HSG-Niederlage im zweiten Halbfinalspiel

Auswärtsspiel, Rückspiel, Matchball: Das Topduell im zweiten Halbfinale beim Thüringer HC brachte einiges schon vor der Partie mit. Mit dem 29:28 (14:15) verwandelt die HSG den ersten Matchball nicht, sodass es am kommenden Samstag zum entscheidenden Halbfinalspiel an der Blomberger Ulmenallee kommt. Beste Torschützinnen auf Seiten der Blombergerinnen waren Nieke Kühne und Andrea Jacobsen mit jeweils fünf Treffern

Bildquelle: Timon Peters
Für Elín Magnúsdóttir geht es ins dritte Halbfinalspiel.

Intensive Halbzeit im umkämpften Spiel

Acht Tage nach dem Heimsieg im ersten Halbfinale reiste die HSG mit Rückenwind in die Salza-Halle zum Thüringer HC. Der Kader blieb unverändert, lediglich Amber Verbraeken und Marie Michalczik standen weiterhin nicht zur Verfügung.

Blomberg startete mit Veith, Hauf, Kühne, Jacobsen, Díana Magnúsdóttir, Njinkeu und Mühlner. THC-Trainer Herbert Müller vertraute erneut auf Aizawa, Reichert und die formstarke Kuske. Die Gastgeberinnen eröffneten mutig im 7-gegen-6 und gingen früh in Führung, doch Magnúsdóttir erzielte prompt den ersten Treffer für die HSG.

Von Beginn an entwickelte sich ein temporeiches Spiel mit hohem Offensivrhythmus. Blomberg fand schnell Antworten, Jacobsen traf zum 3:3 ins leere Tor. Auch danach begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe, sodass Hauf nach sieben Minuten zum 5:5 ausglich. Während der THC weiter konsequent auf das Überzahlspiel setzte, überzeugte Veith im HSG-Tor mit wichtigen Paraden.

Kühne brachte die Gäste erstmals in Führung, doch die Antwort der Thüringerinnen ließ nicht lange auf sich warten. In einer intensiven Phase mit Chancen auf beiden Seiten verpasste die HSG zunächst, den Vorsprung auszubauen, während Veith im Gegenzug mehrfach stark parierte. Elín Magnúsdóttir sorgte schließlich für die erneute Führung, doch das Spiel blieb offen. Nach Zeitstrafen auf beiden Seiten nutzte die HSG ihre Möglichkeiten besser und setzte sich durch Treffer von Kühne, Njinkeu und Jacobsen erstmals auf drei Tore ab. Müller reagierte mit einer Auszeit, doch Blomberg blieb zunächst stabil. Veith avancierte immer mehr zum Rückhalt und hielt ihr Team in dieser Phase im Spiel.

Ein sicher verwandelter Siebenmeter von Vegué bedeutete schließlich die erste Vier-Tore-Führung (8:12). Doch der THC kämpfte sich zurück: Angetrieben von der lautstarken Kulisse und gestützt auf mehrere Paraden von Kuske verkürzten die Gastgeberinnen wieder auf zwei Tore. Reichert traf zum Anschluss und zog zusätzlich eine Zeitstrafe. Auch in Unterzahl zeigte sich die HSG unbeeindruckt. Kühne traf, und wenig später nutzte Vegué einen Ballgewinn eiskalt zum Treffer ins leere Tor. Dennoch blieb die Partie hitzig und eng, da sich auf beiden Seiten immer wieder technische Fehler einschlichen.

Kurz vor der Pause griff HSG-Trainer Steffen Birkner zur Auszeit. Vor allem defensiv präsentierten sich die Gäste weiterhin stark: Lepschi verhinderte einen Siebenmeter, Veith parierte weitere klare Chancen. Offensiv tat sich Blomberg in dieser Phase jedoch etwas schwerer und leistete sich unnötige Ballverluste. So ging es nach einer intensiven, umkämpften ersten Halbzeit mit einer knappen 15:14-Führung für die HSG in die Pause.

Führungswechsel und Krimi in Bad Langensalza

Zur zweiten Halbzeit setzte Trainer Steffen Birkner weiterhin auf seine Anfangsformation, brachte jedoch Alexia Hauf für Ona Vegué zurück aufs Feld. Im Tor wechselte die HSG: Für Melanie Veith übernahm nun Nicole Roth.

Den besseren Start erwischten diesmal die Blombergerinnen. Njinkeu erzielte den ersten Treffer nach der Pause, doch im direkten Gegenzug bekam der Thüringer HC einen Siebenmeter zugesprochen. Roth war zwar noch am Ball, konnte den Ausgleich durch Reichert jedoch nicht verhindern. Kurz darauf brachte Aizawa die Gastgeberinnen erstmals wieder auf Gleichstand (16:16), ehe Magnúsdóttir mit einem energischen Durchbruch die erneute Führung für die HSG erzielte. Wie bereits im ersten Durchgang blieb das Spieltempo hoch, beide Teams lieferten sich ein intensives Duell. Nach einem harten Foul von Niederwieser an Kühne und der folgenden Zeitstrafe verpasste die HSG jedoch die Chance, sich abzusetzen – Kuske parierte erneut stark. Stattdessen kam der THC besser ins Spiel, drehte die Partie und setzte sich zwischenzeitlich auf zwei Tore ab. Mühlner reagierte jedoch blitzschnell und traf ins leere Tor zum Anschluss.

Roth verhinderte mit Unterstützung des Pfostens eine weitere Ausweitung des Rückstands. Kühne holte wenig später einen Siebenmeter heraus, den Vegué sicher zum Ausgleich verwandelte. Dennoch blieb der THC in dieser Phase offensiv effizienter und konnte sich zudem auf eine starke Kuske im Tor verlassen. Reichert traf per Siebenmeter zur 21:19-Führung, doch erneut war es Mühlner, die für Blomberg verkürzte. Im Gegensatz zur ersten Halbzeit schlichen sich bei der HSG nun vermehrt technische Fehler ein. Dennoch gelang immer wieder der Ausgleich – unter anderem, als Magnúsdóttir einen Ballgewinn eiskalt im leeren Tor verwertete. Doch der THC fand stets eine Antwort und ging erneut in Führung.

Nach einer intensiven Phase eroberte Kühne den Ball in der Abwehr, Hauf nutzte die Chance und traf ins leere Tor zur erneuten Führung für die HSG. Doch auch diese hatte nicht lange Bestand, da Reichert postwendend ausglich. Im Anschluss brachte Birkner Lepschi für Roth ins Tor. Kühne erzielte wenig später das 25:24, während Hanfland auf der Gegenseite am Pfosten scheiterte.

In der Schlussphase häuften sich auf beiden Seiten die Fehler, und mehrere Minuten blieb es ohne Treffer. Hoffbeck brach schließlich die Torflaute und erzielte den Ausgleich, bevor Rosa den THC wieder in Führung brachte. Die Gastgeberinnen nutzten das Momentum und erhöhten auf 27:25. Birkner reagierte mit seiner letzten Auszeit, doch auch danach fehlte der HSG die Durchschlagskraft im Angriff. Kuske parierte weiterhin stark, unter anderem gegen Jacobsen. So gelang es dem Thüringer HC, das Spiel zu kontrollieren und den Heimsieg im zweiten Halbfinale zu sichern.

Damit kommt es am kommenden Samstag zum entscheidenden dritten Spiel an der Blomberger Ulmenallee.

Stimmen zum Spiel

„Unsere Effektivität war heute nicht optimal, und wir haben vielleicht einen technischen Fehler zu viel gemacht. Nächste Woche wollen wir es besser machen – denn wir müssen weiterhin ein zweites Spiel gewinnen“, bilanziert Steffen Birkner das Spiel.

Aufstellungen:

Thüringer HC: Lövgren, Kuske; Heider (3) , Holm, Guarieiro, Niederwieser, Farago (1), Hoffbeck (1), Aizawa (3), Ott, Szabo (3), Reichert (11), Alarslan, Hanfland (3), Kuczora, Rosa (4)

HSG Blomberg-Lippe: Veith, Lepschi, Roth; Rüffieux, Jacobsen (5), D. Magnúsdóttir (2), Kühne (5), Mühlner (2), Vegué (4), Jaron, Bucher, Tietjen, Sandberg, Hauf (2), E. Magnúsdóttir (4), Njinkeu (4)

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