Drohnenflüge bieten neue Ansicht auf den Lemgoer Stadtwald

Bildquelle: OGF GmbH.
Wärmebildaufnahme aus rund 100 Metern Höhe von Wildschweinen im Lemgoer Stadtwald.

Lemgo. Wie viele Rehe und Wildschweine leben im Lemgoer Stadtwald? Und was bedeuten diese Bestände für die Entwicklung des Waldes? Antworten darauf liefert das jetzt abgeschlossene Wildtiermonitoring. Dieses ist Bestandteil der Maßnahme BaKIM (Baum, Künstliche Intelligenz, Mensch), die im Rahmen des gemeinsamen Smart-City-Projekts der Stadt Lemgo und der Gemeinde Kalletal umgesetzt wird.

Ein Blick aus der Vogelperspektive auf den Stadtwald

Im Februar war ein spezialisiertes Drohnenteam des Unternehmens OGF über dem Lemgoer Stadtwald im Einsatz. Innerhalb von drei Tagen wurde die gesamte rund 1.128 Hektar große Fläche erfasst. In rund 100 Metern Höhe zog die Drohne gleichmäßige Bahnen über die Baumkronen. Sie machte sichtbar, was Spaziergänger meist selten entdecken: die Tiere des Waldes wie Rehe, Wildschweine oder Füchse. Zeigte sich im Wärmebild der Drohnen-Kamera eine Wärmequelle, wurde die Position überprüft, ein hochauflösendes Bild aufgenommen, die Tierart bestimmt und der Fundort exakt dokumentiert. So entstand Schritt für Schritt ein flächendeckendes Bild des aktuellen Wildbestands im Stadtwald. Im Mittelpunkt der Erhebung standen Rehe und Wildschweine, da ihre Bestände für die Entwicklung des Waldes eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus wurden aber auch weitere Wildtiere gesichtet, darunter Füchse, Waschbären und sogar eine seltene Wildkatze. Auf diesen Tieren lag jedoch nicht der Schwerpunkt der Untersuchung. Sie sind überwiegend nachtaktiv und halten sich tagsüber häufig in Bauen oder Höhlen auf, sodass sie während der Befliegung nur eingeschränkt erfasst werden konnten. Die Zahlen liefern eine wichtige Grundlage, um den Wildbestand im Stadtwald verantwortungsvoll zu steuern. Denn die Anzahl der Rehe und Wildschweine hat direkten Einfluss auf das Wachstum von jungen Bäumen im Wald. Wenn zu viele Tiere an den frischen Trieben junger Bäume fressen, haben manche Baumarten kaum eine Chance, groß zu werden. „Wir möchten ein ausgewogenes Verhältnis der verschiedenen Baumarten im Wald haben, damit dieser widerstandsfähig gegen Trockenheit, Stürme und Schädlinge bleibt“, erklärt Förster Alexander von Leffern. Die Ergebnisse liefern darüber hinaus eine Grundlage für Gespräche mit den Jagdpächtern und für die weitere Planung im Stadtwald. Das Wildtiermonitoring ist Teil der Smart-City-Maßnahme BaKIM. Ziel dieser Maßnahme ist es, den Stadtwald systematisch zu erfassen und wichtige Informationen für eine vorausschauende und klimaangepasste Entwicklung zu gewinnen. Auf diese Weise entsteht ein immer genaueres Bild vom Zustand des Lemgoer Stadtwaldes. Damit er auch künftig Lebensraum, Erholungsort und wichtiger Beitrag zum Klimaschutz bleibt.

Bildquelle: OGF GmbH.
Eine Wildkatze im Lemgoer Stadtwald. Ein seltener und besonderer Nachweis im Rahmen des Monitorings.
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