Die Lemgoer Grünen machten sich vor Ort ein Bild vom Zustand des Lemgoer Waldes.

Waldbegang der Lemgoer Grünen zeigt dramatischen Wandel im Wald –

Lemgo. Der Waldbegang der Lemgoer Grünen-Fraktion offenbarte die drastischen Folgen der Hitzeperioden der vergangenen Jahre in der Lemgoer Mark. Forstamtsleiter Hans-Friedrich Meiercord führte die Folgen des Klimawandels und die künftigen Aufgaben für die Forstarbeit am praktischen Beispiel vor. Eindringlich schilderte er, warum das Jahr 2018 als Umschlagpunkt gilt: Das Ende der Fichtenbestände bedeute auch das Ende der bisherigen Forstwirtschaft für Nadelholzmonokulturen. Nun müsse man alles tun, um den Wald sich naturgemäß erholen zu lassen und behutsam und standortgerecht neu zu verjüngen, zum Beispiel mit Eiche, Hainbuche und Esskastanie. Wie zur Bestätigung seiner Worte standen die ca. 25 Anwesenden in einem Regen aus Fichtennadeln, während Meiercord an sterbenden Bäumen die Arbeit des Borkenkäfers erläuterte – 10.000 Käfer seien an einer Fichte aktiv.
Damit verändere sich laut Meiercord auch die Nutzung des Waldes: Früher war die Holzvermarktung ein wichtiger Faktor. Nun geht es vor allem um Umweltschutz und um Erhalt einer naturgemäßen Waldgesellschaft.
Meiercord warnte auch vor Schnellschüssen: Einfaches Bäumepflanzen mit Fördergeldern löse kein Problem. Ziel müsse der langsame Aufbau eines vielfältigen Waldes sein. Es gebe keine Erfahrungen mit einer Situation wie heute – deshalb helfe auch nicht ein Wechsel von der Fichte zu einer anderen Nadelholzart.
Die Anwesenden, Grüne Fraktionsmitglieder und Interessierte, waren betroffen. Fraktionsvorsitzender Dr. Burkhard Pohl: „Der Auftrag an die Politik ist klar: Wir müssen den kommenden Generationen intakte Wälder hinterlassen. Dazu zählen neue Mischwälder mit viel Laubanteil, mehrbnaturgemäße Waldwirtschaft mit mehr Wildnis. Wir Grüne unterstützen das Prinzip der nachhaltigen Forstpraxis in Lemgo. Der Zustand des Waldes wirkt auch direkt auf das Stadtklima – Waldschutz ist Klimaschutz.“
Zu Beginn des Rundgangs besichtigte die Gruppe das entstehende Waldbiotop gegenüber des Wildschweingeheges am Lüerdisser Weg. Dort soll eine Streuobstwiese mit 38 Bäumen sowie eine waldpädagogische Erlebniswelt für alle Kitas entstehen. Die Grünen zeigten sich von den Plänen sehr angetan. Hier entstehe ein ökologisches und pädagogisches Vorzeigeprojekt für die ganze Region.