TBV Lemgo Lippe: Das war knapp

Am 24. Spieltag der DKB Handball-Bundesliga empfing der TBV Lemgo Lippe die Rhein-Neckar Löwen aus Mannheim in der Phoenix Contact-Arena. Die 4540 Zuschauer in der Halle sahen im heutigen Top-Spiel eine hartumkämpfte Partie. Der TBV kam gut ins Spiel und konnte sich zur Halbzeit eine knappe 11:10-Führung erspielen. Am Ende reichte es leider nicht und das Team von Florian Kehrmann musste sich mit 23:25 geschlagen geben. Bester Lemgoer Werfer war erneut Tim Suton mit sieben Treffern.


Hoch steigt hier Isaias Guardiola, der zweimal im Spiel gegen die Löwen traf.

Nachdem der TBV in den vergangenen Wochen mit starken Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte, konnte Kehrmann gegen die Löwen fast auf seinen gesamten Kader zurückgreifen. Lediglich Donát Bartók hatte noch mit zu starken Knieproblemen zu kämpfen, sodass ein Einsatz unmöglich war.

Die Gastgeber gingen mit Zieker und Hornke auf den Außenbahnen, Carlsbogård, Suton und Guardiola im Rückraum, Theuerkauf am Kreis und Johannesson im Tor ins Spiel. Die Gäste hatten zunächst Anwurf und konnten ihren ersten Angriff direkt erfolgreich verwandeln. Im Gegenzug erzielten die Lemgoer Hausherren nach zwei Minuten den 1:1-Ausgleich. Der TBV kam insbesondere in der Abwehr um Abwehrchef Fabian van Olphen gut ins Spiel und konnte den Angriff der Löwen häufig unterbrechen. Nach neun Minuten gelang Jonathan Carlsbogård der Ausgleichstreffer zum 3:3. Zwei Minuten später geriet der TBV mit 3:5 in Rückstand, verkürzte jedoch in der 14. Spielminute durch van Olphen zum 5:6. Löwen-Trainer Nicolaj Jacobsen zog seine erste Auszeit und die Badener agierten anschließend mit dem siebten Feldspieler und nahmen ihren Torhüter raus. Die Lipper zeigten trotz Unterzahl eine starke Abwehrleistung und blieben weiter dran. Zehn Minuten vor der Halbzeitsirene glich Peter Johannesson mit seinem Wurf auf das leerstehende Tor der Löwen zum 7:7 aus. In der 21. Spielminute zog Kehrmann seine erste Auszeit und gab Tim Suton eine kurze Pause, für ihn kam Dani Baijens ins Spiel. Nachdem die Löwen auf 7:9 erhöhten, holte Theuerkauf im nächsten Angriff den ersten Siebenmeter der Partie raus, den Hornke sicher zum 8:9 verwandelte. Die Abwehr setzte die Löwen weiter unter Druck und konnte den nächsten Ball erobern. Die Lipper schalteten schnell um und räumten in der zweiten Welle bis auf Patrick Zieker auf Linksaußen ab, der den 9:9-Ausgleich erzielte. Eineinhalb Minuten vor der Halbzeit bekam Carlsbogård die erste Zeitstrafe für den TBV und musste für zwei Minuten pausieren. Johannesson konnte den nächsten Ball der Löwen parieren und schickte seine Mannschaft in den Angriff. Die Lemgoer Zuschauer erhoben sich aus ihren Sitzen und feuerten ihr Team lauthals an. Suton setzte sich gegen den Badener Mittelblock durch und erzielte 25 Sekunden vor der Sirene den 11:10-Halbzeitstand.

Die Lipper konnten ihren ersten Angriff in der zweiten Halbzeit über Tim Suton zum 12:10 abschließen, ehe kleine Unkonzentriertheiten im Angriff die Löwen in der 33. Minute nutzten, um zum 12:12 auszugleichen. Nachdem die Löwen erneut die Führung übernehmen konnten, kam Dominik Ebner in der 36. Minute für Isaias Guardiola im Angriff ins Spiel. Drei Minuten später zog Kehrmann seine nächste Auszeit, nachdem Alexander Petersson sich auf Halb durchsetzen konnte und den 12:15-Führungstreffer für die Gäste erzielte. Im Tor kam anschließend der Wechsel zwischen Johannesson und Wyszomirski. Nach neun torlosen Minuten setzte sich Ebner auf Halbrechts gegen Mads Mensah Larsen durch und erzielte den Treffer zum 13:16. Anschließend parierte Wyszomirski gegen Kreisläufer Kohlbacher, Tim Hornke wurde in den Tempogegenstoß geschickt und setzte sich gegen Sigurdsson, der zusätzlich eine Zweiminutenstrafe bekam, zum 15:17 durch. Die Lipper leisteten sich im Angriff jedoch erneut zu einfache Fehler, die die Löwen nutzten und ihre Führung eine Viertelstunde vor dem Ende auf 15:20 ausbauten. Kehrmann zog seine letzte Auszeit und brachte für Carlsbogård TBV-Kapitän Kogut ins Spiel, der sich direkt zum 16:20 durchsetzen konnte.

Es standen noch knapp zehn Minuten auf der Anzeigetafel, als Andy Schmid von den Löwen einen Siebenmeter vergab und sich Isaias Guardiola auf der anderen Seite durchsetzen konnte und zum 17:20 verkürzte. Anschließend blockte Lemgo den nächsten Ball der Mannheimer und Zieker sicherte den Abpraller. Dabei wurde er jedoch unglücklich von Petersson im Gesicht getroffen, der dafür für zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen musste. Der TBV nutzte die Überzahl und verkürzte durch Hornke zum 20:22. Als Florian Kehrmann knapp drei Minuten vor dem Schlusspfiff einen Wechselfehler der Löwen beim Kampfgericht anmerkte, wurde es kurz hektisch an der Seitenlinie. Der Wechselfehler wurde vom Kampfgericht nicht bemerkt, wodurch das Spiel ohne weitere Bestrafung weiter ging. Beim Stand von 21:23 zeigt Wyszomirski die nächste gute Parade und sicherte dem TBV die Hoffnung auf ein Unentschieden. Im Angriff konnte Guardiola die nächste Zeitstrafe gegen Mannheims Petersson rausholen und der TBV konnte die letzten Spielminuten in Überzahl agieren. Tim Suton setzte sich erneut durch und erzielte den 22:23-Anschlusstreffer. Im Gegenzug nahm Jacobsen 44 Sekunden vor Schluss seine letzte Auszeit. Die Löwen trafen, aber auch Tim Hornke behielt Nerven und netzte zum 23:24 ein. Vier Sekunden vor dem Schluss besiegelte jedoch Löwen-Spielmacher Andy Schmid mit seinem fünften Treffer den Sieg für die Mannheimer. Am Ende muss sich der TBV knapp mit 23:25 geschlagen geben.

TBV-Trainer Florian Kehrmann war nach der Partie gegen die Löwen sichtlich enttäuscht: „Wir haben uns heute in der ersten Viertelstunde im Angriff sehr schwergetan, haben aber über knapp 50 Minuten sehr, sehr gut verteidigt. Leider haben wir zu Beginn der zweiten Hälfte etwas nachgelassen und nicht konsequent gestanden. Trotzdem haben wir es geschafft, auch mit Hilfe der tollen Unterstützung in der Halle, uns auf drei Tore zurückzukämpfen. In der Schlussphase muss dann einfach alles passen, um zu gewinnen und das war bei uns heute nicht der Fall. Nun müssen wir den Mund abputzen und uns auf die nächste Partie, bei den Eulen Ludwigshafen, vorbereiten.“

Johannesson (1), Wyszomirski; Suton (7), Hornke (6/1), Guardiola (2), van Olphen (2), Zieker (1), Kogut (1), Theuerkauf (1), Ebner (1), Klimek, Carlsbogård (1), Hübscher