Über den Brexit diskutiert

Diskutierten über den Brexit: Angie Reeh und Bob Wells, Vorsitzende des Deutsch-Englischen Clubs, Rage Courage, Britischer Generalkonsul in Düsseldorf, sowie der stellvertretende Bürgermeister Martin Pantke (v.l.).

Britischer Generalkonsul sprach im Paderborner Rathaus über Beziehungen zwischen Großbritannien und EU –

Paderborn. Ein Diplomat zu Besuch im Paderborner Rathaus. Der Britische Generalkonsul in Düsseldorf, Rafe Courage, referierte über die zukünftige Partnerschaft zwischen Großbritannien und der Europäischen Union. Der englischsprachige Vortrag war Teil einer Diskussionsveranstaltung, zu der der Deutsch-Englische Club zusammen mit der Stadt Paderborn eingeladen hatte.
Die Veranstaltung zeigte, dass der voraussichtliche Austritt des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland aus der EU auch in Paderborn viele Bürgerinnen und Bürger beschäftigt: Zahlreiche Gäste waren in den großen Saal des Rathauses gekommen, um über den sogenannten Brexit zu diskutieren, darunter auch in Paderborn stationierte Streitkräfte sowie ihre Angehörigen und Freunde. Der zweite stellvertretende Bürgermeister Martin Pantke freute sich daher besonders, mit Rafe Courage einen Experten mit großer diplomatischer Erfahrung im Rathaus begrüßen zu dürfen. Mit Blick auf die derzeitigen Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU hoffe er, dass eine Lösung gefunden werden, die im Sinne der Bürgerinnen und Bürger sei.
Auch die Vorsitzende des Deutsch-Englischen Clubs, Angie Reeh, hieß den Generalkonsul willkommen. In ihrer Begrüßung blickte sie auf die langjährigen freundschaftlichen Beziehungen zwischen Briten und Deutschen in Paderborn zurück, die der Deutsch-Englische Club auch in Zukunft fördern wolle. Die Nachricht, dass 200 britische Soldaten mit ihren Familien in Paderborn bleiben werden, habe viele Paderbornerinnen und Paderborner gefreut.
Anschließend referierte Rafe Courage über den Brexit und seine Konsequenzen. Courage, der nach der „Freedom of the city“-Parade im Juni bereits zum zweiten Mal in Paderborn war, ist seit Juli 2017 Britischer Generalkonsul für Nordrhein-Westfalen, Hessen, Saarland und Rheinland-Pfalz. Zuvor war er an britischen Vertretungen in Belgien, Pakistan, der Türkei und den USA tätig. Zu Beginn seines Vortrages zitierte Courage die britische Premierministerin Theresa May: „We are leaving the EU, but we are not leaving Europe“. Die zukünftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU zu gestalten, sei keine einfache Aufgabe. Großbritannien sei jedoch daran interessiert, seine freundschaftlichen Beziehungen in Europa aufrecht zu erhalten. Das Land wolle auch weiterhin in vielen Bereichen eng mit seinen europäischen Partnern zusammenarbeiten, zum Beispiel in der Wirtschaft, im Bereich der Sicherheit oder im Klimaschutz. Courage verwies in diesem Zusammenhang auf die lange Geschichte der Partnerschaft zwischen den Staaten, die bereits vor der Europäischen Union bestanden habe. Durch den Brexit dürften keine neuen Barrieren geschaffen werden, betonte Courage. Im Anschluss an seinen Vortrag beantwortete der Generalkonsul Fragen aus dem Publikum. Persönliche Anliegen konnten Bürgerinnen und Bürger, die vom Brexit betroffen sind, im zweiten Teil der Veranstaltung besprechen. In geschlossenem Kreis bestand die Möglichkeit der Beratung durch Rafe Courage sowie durch den Leiter des Einwohner- und Standesamtes der Stadt Paderborn, Heribert Zelder.