischen Ehrenamtsbeauftragten Lemgos Marlen Grote und Philip Pauge.

Austausch und gemeinsame Aktionen im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements –

Lemgo/Stendal. Die langjährigen Partnerstädte Stendal und Lemgo bilden im Programm „Engagierte Stadt“ ein Tandem. Während Stendal seit 2015 Teil dieses bundesweiten Netzwerks ist, gehört Lemgo seit dem vergangenen Jahr zum Kreis der aktuell 73 Engagierten Städte in Deutschland. Die Hansestädte möchten sich im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements gegenseitig beflügeln. Ideen und Erfahrungen der einen Stadt sollen sich auch in der anderen wiederfinden. Ein persönliches Treffen zum Auftakt war bisher aufgrund des Corona-Schutzes noch nicht möglich. Der Austausch läuft zurzeit über regelmäßige Videokonferenzen.
„Engagierte Stadt, das passt gut zu Lemgo. Ehrenamt ist uns sehr wichtig und sogar eins unserer Stadtziele“, sagt Bürgermeister Markus Baier. In der Alten Hansestadt Lemgo liegt die Umsetzung in den Händen der beiden städtischen Ehrenamtsbeauftragten Marlen Grote und Philip Pauge. In Stendal hat mit der Freiwilligen-Agentur Altmark e.V. ein gemeinnütziger Verein die Trägerschaft der „Engagierten Stadt“ übernommen. Prozessmanagerin Marion Zosel-Mohr arbeitet eng mit der Stadtverwaltung zusammen, die das Bürgerzentrum „Kleine Markthalle“ und die Arbeit des Vereins finanziell unterstützt. „Die vielen Ehrenamtlichen, die sich individuell oder auch in Vereinen engagieren, sind ein Grundpfeiler unseres solidarischen Zusammenlebens in Stendal. Wir schätzen uns glücklich, mit der Freiwilligen-Agentur einen so verlässlichen Koordinator für das Ehrenamt zu haben“, unterstreicht Oberbürgermeister Klaus Schmotz.

Viele gemeinsame Themen

Für die Partnerstädte war es naheliegend, sich auch als Engagierte Städte miteinander zu verbünden.
„In den ersten Gesprächen haben sich schon viele gemeinsame Themen abgezeichnet, wo wir voneinander lernen, uns gegenseitig beraten und miteinander Erfahrungen austauschen können“, stellt Philip Pauge fest. Dazu gehört auch die unterschiedliche Perspektive bei der Aktivierung von freiwilligem Engagement. In Stendal ist mit der „Kleinen Markthalle“ aus der Bürgerschaft heraus ein Ort für ehrenamtliche Aktivitäten entstanden. Die Stadt Lemgo hat im Ortsteil Hörstmar gerade Räume für Vereine und Gruppen neu geschaffen und in der Innenstadt entsteht im historischen „Haus Wippermann“ ein weiteres offenes Raumangebot. Marlen Grote: „Diese mit Leben zu füllen, aber auch ganz praktisch die Nutzung durch unterschiedliche Gruppen zu organisieren, das ist für Lemgo eine neue Aufgabe, die in Stendal bereits erfolgreich gemeistert wird.“
Umgekehrt schafft es Lemgo schon seit 20 Jahren, im Frühjahr die ganze Stadt zum Müllsammeln auf die Beine zu bringen. Ein solcher „Frühjahrsputz“ ist in Stendal 2021 erstmals geplant. Verschiedene Partner wie die Wirtschaftsjunioren Altmark sind bereits mit im Boot, die Stadtverwaltung hat ihre Unterstützung signalisiert und auch Wohnungsbauunternehmen zeigen Interesse. „Ganz im Geist der Engagierten Städte soll es eine Gemeinschaftsaktion von Zivilgesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft werden“, sagt Marion Zosel-Mohr. Erschwerend wirkt sich die anhaltende Corona-Pandemie aus. „Wir stehen in engem Austausch darüber, wie wir den Frühjahrsputz trotzdem in beiden Städten hinbekommen können“, so Stendals Prozessmanagerin.
Beide Städte haben darüber hinaus ähnliche „Baustellen“, etwa die Aktivierung der Ortsteile, wo in Lemgo schon einige erfolgreiche Projekte im Rahmen der Quartiersarbeit gelaufen sind, und die Reaktivierung von durch Leerstand geprägten Vierteln, wo in Stendal derzeit viel passiert. „Unser gemeinsames Ziel ist es, mehr Menschen zu begeistern, gemeinschaftlich in ihrem Lebensumfeld aktiv zu werden“, erklärt Marion Zosel-Mohr, „dazu laden wir alle Interessierten ein.“