München. Zum Saisonauftakt startete die HSG direkt in das erste Duell um den REXEL Super Cup. Im Münchner SAP Garden entwickelte sich bis zur letzten Sekunde ein richtiger Nervenkrimi, der bis ins Siebenmeterwerfen führte, das die HSG letztlich mit 26:24 (22:22; 9:9) für sich entschied. Für die Blombergerinnen trafen Nieke Kühne und Nuria Bucher mit jeweils sieben Treffern am häufigsten.
Bildquelle: HSG Blomberg-Lippe / Timon PetersTorarmes Titel-Duell
Ohne Elín Magnúsdóttir, Eliska Desortova, Malin Sandberg und Melanie Veith begannen die Blombergerinnen den Kampf um den ersten Titel der Saison. Der Deutsche Meister schickte Nicole Roth, Alexia Hauf, Nieke Kühne, Nuria Bucher, Díana Magnúsdóttir, Farrelle Njinkeu und Maxi Mühlner auf das Spielfeld. Bei den Gegnerinnen aus Dortmund begannen neben Alina Grijseels auch die ehemalige Blombergerin Ona Vegué.
Die HSG erwischte den besseren Start und ging durch Díana Magnúsdóttir mit 1:0 in Führung. Die Blomberger Defensive stand von Beginn an kompakt, während Nicole Roth im Tor mehrfach zur Stelle war.
Nach sechs Minuten erhöhte Nuria Bucher per Strafwurf auf 2:0. Auch beim zweiten Siebenmeter trat die Schweizerin an, scheiterte diesmal jedoch an Sarah Wachter. Nieke Kühne beendete anschließend die kurze torlose Phase der HSG und traf zum 3:1. Nach elf Minuten führte Blomberg weiterhin mit zwei Toren. Auch in Unterzahl hielt die Defensive stand, während Roth unter anderem einen freien Wurf von Ona Vegué parierte.
Mit zunehmender Spieldauer schlichen sich bei der HSG allerdings technische Fehler ein, die Dortmund ausnutzte. Der BVB glich zum 5:5 aus und ging durch Van Maurik erstmals in Führung. Die Blombergerinnen reagierten jedoch prompt. Judith Tietjen traf per Heber, Alexia Hauf blieb vor Wachter cool und Karolina Jurenczyk stellte mit ihrem zweiten Treffer die Zwei-Tore-Führung wieder her. Kurz vor der Pause parierte Roth zudem einen Strafwurf gegen Vegué. Mit 9:9 ging es in die Kabinen.
Nervenkrimi in München
Nach dem Seitenwechsel nahm das Spiel deutlich an Tempo auf. Beide Mannschaften kamen nun häufiger zum Abschluss, ohne sich entscheidend absetzen zu können. Kühne, Bucher und Röpcke sorgten immer wieder für Blomberger Treffer, während Roth mit wichtigen Paraden dafür sorgte, dass die HSG im Spiel blieb. 15 Minuten vor dem Ende stand es 14:14.
In der Schlussphase entwickelte sich schließlich der erwartete Nervenkrimi. Kühne und Laura Rüffieux brachten die HSG erneut in Führung, doch Dortmund blieb dran. Nach einem Ballverlust der HSG traf der BVB ins leere Tor und ging mit 17:16 in Führung. Auch danach wechselte die Führung mehrfach. Egeling erhöhte für Dortmund, Hauf verkürzte und Bucher stellte sechs Minuten vor Schluss per Strafwurf wieder den Ausgleich her.
Die HSG erkämpfte sich anschließend den Ball. Kühne setzte zum Wurf auf das leere Dortmunder Tor an, traf jedoch nur den Pfosten. Farrelle Njinkeu reagierte am schnellsten und brachte Blomberg wieder in Führung. Sekunden vor dem Ende sorgte Lara Egeling jedoch für den 22:22-Ausgleich. Damit musste die Entscheidung im Siebenmeterwerfen fallen.
Dort standen erneut die HSG-Torhüterinnen im Mittelpunkt. Nicole Roth bewies ihre Klasse und parierte den Strafwurf von Vegué. Maxi Mühlner blieb anschließend sicher vom Punkt. Als Nestaker schließlich an Lepschi scheiterte, war der Weg zum Titel frei.
Damit setzte sich die HSG Blomberg-Lippe mit 26:24 nach Siebenmeterwerfen durch und sicherte sich im Münchner SAP Garden den REXEL Super Cup. Nach 60 hart umkämpften Minuten und einem 22:22 bewiesen die Blombergerinnen auch vom Siebenmeterpunkt die besseren Nerven und feierten den zweiten Vereinstitel der Vereinsgeschichte.
Stimme zum Spiel
Steffen Birkner: „Ich bin froh und glücklich über den Titel, denn die Vorzeichen waren nicht so gut. Weil wir einige Ausfälle hatten, mussten wir uns Gedanken machen, wie wir Spielzeit verteilen, um nicht ins offene Messer zu laufen. Wir haben 60 Minuten gut in der Deckung gestanden, im Angriff aber vermeidbare Fehler gemacht oder sind an Sarah Wachter gescheitert. Ich bin froh über den Titel, aber noch zufriedener mit unserer Leistung, denn unser Gegner hat Breite und Qualität im Kader. Dagegen haben wir gute Lösungen gefunden. Ein Siebenmeterwerfen ist immer Glück, aber auch das ist uns heute gut gelungen.“
Laura Rüffieux: „Es war ein hart umkämpftes Spiel, das wir mit ein bisschen Glück am Ende gewonnen haben. Beide Teams müssen sich noch finden. Ich bin superhappy, dass wir den ersten Titel mit nach Hause nehmen.“
Aufstellungen
HSG Blomberg-Lippe: Lepschi, Roth; Rüffieux (1), D. Magnúsdóttir (1), Kühne (7), Mühlner (1), Bucher (7), Tietjen (1), Röpcke (1), Hauf (3), Njinkeu (2), Jurenczyk (2)
Borussia Dortmund: Wiggins, Wachter; Thomaier (5), Grijseels (1), Quist, Antl, Van Maurik (1), Mladenovska, Freriks (4), Vegué, Olsson, Vollebregt (2), Nestaker (3), Egeling (5), Bleckmann (3), Menne



