„Entwicklung beim Thema Geld empfinden wir als äußerst negativ!“
Leopoldshöhe/Bexterhagen (ruko). In der vergangenen Saison musste der TuS Bexterhagen fast bis zum Schluss der Serie um den Klassenerhalt bangen. In dieser Spielzeit sieht es ganz anders aus. Zum einen startete der TuS richtig stark in die Saison, musste erst am 7. Spieltag seine erste Niederlage, bei bisher einem Remis, hinnehmen. Zum anderen gingen die Jungs von Jens Reitmeier mit 25 geholten Punkten in die Winterpause und rangieren auf Platz sieben in der Tabelle. Der Abstand auf den ersten Abstiegsplatz beträgt satte 21 Punkte. In Bezug auf den Klassenerhalt dürfte sich der TuS, der sich für dieses Serie effektiv verstärkt hat, wohl weniger Sorgen machen. Bexterhagens Obmann Andre Gronemeier schaut nachfolgend auf die bisherige Spielzeit zu rück.

Wie bewertet ihr, aus eurer Sicht, den bisherigen Verlauf der Saison?
Andre Gronemeier: Erfreulicherweise haben wir einen guten Start erwischt und konnten dementsprechend zum Saisonbeginn einige Punkte sammeln. In Sachen Konstanz haben wir definitiv einen Schritt nach vorne gemacht, auch wenn wir zum Ende der Hinrunde leider in den direkten Duellen gegen die Tabellennachbarn Lipperreihe II, TuS Helpup und TuS Brake den Kürzeren gezogen haben. Ursächlich waren hier hauptsächlich individuelle Fehler, mangelnde Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor und ein Stück weit auch die fehlende Cleverness in den entscheidenden Situationen. Tendenziell ziehen wir aber ein positives Fazit, da wir letzte Saison ja bekanntlich noch bis zum Saisonende im Abstiegskampf gesteckt haben, weshalb sicherlich ein wenig Demut angebracht ist.
Womit seid ihr bisher zufrieden, was lief gut und auf was lässt sich aufbauen?
Andre Gronemeier: Insgesamt haben wir einen guten Konkurrenzkampf in der Mannschaft und daraus resultierend auch viele Möglichkeiten auf den einzelnen Positionen. Hervorzuheben sind ebenfalls der ausgezeichnete Teamspirit sowie die ausgewogene Mischung aus Jung und Alt in der Truppe. Die Balance zwischen Defensive und Offensive hat sich verbessert, auch wenn hier selbstverständlich immer noch Luft nach oben ist.
Was genau lief in der Mannschaft nicht so, wie ihr euch das vorgestellt habt. Woran muss gearbeitet werden?
Andre Gronemeier: Oberste Priorität wird sein, die Spannung bis zum Saisonende hochzuhalten und weiterhin jeden Spieltag die Bereitschaft zu haben, alles für 3 Punkte in die Waagschale zu werfen.
Wie haben sich die Neuzugänge bisher bei euch integriert?
Andre Gronemeier: Die Neuzugänge aus dem Sommer genießen unser volles Vertrauen und wir sind nach wie vor sehr zufrieden, dass sich im Sommer alle für uns entschieden haben. Alle wurden super von der Mannschaft aufgenommen. Grundsätzlich geben wir allen neuen Gesichtern bei uns auch entsprechende Zeit sich zu akklimatisieren und anzukommen.
Zwei Winterneuzugänge
Sind Winterneuzugänge bei euch geplant oder schon welche verpflichtet? Gibt es schon Zusagen von Spielern für die neue Saison?
Andre Gronemeier: Zur Rückrunde schließen sich uns zwei externe Neuzugänge mit Hans Fröse (SV Ubbedissen) und Christian Pörtner (FC Augustdorf II) an. Darüber hinaus kommen mit Samuel Weschenfelder und Ruben Steinmeier zwei klasse Jungs aus der A-Jugend dazu, die in der Zukunft menschlich und sportlich eine gute Rolle spielen werden. Verlassen wird uns Bakari Kaba, der sich dem VfL Herford anschließt.
Ist die Trainerfrage für die kommende Saison entschieden?
Andre Gronemeier: Nein, hier gibt es aktuell noch nichts zu vermelden.
„Erwarten eine gewisse Gier!“
Wie sind die Ziele für den Rest der Serie gesteckt?
Andre Gronemeier: Gut in die Rückserie starten und ein entsprechendes Punktepolster zu haben, um nicht mehr nach unten schauen zu müssen. Wie bereits erwähnt erwarten wir vom Team auch an jedem Spieltag die gewisse Gier, um die jeweilige Partie erfolgreich zu gestalten.
Wo seht ihr euren Verein in fünf Jahren?
Andre Gronemeier: Unser Verein steht für eine gesunde und nachhaltige Entwicklung und nicht für schnellen Erfolg um jeden Preis. Deshalb lautet unser Ziel auch diese Philosophie beizubehalten und nicht wie mittlerweile anderenorts leider immer üblicher, nur mit erheblichen finanziellen Mitteln den Status Quo beizubehalten. Diese generelle Entwicklung beim Thema Geld empfinden wir als äußerst negativ, insbesondere da keinerlei Lerneffekte durch diverse negative Beispiele eintreten. Allerdings sollte niemand überrascht sein, dass Spieler und Trainer genauso schnell wieder verschwinden wie sie gekommen sind und man irgendwann vor einem großen Scherbenhaufen steht Auch wenn wir aktuell mit vier Herrenteams und einer Frauenmannschaft im Spielbetrieb vertreten sind, ist das nicht jede Saison ein Muss. Die Situation werden wir in jedem Jahr neu bewerten, auch wenn es selbstverständlich erfreulich wäre auch mittel- bis langfristig mit möglichst vielen Mannschaften unterwegs zu sein. Aktuell investieren wir wieder sehr viel in die Jugendabteilung und bringen derzeit einige wichtige Themen auf den Weg, von denen wir früher oder später partizipieren werden.
Hättet ihr Einfluss auf den organisatorischen Ablauf der Serie in der Lemgoer Fußball-Kreisliga A, welche Dinge könnten und sollten geändert werden?
Andre Gronemeier: Unabhängig von der Kreisliga A sind Rückzüge von Mannschaften immer sehr ärgerlich. Teilweise zeichnet sich das schon frühzeitig anhand der Kadersituation ab und es wäre vielleicht ein Ansatz an die Vernunft der Verantwortlichen hinsichtlich der Mannschaftsmeldung zu appellieren. Möglicherweise hilft es auch die Hürden bei den Sanktionen etwas höher zu setzen.
Wer holt sich den Meistertitel in dieser Saison in der Lemgoer Kreisliga A?
Andre Gronemeier: Der TuS Brake spielt eine sehr souveräne Serie und ist sicherlich der Favorit. Aber ich denke auch SG Sonneborn/Alverdissen, TuS Helpup und Lipperreihe II werden da noch ein Wörtchen mitreden.


