„Wirkungsorientierung in Gemeinden“

Das KoWiSt-Projektteam und die ReferentInnen bei der Fachtagung zum Thema „Wirkungsorientierung in Gemeinden“ auf dem Campus Villach der Fachhochschule Kärnten.

Lemgo bei internationaler Fachtagung –

Lemgo/Kärnten. Am 27. Juni 2018 fand unter dem Titel „Wirkungsorientierung in Gemeinden“ die Fachtagung des Projekts „KoWiSt“ (Kompetenzaufbau für eine wirkungsorientierte Steuerung) am Campus Villach der Fachhochschule Kärnten statt. Im Rahmen dieser Tagung berichteten der I. Beigeordnete und Kämmerer Dirk Tolkemitt sowie Doris Blome, Stab Strategieplanung und Wirtschaftsförderung, von ihren Erfahrungen der strategischen Steuerung in der Alten Hansestadt Lemgo.
Mit der Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements (NKF) und der damit verbundenen neuen Buchführungsmethode wurde seitens des Landes Nordrhein-Westfalen auch die Absicht verbunden, dass die Kommunen künftig ergebnis- und erfolgsorientiert handeln. Diese Form der wirkungsorientierten Steuerung wurde in Lemgo bereits im Jahr 2011 eingeführt und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt.
Aus diesem Grund wurde die Alte Hansestadt als eine von zwei deutschen Städten ausgewählt, an dem internationalen, mit Mitteln des ERASMUS+ Programms geförderten Projektes „KoWiSt“ von Hochschulen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Italien und der Slowakei als Modellkommune mitzuwirken.
Im Projekt wurde eine Online-Lernplattform erarbeitet, welche es Gemeinden ermöglicht, laufende oder geplante Vorhaben webbasiert an den Zielen der wirkungsorientierten Steuerung auszurichten und zu überprüfen. Im Zuge der Fachtagung wurde diese Online-Lernplattform, die kontinuierlich an die Bedürfnisse der Kommunalpolitik und Verwaltung angepasst wurde, einem Fachpublikum vorgestellt. Neben Beiträgen zur Wirkungsorientierung in der österreichischen Bundesverwaltung und im Land Kärnten standen dabei der Erfahrungsaustausch zwischen den beteiligten Gemeinden und die Diskussion von Möglichkeiten und Grenzen der wirkungsorientierten Steuerung in kleinen und mittleren Kommunalverwaltungen im Vordergrund.
Ungeachtet der institutionellen Unterschiede, zeigte sich, dass sich die Gemeinden aus den Partnerländern mit denselben Herausforderungen und Themen konfrontiert sehen. Diese reichen von Nachhaltigkeit und Energie, über den demographischen Wandel bis hin zu finanziellen Einschränkungen. “Wir arbeiten für Bürgerinnen und Bürger. Da die Problemlagen in allen Gemeinden ähnlich sind, ist es notwendig, sich auch europaweit mit dem Thema auseinanderzusetzen. Der Mehrwert dieser Tagung liegt im Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen sowie in dem Input, der die eigene Arbeit sehr bereichert“, so Dirk Tolkemitt, I. Beigeordneter und Stadtkämmerer der Alten Hansestadt Lemgo.
Es zeigte sich auch, dass Gemeinden vom Ansatz der Wirkungsorientierung in vielerlei Hinsicht profitieren können. „Durch Wirkungsorientierung kommt man schneller und besser ans Ziel. Auch finanzschwache Gemeinden können das“, sagt Ferdinand Bevc, Amtsleiter der Marktgemeinde Eisenkappel-Vellach. Werden die vorhandenen Mittel stärker an Wirkungen orientiert, die für die kommunale Entwicklung wichtig sind, können die ohnehin schon knappen Ressourcen geschont und ein Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinden erzielt werden. Die Wirkungsorientierung trägt aber auch intern dazu bei, die Motivation der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu erhöhen, indem sie ihre Arbeit als Beitrag zur Erreichung übergeordneter Ziele erkennen. „Die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist aus meiner Sicht enorm gestiegen, weil sie merken ‘das, was ich tue, das hat auch die richtige Wirkung‘“, berichtet LAbg. Herbert Gaggl, Bürgermeister der Marktgemeinde Moosburg.