TH OWL mit Segelboot auf der „boot“ in Düsseldorf

Die Studierenden mit dem Prototyp Ihres Segelboots. Foto: TH OWL

Lemgoer wollen ihr Boot zum Technologieträger für den Werkstoff Holz machen

Lemgo. Am Samstag startete in Düsseldorf die weltgrößte Wassersportmesse „boot“. Die Technische Ostwestfalen-Lippe zeigt auf der Messe, dass Holz bei High-Performance Segelbooten Kunststoffen das Wasser reichen kann
Ein Team, ein Ziel: Studierende der Technischen Ostwestfalen-Lippe bauen ein Regatta-Boot aus Holz. Die Studierenden um Teamchef Professor Adrian Riegel kommen aus drei verschiedenen Studiengängen. Dem Bachelorstudiengang Holztechnik und den Masterstudiengängen Wirtschaftsingenieurwesen der Holzindustrie und Production Engineering and Management. Sie sind jetzt mit dem Prototyp ihres Bootes auf der „boot“ in Düsseldorf. Im Sommer 2020 wollen sie mit dem fertigen Boot ihre erste Regatta bestreiten. Den Vela Cup am Gardasee. Die Regeln: Zwei Studierende, ein Segelboot aus mindestens 75 Prozent nachwachsenden Rohstoffen.

Die Lemgoer wollen ihr Segelboot zum Technologieträger für den Werkstoff Holz machen. Ihr Motto lautet, alles was geht aus Holz und möglichst wenig Abfall. Das ist gar nicht so einfach. Denn das Boot soll mit Segel nicht schwerer als 100 Kilogramm werden, um schnell und wendig zu sein. Das fertige Boot wird 4,6 Meter lang und 2,1 Meter breit sein. Mit einer Segelfläche von 33 qm.
Die übliche Baumethode für derartige Regattaboote hat den Nachteil, dass sie vergleichsweise viel Abfall produziert. Baumethoden, bei denen das Boot aus Sperrholzformen zusammengenäht und mit Epoxidklebenähten verstärkt wird, fallen wegen des ungünstigen Strömungsverhaltens raus. Deshalb hat sich das Team der TH OWL für eine klassische Bauweise entschieden. Eine Mischung aus Leisten auf Spanten bzw. Platten auf Rahmen. Der Rahmen bzw. das Gerüst besteht nur aus 6 mm dicken Sperrholzplatten, die geschlitzt in einander gesteckt werden. Um alle Aussparungen problemlos auch mit scharfen Innenecken fertigen zu können, wurde das Bootsbau-Sperrholz Epoxidharz grundiert und dann auf einer Wasserstrahlschneidanlage geschnitten. Zusätzlich wurden noch Senten aus Kiefer eingezogen. Für die Seitenborde haben die Studierenden Sperrholz unterschiedlicher Dicke durch Schäfte verbunden. Für den Boden des Rumpfes hat ein Student in einer Master-Arbeit Sandwich-Strip-Planks entwickelt.
Das Studierenden-Team aus dem Fachbereich Produktions- und Holztechnik stellt auf der „boot“ in Düsseldorf einen Prototyp des Bootes vor. Die Studierenden wollen bei Bootsbauern Werbung für den Werkstoff Holz bei schnellen Booten machen und auf der Messe weitere Unterstützer für das Projekt gewinnen.
Der Härtetest für das fertige Boot kommt dann im Sommer auf dem Gardasee. Bei der Regatta treten 15 internationale Teilnehmer in mehreren Läufen gegeneinander an. Das bedeutet für die Studierenden, ihr selbst gebautes Boot unter Wettkampfbedingungen zu segeln. Deshalb üben die Studierenden aktuell nicht nur für die Klausuren, sondern auch das Segeln, unter anderem auf dem Steinhuder Meer.