
Lippe. Der Europäische Igel ist Wildtier des Jahres 2024 und steht als potenziell gefährdete Art auf der Roten Liste. Immer weniger natürliche Lebensräume und fehlende Winterquartiere erschweren es den Tieren, die kalte Jahreszeit zu überstehen. Der Kreis Lippe hilft dem kleinen Vierbeiner mit einer einfachen und effektiven Aktion, bei der auch jeder Lipper mitmachen kann. „Wir haben drei sogenannte Igelburgen in Detmold und Blomberg gebaut. Das sind kleine Verstecke aus Naturmaterialien, die den Tieren Schutz vor Kälte, Feinden und anderen Gefahren bieten. Sie sollen vor allem ein Quartier für den Winterschlaf sein“, sagt Theresa Warkentin, Fachbereich Landschaft und Naturhaushalt des Kreises Lippe. Und so funktioniert’s: Um eine Igelburg zu bauen, wird eine Mulde mit einer Schicht aus Einstreu (Laub oder Hackschnitzel) gefüllt. Das verhindert Staunässe und isoliert gegen Kälte. Darauf werden jeweils zwei Holzstücke (circa 70 cm lang und mindestens 10 cm Durchmesser) parallel platziert. Insgesamt werden sechs Holstücke gestapelt. Zusätzlich können Bretter flach als Dach draufgelegt werden. Anschließend werden Äste über den Balken und Brettern verteilt. Sie bilden das Gerüst für die letzte Schicht. Die letzte Schicht besteht aus einer dicken Lage Laub, mit der das Bauwerk abgedeckt wird. Das sorgt für eine gute Isolierung gegen Kälte und tarnt die Igelburg. Besonders wichtig: Jede Burg hat zwei Eingänge, sodass der Igel im Falle einer Gefahr jederzeit fliehen kann. „Wir möchten den Igeln nicht nur sichere Rückzugsorte geben, sondern auch zeigen, dass Naturschutz selbst im eigenen Garten möglich ist. Darüber hinaus hilft es dem Igel, wenn Bürgerinnen und Bürger Laubhaufen im Garten über den Winter liegen lassen, auf Pestizide verzichten, „wilde Ecken“ zulassen, Mähroboter nur tagsüber einsetzen, insektenfreundliche Pflanzen verwenden, Durchgänge zum Garten – sogenannte „Igeltore“ – schaffen oder eben eine eigene Igelburg bauen.







