Wollbrink: “Es gibt wenig zu kritisieren!”

Lemgo/Lüerdissen (ruko). Fast schon traditionell legte der VfL Lüerdissen in den vergangenen Serien in der Lemgoer Liga A einen mehr oder weniger miserablen Saisonstart hin. In dieser Saison stellt sich das aber sehr zur Freude der Lemgoer Vorstädter ganz anders da. Der VfL startet blendend in die Serie und rangiert zurzeit auf Plazt drei in der Tabelle. Der sport-insider sprch mit Lüerdissens Sportlichen Leiter Willi Wollbrink, der die bisherige Spielzeit aus seiner Sicht bewertet.

Norman Wehmeier, der vom TuS Brake kam, hatte keine Probleme sich im Team des VfL schnell zu integrieren.

Wie zufrieden bis du mit dem bisherigen Verlauf der Saison?

Wollbrink: Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf. Obwohl wir uns vor der Saison schon erhofft hatten, im oberen Drittel zu stehen, war mit Platz 3 nach 10 Spieltagen nicht unbedingt zu rechnen. Die Coronapause hat uns nicht so viel geschadet, einige verletzte Spieler wie Marcus Klewe zum Beispiel, konnten ihre Verletzung in Ruhe auskurieren. Dazu kam meiner Meinung nach auch die Erfahrung der Mannschaft, die größtenteils schon einige Jahre zusammen spielt und so zum Beispiel keine großen Aufgeregtheiten zu spüren waren, wenn man durch die Corona-Vorgaben nur draußen Besprechungen abhalten konnte, bzw. sich teilweise auch draußen umziehen musste.

Was genau lief in der Mannschaft nicht so, wie du dir das vorgestellt hast. Woran muss gearbeitet werden?

Wollbrink: Es gibt wenig zu kritisieren. Vielleicht haben wir drei, vier Tore zu viel kassiert, dafür sind aber auch wieder für unsere Verhältnisse etliche Tore auch geschossen worden.

“Auf jedes
Spiel gefreut!”

Womit bist du bisher zufrieden? Auf was lässt sich aufbauen?

Wollbrink: Die Trainingsbeteiligung war von Beginn an sehr hoch, die Mannschaft hat unheimlich viel Lust an den Tag gelegt, hat sich auf jedes Spiel gefreut, was stattfand. Die Trainer haben den schon sehr guten Teamgeist noch einmal stärker in den Vordergrund gestellt.

Wie haben sich die Neuzugänge bisher bei euch integriert?

Wollbrink: Letztendlich waren es nur 2 Spieler, wenn man Patrick Günther dazu zählt, der ja erst richtig Anfang August angefangen hat, sind es drei und alles ist sehr gut gelaufen. Tim Krüger vom TBV Lemgo kannte den Verein und die meisten Spieler ja schon, so dass die Eingewöhnungsphase kurz war und wir im Vorfeld schon wussten, dass er jederzeit eine Verstärkung ist. Norman Wehmeier hat sich toll entwickelt, ist vielseitig einsetzbar und ist auch schon ein fester Bestandteil der Mannschaft. Wann immer Fabian Grob vom Studium aus Aachen zu Hause ist, erweitert auch er den Kader.

Welche eurer Spieler haben den größten Sprung in ihrer Entwicklung gemacht?

Wollbrink: Ich denke, dass sich gerade Bennett Fiedler, Dominik Linnenbrügger und unser Keeper Luc Brunton sehr gut innerhalb der Mannschaft weiter entwickelt haben. Alle drei Spieler haben deutlich mehr Selbstbewusstsein entwickelt, brauchten vielleicht auch erst das eine Jahr, um zu sehen, dass wir in Lüerdissen mit der Mannschaft, Trainern und Betreuern offen umgehen und die Spieler bei uns in Ruhe Fußball spielen können.

Wie hält sich das Team in der Corona Zeit fit?

Wollbrink: Genau kann ich es nicht sagen, aber ich glaube, dass wieder einige Spieler auf dem Wall laufen und über die WhatsApp-Gruppe Vorschläge an die Mannschaft geben, was man alles so machen kann. Es wird also ähnlich verfahren wie im Sommer, da sind wir gut mit klar gekommen.

“Keine
Winterneuzugänge!”

Sind Winterneuzugänge bei euch geplant?

Wollbrink: Nein, der Kader hat eine vernünftige Größe und es kommen im Frühjahr noch Chris Wolf und Chris Bailis aus ihren Verletzungen zurück. Sie haben im Oktober schon angefangen zu trainieren. Wir wollen allen so viel Spielpraxis geben, wie irgendwie möglich. Bei einem zu großen Kader fallen immer einige hinten runter.

Was glaubst du wie und wann diese Saison weitergeführt werden kann?

Wollbrink: Ich hoffe, dass die Saison im Frühjahr wieder losgeht. Die Vereine haben alles getan, um die Hygienevorschriften umzusetzen, bzw. sie einzuhalten. Das hat meiner Meinung auch gut geklappt, bis zum aktuellen Stopp. Ich bin auch davon überzeugt, dass bei uns in der Liga mindestens 50% aller Spiele gespielt werden können, mehr als 30 % sind ja, glaube ich, schon gespielt. Und wenn das der Fall ist, gibt es auf jedenfall ein festgeschriebenes Szenario, welches zum Tragen kommt.

Wer holt sich den Meistertitel in dieser Saison in der Kreisliga A und warum?

Wollbrink: Das ist schwer zu sagen. Schaut man sich die Tabelle und die Kaderbreite an, müsste man sagen, Leopoldshöhe oder Asemissen. Aber Bad Salzuflen ist nah dabei und der Ahmsen, der noch 2 Spiele weniger hat, zähle ich auch noch dazu. Ben/Ho und wir können sicherlich alle mehr oder weniger ärgern, aber ob es für ganz oben reicht, bleibt abzuwarten. Für alle Teams gilt, wie komme ich aus der Coronapause und wie kann ich (wahrscheinlich im Januar/Februar) trainieren, bevor die Meisterschaft wieder losgeht.

Willi, wir danken für dieses Gespräch!