Finaleinzug – Die HSG kämpft weiter um die Meisterschaft

Blomberg. Drittes Halbfinale, siebtes Duell in der Saison: Beim entscheidenden Halbfinalspiel der Play-Offs in der Alsco Handball Bundesliga Frauen traf erneut die HSG auf den Thüringer HC. Das Finalticket konnten sich die Hausherrinnen vor 1063 Zuschauern in einem nie gefährdeten Heimspiel beim 35:24 (19:10) sichern. Beste Torschützin bei den Blombergerinnen war Ona Vegué mit sieben Treffern.

Bildquelle: Timon Peters
Die Mannschaft der HSG Blomberg-Lippe (GER) jubelt nach dem Sieg gegen den Thueringer HC (GER) und dem Einzug ins Finale

Tempo und Defensivarbeit zur Halbzeitführung

Viel hat sich im Vergleich zu den beiden vergangenen Halbfinalduellen nicht verändert: Marie Michalczik und Amber Verbraeken standen nicht im Kader, genauso wie Nuria Bucher, die krankheitsbedingt ausfiel.

Steffen Birkner setzte im entscheidenden Halbfinale auf Lara Lepschi, Alexia Hauf, Nieke Kühne, Elín Magnúsdóttir, Díana Magnúsdóttir, Farrelle Njinkeu und Maxi Mühlner. Bei den Gästen aus Thüringen starteten wie erwartet neben Johanna Reichert und Natsuki Aizawa auch Laura Kuske, die in den beiden letzten Partien eine prägende Figur war. Die ersten beiden Tore des Halbfinals gehörten aber den Blombergerinnen: Veith parierte zunächst den Wurf von Szabó, ehe Kühne und Hauf das frühe 2:0 erzielen konnten. Letztere kassierte bereits früh in der Partie eine Zeitstrafe. In Unterzahl netzte Reichert zum Anschluss und dann kurz darauf zum Unentschieden vom Siebenmeterstrich ein, da Kuske Vegués Strafwurf auf der Gegenseite parieren konnte. Hauf traf nach dem Absitzen ihrer Zeitstrafe wieder zur Blomberger Führung zunächst zum 3:2, war dann aber an der richtigen Stelle, als Veith Aizawas Wurf fing, den Pass auf Außen warf und Hauf ins leere Tor einnetzte. Wie in den beiden vergangenen Spielen setzte der THC wieder auf das 7-gegen-6. Veith war, wie schon zwei Wochen zuvor, erneut zur Stelle, sodass die Blombergerinnen nach acht Minuten erst zwei Gegentore, beide per Siebenmeter, kassieren mussten. Die Blomberger Offensive schlug erneut zu, erhöhte über Kühnes zweiten Treffer auf das 5:2. Reichert versuchte sich im nächsten Siebenmeterduell gegen Roth, blieb erneut erfolgreich, sodass die Thüringerinnen wieder auf zwei Tore verkürzten. Auf Vegués nun verwandelten Siebenmeter folgte nach über zehn Minuten dann das erste Feldtor der Gäste. Szabó gelang der Treffer zum 6:4. Dennoch hielt der Puffer der Blombergerinnen Bestand, da Vegué auch beim zweiten Siebenmeter eiskalt gegen Kuske blieb. Den technischen Fehler des THC sowie die Zeitstrafe gegen Hanfland konnte die HSG indes nicht ausnutzen, Njinkeu scheiterte an Kuske bei der Chance, erstmals mit vier Toren in Führung zu gehen. Auch nach 15 Minuten behielt der Vorsprung Bestand: Reichert traf zum ersten Mal aus dem Feld, doch die HSG spielte es blitzschnell über Hauf und Njinkeu, die jetzt Kuske zum 9:6 überwand. Die HSG verteidigte weiter aufmerksam und zwang den THC zum Wurf in den Block. Kühne war es dann, die die Blombergerinnen zum ersten Mal mit vier Toren in Front warf. Beim 10:6 nahm Herbert Müller seine erste Auszeit. Doch auch die brachte die Gastgeberinnen an der Ulmenallee nicht aus dem Tritt: Njinkeu und Hauf liefen den Gegenstoß, erstere netzte ein und erhöhte den Vorsprung auf fünf Tore. Die Blombergerinnen spielten es kontrolliert herunter, basierend auf einer starken Defensive. Für Kühne kam zehn Minuten vor der Pause Andrea Jacobsen in die Offensive und auch vom Zeitspiel ließ sich die HSG nicht unter Druck setzen: Díana Magnúsdóttir traf eiskalt aus dem Rückraum zum 13:8. Zwar verkürzte Reichert erneut, doch die HSG reagierte durch Mühlners Wurf ins leere Tor blitzschnell und stellte die Fünf-Tore-Führung wieder her. Veith zeigte sich kurz darauf gegen Szabó erneut, verhinderte, dass der Vorsprung schmilzt, im Gegenteil: Elín Magnúsdóttir und Ona Vegué erhöhten diesen kurz vor der Pause auf das 16:9. Wieder war Veith gegen Rosa zur Stelle und wieder zeigte sich Vegué unbeeindruckt vom Siebenmeterstrich. Und die Blombergerinnen machten einfach weiter: Veith war zur Stelle, Hauf netzte per Heber ein. Bis zur Pause bauten die Hausherrinnen die Führung auf 19:10 aus.

Eiskalte Blombergerinnen vor den eigenen Fans

Mit gleich zwei Toren von Njinkeu startete die HSG in die zweite Halbzeit. Doch auch der THC zeigte sich jetzt treffsicherer. Trotz der Zeitstrafe gegen Jacobsen direkt nach Wiederanpfiff wehrten sich die Blombergerinnen weiter. Auch als Magnúsdóttir ihre Zeitstrafe kassierte, holte Kühne das Stürmerfoul heraus, aber auch auf der THC-Seite sicherte Hendriksen den technischen Fehler von Elín Magnúsdóttir. Die Rechtsaußen der Gäste netzte kurz darauf zum 21:13 ein, ließ den Blomberger Vorsprung somit auf acht Tore schmelzen. Trotz der beiden frühen Tore von Njinkeu fand die HSG schwierig in die zweite Halbzeit. Über Rosa und Farago verkürzte der THC dann auf 21:15. Steffen Birkner zog daraufhin seine zweite Auszeit der Partie. Auch im darauffolgenden Angriff konnte sich die HSG kein Tor erkämpfen, Kühnes Ball landete im Zeitspiel nur neben dem Tor. Gleiches galt aber auch für Reichert, die ebenfalls an Veith und dem Pfosten scheiterte. Der Flow aus der ersten Halbzeit kam auch nach zehn Minuten nach Wiederanpfiff nicht ins Blomberger Spiel. Der THC nutzte dies aber nicht kaltschnäuzig genug aus, Aizawa brachte den Pass zu Reichert nur ins Seitenaus. Nach sieben Minuten ohne eigenen Treffer nahm sich Kühne ein Herz und traf mit Hilfe des Pfostens zum 22:15. Der Knoten schien da geplatzt zu sein: Erst tanzte Elín Magnúsdóttir sich durch die THC-Defensive, dann kam Njinkeu wieder ins Tempo und erzielte das 24:15. Durchatmen für alle HSG-Fans, als Herbert Müller dann seine zweite Auszeit zog. Doch die Thüringerinnen nutzten ihre Chance nicht, den HSG-Lauf zu unterbrechen, eher im Gegenteil, da die Blombergerinnen nicht locker ließen, den Vorsprung sogar auf elf Tore erhöhten und sich aus der zwischenzeitlich torlosen Phase verabschiedeten. Erst Lotta Heider unterbrach den 5:0-Lauf der Gastgeberinnen, doch die Blombergerinnen verloren diesmal nicht ihren erspielten Flow, kamen ins Tempo und lieferten den 1063 Zuschauern eine sehenswerte Halbfinalpartie. Dem THC gelangen zwar die letzten beiden Tore, sie konnten den Finaleinzug der HSG aber nicht mehr aufhalten. Mit einem deutlichen 35:24-Heimerfolg sichern sich die Blombergerinnen zum zweiten Mal in Folge das Ticket für das Finale, treffen am kommenden Sonntag um 16:30 Uhr auf den BVB und begrüßen die Dortmunderinnen dann gegebenenfalls zweimal an der Ulmenallee.

Stimme zum Spiel:

„Meine Mannschaft hat das heute wirklich großartig gelöst. Diese Leistung ist wirklich überragend gewesen. Ich hatte in der Woche zwischendurch ein paar Sorgen, doch die sind ab der ersten Minute der Partie weg gewesen. Wir werden uns in den Finalspielen zerreißen, um den Titel nach Blomberg zu holen. Letztes Jahr haben wir den Einzug ins Finale in Dortmund gefeiert, das war auch schön, aber hier zuhause vor unserer Kulisse war es noch besser“, fasst Steffen Birkner den Heimerfolg und Finaleinzug zusammen.

Da schließt sich auch Rechtaußenspielerin Farrelle Njinkeu an: „Ich bin super stolz auf die Mannschaft. Wir haben in der gesamten Saison gezeigt, was wir zuhause leisten können. Wir freuen uns jetzt auf die Aufgabe in den Finalspielen.“

Aufstellungen:

HSG Blomberg-Lippe: Veith, Lepschi, Roth; Rüffieux (3), Jacobsen (4), D. Magnúsdóttir (1), Kühne (5), Mühlner (1), Vegué (7), Jaron, Bucher, Tietjen, Sandberg, Hauf (5), E. Magnúsdóttir (4), Njinkeu (5)

Thüringer HC: Lövgren, Kuske; Hendrikse (2), Heider (3), Holm, Guarierio, Niederwieser, Farago (1), Hoffbeck Petersen (1), Aizawa (3), Szabo (1), Reichert (5), Alarslan (2), Hanfland (1), Kuczora (4),  Rosa (1)

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